"nach vorne denken" - Workshop-Tag zu Themen der Friedens- und Gedenkstättenarbeit, 15. Juni 2019


Foto: www.eilersfoto.de, Layout: Manuel Völker
Foto: www.eilersfoto.de, Layout: Manuel Völker

nach vorne denken... das klingt einfacher gesagt, als getan. Welche Themen müssen in der Friedens- und Gedenkstättenarbeit angeboten werden? Historisch-politische Bildungsarbeit, Menschenrechtserziehung, Antirassismusarbeit, Fragen der Vermittlung des Geschehenen, Fragen nach dem Wie von Gedenken und Erinnern. Aber welche Ansätze und Methoden eignen sich? Was ist der richtige Umgang mit diesen Themen? Und wie wird diese wichtige Arbeit in Zukunft aussehen? Zum Beispiel im Jahre 2045, wenn sich das Ende des 2. Weltkrieges zum 100. Mal jährt? Und welche Rolle spiele ich selbst beim Beantworten dieser Frage? Was ist meine Verantwortung? Wo sehe ich meine Aufgabe? Wir stellen uns diesen Fragen auch vor dem Hintergrund eines Europas, das politisch stark nach rechts rückt und rechtspopulistische Parteien die Gedenk- und Erinnerungskultur hier und anderswo in Frage stellen.

Auf Grundlage dieser Fragen bieten wir Workshops an, in denen wir nach vorne denken und Antworten suchen wollen. Gemeinsam mit euch und einer Reihe von Referent*innen aus der Friedens- und Gedenkstättenarbeit.

 

Workshops (Liste wird ergänzt):

Dr. Marcus Meyer (Denkort Bunker Valentin): "Ey, was geht mich das an?“ – Gedenkstättenpädagogik auf Augenhöhe

Erinnern an den Nationalsozialismus ist selbstverständlich! Selbstverständlich? Wirklich? Und was heißt das überhaupt: Erinnerung an den Nationalsozialismus? Im Workshop sollen die Teilnehmenden die Akteure sein. Gemeinsam wollen wir der Frage nachgehen: Wollt Ihr Euch erinnern? Woran wollt Ihr erinnern, was ist Euch wichtig? Und vor allem: Wie wollt Ihr erinnern?

Dr. Iris Groschek (KZ-Gedenkstätte Neuengamme): „I´m famous y´all“ - Instagram, Youtube, Snapchat an Gedenkstätten
Darf ich ein Selfie in Auschwitz machen? Was kann ich auf Insta mit meinen Bildern ausdrücken?
Kann ich ein Foto aus einem KZ liken? Wer bestimmt das Bild von KZ-Gedenkstätten in den Social Media? Sollen Gedenkstätten in Social Media präsent sein? Aber wo? Und warum da? Und überhaupt: wie? Anhand von Beispielen möchte ich mit euch diskutieren, welche Funktion Social Media an und in Gedenkstätten haben kann. Smartphone dabei zu haben wäre sinnvoll.

Gesa Lonnemann (CVJM Niedersachsen): „... Frieden? Äh, was genau soll das sein?“
Frieden ist eines der meist gebrauchten Worte in Politik und Gesellschaft. Aber was ist eigentlich damit gemeint? Wo fängt er an. Wo hört er auf? Ist Frieden nur die Abwesenheit von Krieg? Wie kommt es, dass wir in Deutschland in Frieden leben und trotzdem Menschen tagtäglich diskriminiert werden? Gibt es Frieden auch in gerechter Form? Aktiv und kreativ soll dem Begriff des Friedens nachgegangen werden. Kriegsdenkmale werden zu Mahnmälern für den Frieden.

Jens Genehr (Denkort Bunker Valentin): „Menschenleid als Comic?“ - Darf man das?
Was soll das? Kann das funktionieren? Das sind typische Fragen, die gestellt werden, wenn Comics nicht nur lustig, albern oder als Fantasy daherkommen, sondern mit grausamen, brutalen und auch verstörenden Geschichten aufwarten. Verbieten kann das zum Glück Niemand. Was das soll und wie das funktionieren kann werden wir zusammen diskutieren und ausprobieren. Spitzt die Stifte!

Maik Bischoff: Anti-Rassismusarbeit
Rassistische Sprüche und Parolen dürfen nicht unwidersprochen bleiben, egal ob in der Schule, an der Bushaltestelle oder bei der Familienfeier. Aber wie geht das? In einer kurzen Workshopeinheit wollen wir uns dem Thema nähern und in verschiedenen Übungen Handlungsoptionen ausprobieren und Gesprächsstrategien kennenlernen.

Gerd Meyer + Daria Antonova (+ Christa Steffens): Familiengeschichte(n)
Gerd Meyer ist der Sohn einer deutschen Frau und eines während des Zweiten Weltkrieges in Sandbostel verstorbenen sowjetischen Kriegsgefangenen. Er wird uns seine Geschichte erzählen: Wie er seinen Vater verloren, seine Wurzel gesucht und seine russische Familie gefunden hat. Gemeinsam werden wir darüber nachdenken, was wir von Gerd lernen können und was unsere “Familiengeschichte(n)” für die Zukunft der Erinnerungskultur bedeuten können.

 

Alle Infos auf einen Blick:

  • Zielgruppe: junge Leute ab 16 Jahren
  • An- und Abreise: Selbstständig bis bzw. von Bremervörde (z.B. S-Bahn und Regionalbahn ab Hamburg) oder Zeven (z.B. Regionalbus 630 ab Bremen); von bzw. bis dort bieten wir einen Shuttle in die Gedenkstätte an
  • Verpflegung: Wir kümmern uns um Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen
  • Kosten: Es wird keine Teilnahmegebühr erhoben
  • Barrierefreiheit: Der Veranstaltungsort ist für Personen im Rollstuhl zugänglich

Anmeldung bitte per Email an: m-c.mueller(at)stiftung-lager-sandbostel.de

Als Juleica-Inhaber*in kannst du mit dieser Veranstaltung deine Juleica-Card verlängern!

 

Im Anschluss lädt die Theater- und Musik-AG des St.-Viti-Gymnasium Zeven in Kooperation mit der Gedenkstätte Lager Sandbostel um 19.00 Uhr zu dem Theaterstück: „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert in den Veranstaltungsraum in der ehemaligen Lagerküche ein.

 

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Vorankündigung:

peace train 2019 (Deutschland/Frankreich)
... von Widerständigen, Heiligen, Wilden, Freiheitskämpfern, Entdeckern, Künstlern und Feinschmeckern ...

Der Name peace train ist im übertragenen Sinne zu verstehen. Es ist ein „Zug“ durch Europa und vom 4. - 18. Juli 2019 im Besonderen durch Frankreich. Peace train lädt ein, einander zu begegnen, Geschichte zu teilen, zu feiern und Zeichen zu setzen: Zeichen des Friedens!