Veranstaltungen 2020


Videovortrag von Dr. Susann Lewerenz, KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Schwarze Menschen im Nationalsozialismus: Verfolgung – Selbstbehauptung – Widerstand

Ab Dienstag den 9. Juni um 18.00 Uhr online auf unserer Homepage im "virtuellen Gedenkstättenbesuch" zu sehen.

Über das Schicksal Schwarzer Menschen unter nationalsozialistischer Herrschaft ist bis heute nur wenig bekannt. Der Vortrag wirft Schlaglichter auf die Diskriminierung und Verfolgung, aber auch auf Selbstbehauptung und Widerstand Schwarzer Menschen im Nationalsozialismus.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Behandlung französischer und britischer Kolonialsoldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft. Des Weiteren werden exemplarische Verfolgungsschicksale Schwarzer Menschen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern skizziert – darunter das des Widerstandskämpfers Anton de Kom aus der damals niederländischen Kolonie Surinam, der im April 1945 im Lager Sandbostel ums Leben kam.


Allgemeine Sonntagsöffnungen

Ab Sonntag den 10. Mai 2020

Aufgrund der aktuell notwendigen Hygiene- und Abstandsvorgaben zur Eindämmung der Corona-/Covid-19-Pandemie sind angemeldete Besuchsgruppen und Gruppenbildungen an den sonst üblichen öffentlichen Sonntagsrundgängen noch nicht zulässig.

Das ehemalige Lagergeländes und die historische Gebäude sind bis auf weiteres an den Sonntagen von 11.00 bis 17.00 Uhr für Einzelbesucherinnen und Einzelbesucher zugängig. Die Dauerausstellung kann individuell besucht werden.

Es gelten auch in der Gedenkstätte Lager Sandbostel die derzeit gültigen Hygiene- und Abstandsvorgaben. Sie finden diese ... hier.


Ab 7. Mai ist die Gedenkstätte mit einem reduzierten Angebot wieder geöffnet.

Die Gedenkstätte Lager Sandbostel ist ab Donnerstag den 7. Mai wieder zu den regulären Öffnungenszeiten geöffnet und kann unter Berücksichtigung der entsprechenden Hygiene- und Abstandsvorgaben zur Eindämmung der Corona-/Covid-19-Pandemie besucht werden. Weitere Informationen finden Sie ... hier.


Virtuelle Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung


Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Stalag X B

29. April 2018, ab 16.00 Uhr unter: https://www.stiftung-lager-sandbostel.de/Gedenken2020

Auch in Sandbostel haben wir die Möglichkeit der physischen Teilnahme an der diesjährigen Gedenkveranstaltung aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel absagen müssen. Das schmerzt uns sehr, da insbesondere zahlreiche Angehörige ihre Teilnahme zugesagt hatten. Wir werden aber mit einer virtuellen Gedenkveranstaltung im Internet ab 16.00 Uhr (MESZ/CEST) den Angehörigen in ganz Europa und in zahlreichen außereuropäischen Ländern von Argentinien bis Australien und von den USA bis Russland sowie den Gästen aus Deutschland zumindest die virtuelle Teilnahme ermöglichen. Viele Videobeiträge und Grußworte haben uns erreicht. In einer Präsentation können Sie sich die Reden anhören. Mit musikalischer Begleitung werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel zwischen den einzelnen Beiträgen die Kränze auf dem ehemaligen Lagerfriedhof niederlegen und der Menschen gedenken, die in Sandbostel gelitten haben und gestorben sind.

Programm:

Begrüßung

Grußworte

 

 

 

 

 

Musik

Präsentation

 

Grußworte

Andreas Ehresmann, Gedenkstättenleiter / Geschäftsführer Stiftung Lager Sandbostel

Stephan Weil, Niedersächsischer Ministerpräsident
Valentine Mangez, Geschäftsträgerin a.i. der Belgischen Botschaft in Deutschland
Hermann Luttmann, Landrat des Landkreises Rotenburg (Wümme)
The Honourable Anne Celia Webb-Carter, Tochter des britischen Offiziers George Neville Clive Wigram, 2nd Baron Wigram
The Reverend Fiona Solman, Tochter des britischen Militärarztes Harry Tuck (RAMC)

„NO!“ (Bukahara), Interpretation von Jan-Philip Grüthusen, Klavier und Gesang

„Call for Remembrance“, Nele Eilers und Jan Dohrmann, Stud. Mitarbeiter*in Gedenkstätte Lager Sandbostel

Orlando Materassi, Präsident der Associazione Nazionale Ex Internati, ANEI
Ralf Meister, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Alexej Karandaschew, Enkel des sowjetischen Kriegsgefangenen Sergej Nikolajew
Jan Douma, Sohn des ehemaligen niederländischen KZ-Häftlings Filips Douma


Die Kranzniederlegungen erfolgen zwischen den Grußworten durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel. Musikalische Begleitung durch Christian Suter, Gitarre


Videovortrag von Andreas Ehresmann, Gedenkstätte Lager Sandbostel

Die Befreiung des Stalag X B Sandbostel und die Hilfsbemühungen der britischen Armee
Ab Sonntag den 26. April um 18.00 Uhr online auf unserer Homepage im "virtuellen Gedenkstättenbesuch" zu sehen

Schottische Einheiten marschieren in das am 29. April 1945 befreite Stalag X B. Foto: unbekannt, 29.4.2020. Privatbesitz
Schottische Einheiten marschieren in das am 29. April 1945 befreite Stalag X B. Foto: unbekannt, 29.4.2020. Privatbesitz

Am Nachmittag des 29. April 1945 erreichten die ersten britischen Soldaten das Kriegsgefangenenlager Sandbostel. Sie befreiten etwa 14.000 Kriegsgefangene und 7.000 KZ-Häftlinge. Die Soldaten fanden insbesondere in dem Bereich, in dem noch kurz vor Kriegsende etwa 9.500 Häftlinge aus dem kurz zuvor geräumten Konzentrationslager Neuengamme und einigen Außenlagern im Bremer Raum untergebracht waren, katastrophale Bedingungen vor. Hunderte Leichname lagen teilweise seit Tagen unbestattet in dem Areal herum. Die lebenden Häftlinge irrten erschöpft über das Gelände oder lagen apathisch in den Baracken. Trotz den verzweifelten Bemühungen des internationalen Widerstandskomitees der Kriegsgefangenen den KZ-Häftlingen in den Tagen vor der Befreiung zu helfen, starben Tausende an Krankheiten, Erschöpfung und unmittelbarer Gewalt durch die Wachmannschaften. Die britischen Soldaten beschrieben ihre Eindrücke des Lagers als „like a minor belsen“, wie ein kleines Belsen.

Dienstverpflichtete deutsche Frauen und Mädchen untestützten die britischen Sanitätseinheiten bei der Versorgung der befreiten KZ-Häftlinge. IWM London
Dienstverpflichtete deutsche Frauen und Mädchen untestützten die britischen Sanitätseinheiten bei der Versorgung der befreiten KZ-Häftlinge. IWM London

Nach der Befreiung versuchte das britische Royal Army Medical Corps den befreiten KZ-Häftlinge zu helfen. Trotz aller Hilfsbemühungen starben aber auch nach der Befreiung noch über 500 KZ-Häftlinge an Erschöpfung, Auszehrung und an Infektionskrankheiten.

Andreas Ehresmann schildert in seinem Vortrag die Situation kurz vor, während und nach der Befreiung des Stalag X B dar. Ein Schwerpunkt werden die umfangreichen Rettungs- und Hilfsbemühungen der medizinischen Einheiten des britischen Militärs sein. U.a. wurde ein Notlazarett mit 600 Personen als Personal in Sandbostel aufgebaut.


Videovortrag von Dr. Lars Hellwinkel, Gedenkstätte Lager Sandbostel

Todesmärsche zwischen Elbe und Weser im April 1945

Ab Sonntag den 12. April um 18.00 Uhr online auf unserer Homepage im "virtuellen Gedenkstättenbesuch" zu sehen

Kranke KZ-Häftlinge auf Wagen der Lorenbahn des Stalag X B. Foto: Mosè Cabalisti, nicht datiert [zwischen 20. und 29.4.1945]. Archivio Giovannino Guareschi, Roncole Verdi, Parma, Italien
Kranke KZ-Häftlinge auf Wagen der Lorenbahn des Stalag X B. Foto: Mosè Cabalisti, nicht datiert [zwischen 20. und 29.4.1945]. Archivio Giovannino Guareschi, Roncole Verdi, Parma, Italien

Mit dem Vorrücken der britischen Armee begann die SS im April 1945 die Räumung der Außenlager des KZ Neuengamme in Bremen und Wilhelmshaven.
Sollten die Häftlinge ursprünglich in das Stammlager Neuengamme zurückgezogen werden, so entschied der Höhere SS- und Polizeiführer Nordsee im April 1945 jedoch die Nutzung unter anderem des Kriegsgefangenenlagers Stalag XB Sandbostel als Auffanglager für diese KZ-Transporte.
Dr. Lars Hellwinkel zeichnet in seinem Vortrag die Marschrouten der bekannten Transporte im Gebiet zwischen Weser und Elbe nach und gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand an der Gedenkstätte Lager Sandbostel.


Sonderausstellung in der virtuellen Gedenkstätte Lager Sandbostel:

'Mannen uit Putten in Sandbostel, 1945'

Bleistiftzeichnungen und Aquarelle von Ruurd van Schuijlenburg und Ben Middelkamp
Freischaltung der Sonderausstellung: Sonntag, 5. April 2020, 15.00 Uhr

Ort: https://www.stiftung-lager-sandbostel.de/mannenuitputten

Atem I / Ruurd van Schuijlenburg, 2020
Atem I / Ruurd van Schuijlenburg, 2020

Vor einem halben Jahr wandte sich der niederländische Künstler Ruurd van Schuijlenburg an die Gedenkstätte Lager Sandbostel mit der Bitte, seinen Großonkel Geurt Dirksen aus dem niederländischen Dorf Putten und 33 weitere in Sandbostel verstorbene Männer aus demselben Dorf mit einem temporären Kunstprojekt zu ehren. Ben Middelkamp, ein befreundeter Künstler und Ruurd van Schuijlenburg wollten dazu gerne eine eigens erarbeitete Ausstellung in der Gedenkstätte Lager Sandbostel präsentieren.

Kamp Sandbostel I / Ben Middelkamp, 2020
Kamp Sandbostel I / Ben Middelkamp, 2020

Nach einem ersten Ortstermin waren wir schnell von dem Kunstprojekt und der Qualität der künstlerischen Arbeiten überzeugt. Ruurd van Schuijlenburg zeigt und würdigt in eindrucksvollen Bleistiftporträts "die Männer", alle aus Putten nach Sandbostel deportierten Männer in ihrem zivilen Alltag. Ben Middelkamp zeigt in expressionistischen Aquarellen "die Orte", vom Ort des Anschlages über die Kirche von Putten bis hin zum Stalag X B Sandbostel.
Ursprünglich war die Eröffnung der Sonderausstellung ‚Mannen uit Putten in Sandbostel, 1945‘ am 5. April 2020 um 15.00 Uhr, im Rahmen des Begleitprogramms zum 75. Jahrestag der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Gedenkstätte Lager Sandbostel aber bis auf weiteres geschlossen und sämtliche Veranstaltungen sind abgesagt.
Um aber die Männer aus Putten trotzdem zu würdigen (und die eigens für Sandbostel erarbeiteten Kunstwerke von Ruurd van Schuijlenburg und Ben Middelkamp einer Öffentlichkeit zu zeigen), haben wir uns entschlossen, die Sonderausstellung im Rahmen der virtuellen Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung umfassend auf unserer Homepage, in der „virtuellen Gedenkstätte“ zu präsentieren. Zum ursprünglich geplanten Eröffnungszeitpunkt, am Sonntag den 5. April um 15.00 Uhr werden wir die Sonderausstellung mit den Porträts der „Männer aus Putten“ und den Aquarellen von Ben Middelkamp freischalten.

Hintergrund zur Razzia in Putten:
Nach einem am 1. Oktober 1944 ausgeführten Anschlag der niederländischen Widerstandsbewegung bei dem drei deutsche Soldaten verletzt wurden und einer ums Leben kam, führte die Wehrmacht eine Razzia in dem in der Nähe gelegenen Dorf Putten durch. Als Repressalmaßnahme wurde zunächst die gesamte männliche Bevölkerung des Dorfes (660 Männer und Jugendliche ab 17 Jahre) festgenommen und schließlich 588 in das Konzentrationslager Neuengamme deportiert. Im Zuge der Räumung des KZ Neuengamme gelangten 46 von den Männern aus Putten mit einem Todesmarsch in das Stalag X B Sandbostel. Nur 12 von ihnen überlebten und kehrten nach der Befreiung zurück nach Putten.


Videovortrag von Carsten Karstensen, Gedenkstätte Lager Sandbostel

"KZ der Gestapo". Das Arbeitserziehungslager Bremen-Farge.

Ab Donnerstag den 26. März um 18.00 Uhr online auf unserer Homepage im "virtuellen Gedenkstättenbesuch" zu sehen

Eine gute Zeit, um neue Wege zu gehen: Da der für morgen geplante Vortrag zum Arbeitserziehungslager Bremen-Farge aufgrund der aktuellen Schließung der Gedenkstätte nicht stattfinden kann, haben wir ihn zusammen mit dem Referenten Carsten Karstensen für Eurch aufgezeichnet. Das Video wird ab morgen um 18 Uhr in unserem "Virtuellen Gedenkstättenbesuch" zu sehen sein.

Großbaustelle U-Bootbunker Valentin. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB
Großbaustelle U-Bootbunker Valentin. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB

„Pass auf oder du kommst nach Farge“ - mit diesem Satz wird im Zweiten Weltkrieg den Arbeitern der Bremer Industrie gedroht. Hinter dieser Drohung verbirgt sich das Arbeitserziehungslager (AEL) in Bremen-Farge. Im Gegensatz zu Konzentrationslagern ist die Geschichte von AEL im Nationalsozialismus vielen Deutschen nicht bekannt.
Von der Gestapo errichtet, dient es im Krieg der „Disziplinierung“ derer, die nicht die nationalsozialistischen Vorstellungen von „Deutscher Arbeit“ erfüllen: Sogenannter „Bummelanten“ und „Arbeitsverweigerer“. In seinen brutalen Arbeits– und Lebensbedingungen kommt dieses Lager einem Konzentrationslager nahe: Hunger, harte Zwangsarbeit an einem der größten deutschen Rüstungsprojekte des Krieges – dem U-Boot-Bunker Valentin - und brutale Misshandlungen durch die Wachmannschaften stehen an der Tagesordnung. Die wenigsten Täter werden je zur Rechenschaft gezogen.

Häftlinge arbeiten an der Betondecke des Bunkers. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB
Häftlinge arbeiten an der Betondecke des Bunkers. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB

„Es gab Tage ohne Misshandlungen, und dann sagten wir zu einander: ››Es stimmt irgendetwas nicht. Es gab heute keine Schläge. Besser, wir passen morgen gut auf, Leute«“
Dieses Zitat des irischen Häftlings, Harry Callan, –  der zusammen mit 31 weiteren Seeleuten dort mehr als zwei Jahre inhaftiert war -  zeigt die katastrophalen Lebensbedingungen und die hilflose Auslieferung der Häftlinge gegenüber der Brutalität der Wachmannschaften. Solche Zustände führten dazu, dass das AEL-Farge, als eines der Todeslager unter den AEL bekannt wurde.

Der Vortrag in der Gedenkstätte Lager Sandbostel behandelt die Fragestellungen: Welche Gründe sorgten für die Etablierung dieses Lagertyps und was unterschied ein AEL von einem Konzentrationslager? Welche politischen und wirtschaftlichen Akteure waren beteiligt und verantwortlich? Wer wurde in ein AEL eingewiesen und wie sah der Alltag der Inhaftierten dort aus? 


24.3.2020

Information zur Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B am 29. April 2020

Aufgrund der aktuellen Covid 19-Pandemie muss die Gedenkveranstaltung zur Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B am 29. April, dem 75. Jahrestag, entfallen. Stattdessen wird es eine Zeremonie und eine Kranzniederlegung ohne Gäste geben. Auf der "Kriegsgräberstätte Sandbostel", dem ehemaligen Lagerfriedhof, wird darüber hinaus ein temporäres Denkmal installiert und wir möchten Sie dazu einladen, sich daran zu beteiligen.

Für das Projekt "Call for Remembrance" freuen wir uns über:

- E-Mails oder Briefe mit ihren Gedanken
- Fotos von Ihnen, Ihrer Familie oder historische Aufnahmen (nur Nachdrucke!)
- Symbolische Objekte, wie z.B. Trauerbänder, Kunstblumen, Steinchen oder sonstige Erinnerungszeichen

Bitte senden Sie uns Ihren Beitrag zu dem Denkmal bis zum 19. April per E-Mail (an gedenken2.0@stiftung-lager-sandbostel.de) oder Post (Gedenkstätte Lager Sandbostel, Greftstraße 3, 27446 Sandbostel) zu. Bitte nennen sie das Stichwort "Call for Remembrance", damit wir wissen, dass Sie mit einer Veröffentlichung im Rahmen des Denkmals und der Dokumentation des Projekts einverstanden sind. Ihre Adresse, E-Mail oder voller Name werden nicht veröffentlicht.

Bitte verzichten Sie auf Zusendungen mit hohem materiellem oder persönlichem Wert, wie z.B. historische Fotos oder Einzelstücke. Ein Rückversand findet nicht statt!

Das temporäre „Call for Remembrance“-Denkmal werden wir am 29. April auf unserer Homepage und in unseren sozialen Medien im Rahmen der virtuellen Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Befreiung des Stalag X B und im Gedenken an die Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge, die im Stalag X B gelitten haben und gestorben sind, präsentieren.

 

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge. Vielen Dank!


Virtueller Gedenkstättenbesuch

Aufgrund der aktuellen Covid-19-Pandemie ist die Gedenkstätte Lager Sandbostel für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Besuchsbetreuung ist eingestellt und sämtliche Veranstaltungen abgesagt. Wir versuchen aber während der Schließung mit einem erweiterten digitalen Angebot zumindest virtuell den Besuch der Gedenkstätte Lager Sandbostel zu ermöglichen.
Dazu werden hier in verschiedenen Formaten Filme, Videovorträge, Texte und Audiofiles präsentiert, die einen realen Besuch natürlich nicht ersetzen können oder sollen. Der/die geneigte Besucher*in kann sich aber zumindest einen ersten visuellen Eindruck über die Ausstellungen und die Inhalte und das Außengelände machen.


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Vortrag von Carsten Karstensen, Gedenkstätte Lager Sandbostel - fällt aus wegen der Covid-19-Pandemie

"KZ der Gestapo". Das Arbeitserziehungslager Bremen-Farge.

Donnerstag, 26. März, 18.00 Uhr, Foyer im Ausstellungsgebäude

Großbaustelle U-Bootbunker Valentin. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB
Großbaustelle U-Bootbunker Valentin. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB

„Pass auf oder du kommst nach Farge“ - mit diesem Satz wird im Zweiten Weltkrieg den Arbeitern der Bremer Industrie gedroht. Hinter dieser Drohung verbirgt sich das Arbeitserziehungslager (AEL) in Bremen-Farge. Im Gegensatz zu Konzentrationslagern ist die Geschichte von AEL im Nationalsozialismus vielen Deutschen nicht bekannt.
Von der Gestapo errichtet, dient es im Krieg der „Disziplinierung“ derer, die nicht die nationalsozialistischen Vorstellungen von „Deutscher Arbeit“ erfüllen: Sogenannter „Bummelanten“ und „Arbeitsverweigerer“. In seinen brutalen Arbeits– und Lebensbedingungen kommt dieses Lager einem Konzentrationslager nahe: Hunger, harte Zwangsarbeit an einem der größten deutschen Rüstungsprojekte des Krieges – dem U-Boot-Bunker Valentin - und brutale Misshandlungen durch die Wachmannschaften stehen an der Tagesordnung. Die wenigsten Täter werden je zur Rechenschaft gezogen.

Häftlinge arbeiten an der Betondecke des Bunkers. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB
Häftlinge arbeiten an der Betondecke des Bunkers. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB

„Es gab Tage ohne Misshandlungen, und dann sagten wir zu einander: ››Es stimmt irgendetwas nicht. Es gab heute keine Schläge. Besser, wir passen morgen gut auf, Leute«“
Dieses Zitat des irischen Häftlings, Harry Callan, –  der zusammen mit 31 weiteren Seeleuten dort mehr als zwei Jahre inhaftiert war -  zeigt die katastrophalen Lebensbedingungen und die hilflose Auslieferung der Häftlinge gegenüber der Brutalität der Wachmannschaften. Solche Zustände führten dazu, dass das AEL-Farge, als eines der Todeslager unter den AEL bekannt wurde.

Der Vortrag in der Gedenkstätte Lager Sandbostel behandelt die Fragestellungen: Welche Gründe sorgten für die Etablierung dieses Lagertyps und was unterschied ein AEL von einem Konzentrationslager? Welche politischen und wirtschaftlichen Akteure waren beteiligt und verantwortlich? Wer wurde in ein AEL eingewiesen und wie sah der Alltag der Inhaftierten dort aus? 


Öffentlicher Rundgang - fällt aus wegen der Covid-19-Pandemie

Sonntag, 22. März 2020, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellung kann im Anschluss besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


Der ehrenamtliche Arbeitstag am Samstag den 14. März fällt aus!

Der nächste ehrenamtliche Arbeits- und Aufräumtag findet am Samstag den 14. März 2020 von 9.00 - 15.00 Uhr statt.

Sie sind herzlich eingeladen, die Gedenkstätte an diesem Tag ganz praktisch, beispielsweise beim Aufräumen und der Geländegestaltung, zu unterstützen.

Fachwissen und Arbeitsgerät ist nicht notwendig. Für die Verpflegung ist gesorgt.


Externer Vortrag

Von der „Euthanasie“ zum Holocaust. Ein Stolperstein und ein neuer Bilderfund zur Geschichte des nationalsozialistischen Vernichtungsprogramms.
Vortrag von Dr. Andreas Kahrs, Berlin und Michael Quelle, Stade

10. März 2020, 19.00 Uhr, Gemeinderaum der Michaelskirche Rotenburg, Bischofstraße 8, 27356 Rotenburg

Das Lagertor von Sobibor im Frühjahr 1943. Durch das Tor wurden Jüdinnen und Juden aus der Region zu Fuß, auf Lkw oder Pferdefuhrwerken in das Mordlager getrieben. © USHMM
Das Lagertor von Sobibor im Frühjahr 1943. Durch das Tor wurden Jüdinnen und Juden aus der Region zu Fuß, auf Lkw oder Pferdefuhrwerken in das Mordlager getrieben. © USHMM

Der Gedenkstättenverein Sandbostel e.V. begibt sich Ende März auf Spurensuche zu der sogenannten „Aktion Reinhard“ im heutigen Osten Polens. Vorbereitender Teil der Bildungsreise ist eine öffentliche Informationsveranstaltung, in der die Hintergründe der „Aktion Reinhard“ erläutert werden.

Mit der Veranstaltung möchten wir in die Geschichte der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik einführen. Insbesondere wird der Zusammenhang zwischen der sogenannten „Euthanasie“, bzw. dem „Aktion T4“ genannten Mord an zahlreichen als vermeintlich unheilbar krank oder „lebensunwert“ deklarierten Patientinnen und Patienten und der industriellen Massenvernichtung von Menschen in den Todeslagern der sogenannten „Aktion Reinhard“ dargestellt.

Auch in Niedersachsen fielen hunderte Menschen dem nationalsozialistischen Patientenmord zum Opfer. Der Stader Regionalforscher Michael Quelle wird die verschiedenen „Euthanasieaktionen“ und ihre Auswirkungen auf Bewohnerinnen und Bewohner des Landkreises Rotenburg und auf die Bewohnerschaft der Rotenburger Anstalten darstellen.

Trawniki bei demonstrativen Schießübungen im Hof der Kommandantur des Vernichtungslagers Belzec, angeleitet von Johann Niemann (Mitte), Frühjahr 1942. © USHMM
Trawniki bei demonstrativen Schießübungen im Hof der Kommandantur des Vernichtungslagers Belzec, angeleitet von Johann Niemann (Mitte), Frühjahr 1942. © USHMM

Dr. Andreas Kahrs ist Mitglied des Bildungswerk Stanislaw Hantz, das im Januar dieses Jahres unter großem öffentlichem Interesse einen Foto-Fund aus dem Nachlass des SS-Manns Johann Niemann präsentierte. Diese Fotos visualisieren die Entwicklung des nationalsozialistischen Mordprogramms aus der Perspektive eines Täters. Niemann war zunächst als sogenannter „Brenner“ in den Mordzentralen der „Euthanasie“ in Brandenburg, Bernburg und Grafeneck eingesetzt, danach brachte er sein „Expertenwissen“ in die neu eingerichteten Vernichtungslager der „Aktion Reinhard“, Belzec und Sobibor ein.

Dr. Andreas Kahrs (Berlin) ist Historiker und Mitautor des Buches „Fotos aus Sobibor – Die Niemann-Sammlung zu Holocaust und Nationalsozialismus“. Er organisiert seit vielen Jahren Bildungsprojekte zum Holocaust in Polen und begleitet auch die Bildungsreise des Gedenkstättenvereins Sandbostel e.V. in die Region Lublin.

Michael Quelle (Stade) erforscht seit vielen Jahren die regionale Geschichte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in den Landkreisen Rotenburg und Stade. Er war an der Geschichtsaufarbeitung der Rotenburger Anstalten beteiligt und forscht aktuell zu den verschiedensten NS-Opfergruppen mit Bezug zum Landkreis Stade.


Öffentlicher Rundgang

Sonntag, 8. März 2020, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellung kann im Anschluss besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


"STALAG X B 2015-2018" Ausstellungseröffnung und Katalogpräsentation mit dem Fotografen Jost Wischnewski am Mittwoch, 4. März 2020, 16.00 Uhr.


Sonderausstellung:

„Stalag XB 2015-2017“. Fotografien von Jost Wischnewski, Worpswede
4. März bis zum 3. April 2020, Bernard Le Godais-Saal, Greftstraße 3, 27446 Sandbostel

Der Fotograf Jost Wischnewski begleitete von 2015 bis 2018 die Aufräumarbeiten auf dem zusätzlich erworbenen Areal der Gedenkstätte Lager Sandbostel. Mit einem Gespür für die auratische Stimmung jedes kleinen Winkels erforschte er die verfallenen Gebäude und das Außengelände. Immer wieder fand er dort Motive, in denen die Vergangenheit dieses Ortes durch Relikte der Zeitgeschichte nachvollziehbar werden. Ein kurzer Zeitabschnitt der Vergangenheit ist für die Zukunft gesichert.

Die 23 gezeigten Fotografien sind Bestandteil eines umfassenden Kataloges mit Fotografien der Aufräum- und Umgestaltungsmaßnahmen von Jost Wischnewski. Der 128 Seiten starke Katalog ist ab der Ausstellungseröffnung erhältlich.


Der nächste ehrenamtliche Arbeits- und Aufräumtag findet am Samstag den 29. Februar 2020 von 9.00 - 15.00 Uhr statt.

Sie sind herzlich eingeladen, die Gedenkstätte an diesem Tag ganz praktisch, beispielsweise beim Aufräumen und der Geländegestaltung, zu unterstützen.

Fachwissen und Arbeitsgerät ist nicht notwendig. Für die Verpflegung ist gesorgt.


Öffentlicher Rundgang

Sonntag, 23. Februar 2020, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellung kann im Anschluss besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


gut:jetzt! – Rette sich, wer kann!? - Denkgottesdienst in der evangelischen Lagerkirche (Greftstr., 27446 Sandbostel) am Sonntag, 16. Februar 2020, 18.00 Uhr.
Eine Veranstaltung der St.-Lamberti Kirchengemeinde Selsingen und des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven

Der Verein „United4rescue – gemeinsam retten“ will retten. Die Evangelische Kirche ist einer der Bündnispartner. Ein Schiff zur Seenotrettung soll gekauft werden. Ein klares Zeichen. In einer Zeit in der man von Staaten und rechten Parteien eher ein „rette sich, wer kann“ oder „wir zuerst“ zu hören bekommt. - Ohne einen Blick für andere? … wer rettet dich und mich irgendwann mal? Auf wen kannst du dich verlassen? Schon mal überlegt, was passiert, wenn die Person, die dich oder mich retten könnte, uns nicht sieht? … äh, nicht sehen will, weil sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist? Wer rettet wen, wann und warum? … und was ist der Preis? Und du? Hast du die Menschen in deinem Umfeld im Blick? Würdest du merken, wenn jemand in Not ist? Oder bist du viel zu sehr mit dir selber beschäftigt? - Retten kann retten. Dich auch. Andere ebenso.

Im Frühjahr jährt sich die Rettung der Insassen vieler Lager der Nazis europaweit zum 75. Mal. Für Millionen anderer kam jedoch damals jede Rettung zu spät. Viel zu spät. – In Sandbostel sind es die britischen Soldaten, die das Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager am 29. April 1945 befreien und somit vielen verbliebenen Häftlingen das Leben retten.


Öffentlicher Rundgang

Sonntag, 9. Februar 2020, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellung kann im Anschluss besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


Argumentationstraining gegen rechte Parolen - Lehrerfortbildung mit Maik Bischoff, Braunschweig

6. Februar 2020, 13.00 - 17.00 Uhr, Seminarraum im Ausstellungsgebäude, Greftstr. 3, 27446 Sandbostel

Eine Veranstaltung des Gedenkstättenvereins Sandbostel e.V.

Wie gehe ich um mit rechten Parolen und rechtem Vokabular und Gedankengut? Wie gehe ich mit Schülerinnen und Schülern um, die bewusst menschenfeindliche Ideologien im Unterricht äußern, nachplappern oder damit provozieren wollen? Wie kann, darf und muss ich als Lehrer/in reagiern?


"Das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen und der KZ-Häftlinge im Stalag X B" -
Themenrundgang anlässlich des Tags des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus

26. Januar 2020, 14.00, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude, Greftstr. 3, 27446 Sandbostel

KZ-Häftlinge in einem extra gesicherten Bereich. Foto: vmtl. G. Chertier, zw. 20. und 29.4.1945, GLS (Bestand M. Joannon)
KZ-Häftlinge in einem extra gesicherten Bereich. Foto: vmtl. G. Chertier, zw. 20. und 29.4.1945, GLS (Bestand M. Joannon)

Anlässlich des Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus wird während des Rundganges insbesondere das Schicksal der beiden größten Opfergruppen im Stalag X B in den Mittelpunkt gestellt: der sowjetischen Kriegsgefangenen und der ab 12. April 1945 nach Sandbostel kommenden KZ-Häftlinge. Bei dem Rundgang erfolgt zunächst eine Einführung in der Dauerausstellung und dann ein Rundgang über das Außengelände zu den für das Schicksal beider Hauptopfergruppen bedeutsamen Orten.

 

Dauer etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


Öffentlicher Rundgang

Sonntag, 12. Januar 2020, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellung kann im Anschluss besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


Winterpause

Die Gedenkstätte Lager Sandbostel ist vom 23. Dezember 2019 bis zum 5. Januar 2020 geschlossen.

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