Veranstaltungen 2020


Videovortrag von Carsten Karstensen, Gedenkstätte Lager Sandbostel

"KZ der Gestapo". Das Arbeitserziehungslager Bremen-Farge.

Ab Donnerstag den 26. März um 18.00 Uhr online auf unserer Homepage im "virtuellen Gedenkstättenbesuch" zu sehen

Eine gute Zeit, um neue Wege zu gehen: Da der für morgen geplante Vortrag zum Arbeitserziehungslager Bremen-Farge aufgrund der aktuellen Schließung der Gedenkstätte nicht stattfinden kann, haben wir ihn zusammen mit dem Referenten Carsten Karstensen für Eurch aufgezeichnet. Das Video wird ab morgen um 18 Uhr in unserem "Virtuellen Gedenkstättenbesuch" zu sehen sein.

Großbaustelle U-Bootbunker Valentin. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB
Großbaustelle U-Bootbunker Valentin. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB

„Pass auf oder du kommst nach Farge“ - mit diesem Satz wird im Zweiten Weltkrieg den Arbeitern der Bremer Industrie gedroht. Hinter dieser Drohung verbirgt sich das Arbeitserziehungslager (AEL) in Bremen-Farge. Im Gegensatz zu Konzentrationslagern ist die Geschichte von AEL im Nationalsozialismus vielen Deutschen nicht bekannt.
Von der Gestapo errichtet, dient es im Krieg der „Disziplinierung“ derer, die nicht die nationalsozialistischen Vorstellungen von „Deutscher Arbeit“ erfüllen: Sogenannter „Bummelanten“ und „Arbeitsverweigerer“. In seinen brutalen Arbeits– und Lebensbedingungen kommt dieses Lager einem Konzentrationslager nahe: Hunger, harte Zwangsarbeit an einem der größten deutschen Rüstungsprojekte des Krieges – dem U-Boot-Bunker Valentin - und brutale Misshandlungen durch die Wachmannschaften stehen an der Tagesordnung. Die wenigsten Täter werden je zur Rechenschaft gezogen.

Häftlinge arbeiten an der Betondecke des Bunkers. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB
Häftlinge arbeiten an der Betondecke des Bunkers. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB

„Es gab Tage ohne Misshandlungen, und dann sagten wir zu einander: ››Es stimmt irgendetwas nicht. Es gab heute keine Schläge. Besser, wir passen morgen gut auf, Leute«“
Dieses Zitat des irischen Häftlings, Harry Callan, –  der zusammen mit 31 weiteren Seeleuten dort mehr als zwei Jahre inhaftiert war -  zeigt die katastrophalen Lebensbedingungen und die hilflose Auslieferung der Häftlinge gegenüber der Brutalität der Wachmannschaften. Solche Zustände führten dazu, dass das AEL-Farge, als eines der Todeslager unter den AEL bekannt wurde.

Der Vortrag in der Gedenkstätte Lager Sandbostel behandelt die Fragestellungen: Welche Gründe sorgten für die Etablierung dieses Lagertyps und was unterschied ein AEL von einem Konzentrationslager? Welche politischen und wirtschaftlichen Akteure waren beteiligt und verantwortlich? Wer wurde in ein AEL eingewiesen und wie sah der Alltag der Inhaftierten dort aus? 


24.3.2020

Information zur Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B am 29. April 2020

Aufgrund der aktuellen Covid 19-Pandemie muss die Gedenkveranstaltung zur Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B am 29. April, dem 75. Jahrestag, entfallen. Stattdessen wird es eine Zeremonie und eine Kranzniederlegung ohne Gäste geben. Auf der "Kriegsgräberstätte Sandbostel", dem ehemaligen Lagerfriedhof, wird darüber hinaus ein temporäres Denkmal installiert und wir möchten Sie dazu einladen, sich daran zu beteiligen.

Für das Projekt "Call for Remembrance" freuen wir uns über:

- E-Mails oder Briefe mit ihren Gedanken
- Fotos von Ihnen, Ihrer Familie oder historische Aufnahmen (nur Nachdrucke!)
- Symbolische Objekte, wie z.B. Trauerbänder, Kunstblumen, Steinchen oder sonstige Erinnerungszeichen

Bitte senden Sie uns Ihren Beitrag zu dem Denkmal bis zum 15. April per E-Mail (an gedenken2.0@stiftung-lager-sandbostel.de) oder Post (Gedenkstätte Lager Sandbostel, Greftstraße 3, 27446 Sandbostel) zu. Bitte nennen sie das Stichwort "Call for Remebrance", damit wir wissen, dass Sie mit einer Veröffentlichung im Rahmen des Denkmals und der Dokumentation des Projekts einverstanden sind. Ihre Adresse, E-Mail oder voller Name werden nicht veröffentlicht.

Bitte verzichten Sie auf Zusendungen mit hohem materiellem oder persönlichem Wert, wie z.B. historische Fotos oder Einzelstücke. Ein Rückversand findet nicht statt!

Das temporäre „Call for Remembrance“-Denkmal werden wir am 29. April auf unserer Homepage und in unseren sozialen Medien im Rahmen der virtuellen Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Befreiung des Stalag X B und im Gedenken an die Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge, die im Stalag X B gelitten haben und gestorben sind, präsentieren.

 

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge. Vielen Dank!


Virtueller Gedenkstättenbesuch

Aufgrund der aktuellen Covid-19-Pandemie ist die Gedenkstätte Lager Sandbostel für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Besuchsbetreuung ist eingestellt und sämtliche Veranstaltungen abgesagt. Wir versuchen aber während der Schließung mit einem erweiterten digitalen Angebot zumindest virtuell den Besuch der Gedenkstätte Lager Sandbostel zu ermöglichen.
Dazu werden hier in verschiedenen Formaten Filme, Texte und Audiofiles präsentiert, die einen realen Besuch natürlich nicht ersetzen können oder sollen. Der/die geneigte Besucher*in kann sich aber zumindest einen ersten visuellen Eindruck über die Ausstellungen und die Inhalte und das Außengelände machen.


geschlossen - مغلق - closed - fermé - סגור - chiuso - Gesloten - Zamknięte - закры́тый - Cerrado


Wichtige Information zur aktuellen Situation der Gedenkstätte, Stand 17. März 2020

Aufgrund der aktuellen Corona-(Covid-19)-Pandemie müssen wir mit großem Bedauern die angekündigten Veranstaltungen, Vorträge und/oder Rundgänge in der Gedenkstätte Lager Sandbostel vorerst bis Ende April absagen. Dies betrifft auch die Jubiläumsveranstaltung zur 15jährigen Stiftungsgründung (17.4), die Fachtagung zu den "Todesmärschen im Elbe-Weser-Dreieck" (18.4) und die große Gedenkveranstaltung anläßlich des 75. Jahrestags der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B (29.4). Am 29.4 werden wir in deutlich kleinerem Rahmen der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge gedenken, die in Sandbostel gelitten haben und gestorben sind. Diese Veranstaltung, aber auch andere Vorträge (die ohne Publikum aufgenommen werden) werden wir auf unseren Social Media Kanälen zum Mitverfolgen anbieten (facebook: www.facebook.com/gedenkstaettelagersandbostel; instagram: www.instagram.de/gedenkstaettelagersandbostel).

Den regulären Gedenkstättenbetrieb, die sonst üblichen Öffnungenzeiten, die öffentlichen Sonntags- und die  Themenrundgänge werden wir ebenfalls vorerst einstellen, wobei wir in der Gedenkstätte per E-Mail erreichbar sind und für Anfragen, Auskünfte etc. zur Verfügung stehen.

Wir bedauern diese Absagen sehr, aber nach reiflichen Überlegungen und Abwägungen ist dieser Schritt in der heutigen Zeit zum Schutz unserer Besucherinnen und Besucher aber auch unserer Kolleginnen und Kollegen leider unausweichlich. Auf unserer Homepage und auf unseren Social Media-Kanälen werden wir Interessierte kontinuierlich über den aktuellen Stand informieren.


Important information about the current situation of the Camp Memorial as at March 17, 2020

Due to the current Corona-(Covid-19)-pandemic, we have decided to cancel our various public events, presentations and/or guided tours and to regulate visits to the Sandbostel Camp Memorial until the end of April. This will also include the foundation’s 15th anniversary event (April 17), the specialist conference on “Death marches in the Elbe-Weser triangle” (April 18) and the commemorative event on the occasion of the 75th anniversary of the liberation of the prisoners of war and concentration camp prisoners of Stalag X B (April 29). On April 29, we will commemorate the prisoners of war and concentration camp prisoners who suffered and died in Sandbostel in a smaller frame. However, we will still offer this event as well as other presentations (which will be recorded without an audience) on our social media channels for you to follow (facebook: www.facebook.com/gedenkstaettelagersandbostel; instagram: www.instagram.de/gedenkstaettelagersandbostel)

Furthermore, the Sandbostel Camp Memorial will not continue its usual business and is no longer offering guided tours on Sunday or special topic-based tours. However, you can still contact us with regard to inquiries you may have or specific information you may need email.

We are very sorry for these cancellations, but after careful consideration, these steps unfortunately seem inevitable in order to protect our visitors as well as our colleagues.
Nevertheless, we will keep you informed about the current status on our homepage and social media channels.


Informations importantes sur la situation actuelle au mémorial en date du 17 mars 2020

En raison de la pandémie actuelle de Corona (Covid-19), nous devons malheureusement annuler tous les événéments, conférences et visites au Mémorial du Camp Sandbostel d'ici jusqu'à la fin avril. Cela vaut également pour la commémoration du 15e anniversaire de notre fondation le 17 avril, la conférence sur "les  marches de la mort entre l’Elbe et la Weser" le 18 avril et le grand événement commémoratif du 75e anniversaire de la libération du Stalag XB le 29 avril 2020. Ce jour là, nous allons commémorer le sort des prisonniers de guerre et déportés qui ont souffert et sont morts au camp de Sandbostel à une échelle beaucoup plus petite. Nous montrerons cet événement ainsi que d'autres conférences (qui seront enregistrées sans public) sur les réseaux sociaux (facebook: www.facebook.com/gedenkstaettelagersandbostel; instagram: www.instagram.de/gedenkstaettelagersandbostel)

Nous cesserons également le service régulier et les visites publiques mais nous pouvons toujours être contactés par téléphone et par courrier électronique au mémorial pendant les heures d'ouverture normales et nous sommes disponibles pour des demandes de renseignements, des informations, etc.

Nous sommes vraiment désolés pour ces annulations, mais cette décision est malheureusement inévitable pour protéger nos visiteurs ainsi que nos collègues. Sur notre site Internet et sur nos réseaux sociaux, nous vous tiendrons constamment informées de l‘évolution actuelle.


Vortrag von Carsten Karstensen, Gedenkstätte Lager Sandbostel - fällt aus wegen der Covid-19-Pandemie

"KZ der Gestapo". Das Arbeitserziehungslager Bremen-Farge.

Donnerstag, 26. März, 18.00 Uhr, Foyer im Ausstellungsgebäude

Großbaustelle U-Bootbunker Valentin. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB
Großbaustelle U-Bootbunker Valentin. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB

„Pass auf oder du kommst nach Farge“ - mit diesem Satz wird im Zweiten Weltkrieg den Arbeitern der Bremer Industrie gedroht. Hinter dieser Drohung verbirgt sich das Arbeitserziehungslager (AEL) in Bremen-Farge. Im Gegensatz zu Konzentrationslagern ist die Geschichte von AEL im Nationalsozialismus vielen Deutschen nicht bekannt.
Von der Gestapo errichtet, dient es im Krieg der „Disziplinierung“ derer, die nicht die nationalsozialistischen Vorstellungen von „Deutscher Arbeit“ erfüllen: Sogenannter „Bummelanten“ und „Arbeitsverweigerer“. In seinen brutalen Arbeits– und Lebensbedingungen kommt dieses Lager einem Konzentrationslager nahe: Hunger, harte Zwangsarbeit an einem der größten deutschen Rüstungsprojekte des Krieges – dem U-Boot-Bunker Valentin - und brutale Misshandlungen durch die Wachmannschaften stehen an der Tagesordnung. Die wenigsten Täter werden je zur Rechenschaft gezogen.

Häftlinge arbeiten an der Betondecke des Bunkers. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB
Häftlinge arbeiten an der Betondecke des Bunkers. Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB

„Es gab Tage ohne Misshandlungen, und dann sagten wir zu einander: ››Es stimmt irgendetwas nicht. Es gab heute keine Schläge. Besser, wir passen morgen gut auf, Leute«“
Dieses Zitat des irischen Häftlings, Harry Callan, –  der zusammen mit 31 weiteren Seeleuten dort mehr als zwei Jahre inhaftiert war -  zeigt die katastrophalen Lebensbedingungen und die hilflose Auslieferung der Häftlinge gegenüber der Brutalität der Wachmannschaften. Solche Zustände führten dazu, dass das AEL-Farge, als eines der Todeslager unter den AEL bekannt wurde.

Der Vortrag in der Gedenkstätte Lager Sandbostel behandelt die Fragestellungen: Welche Gründe sorgten für die Etablierung dieses Lagertyps und was unterschied ein AEL von einem Konzentrationslager? Welche politischen und wirtschaftlichen Akteure waren beteiligt und verantwortlich? Wer wurde in ein AEL eingewiesen und wie sah der Alltag der Inhaftierten dort aus? 


Öffentlicher Rundgang - fällt aus wegen der Covid-19-Pandemie

Sonntag, 22. März 2020, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellung kann im Anschluss besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


Der ehrenamtliche Arbeitstag am Samstag den 14. März fällt aus!

Der nächste ehrenamtliche Arbeits- und Aufräumtag findet am Samstag den 14. März 2020 von 9.00 - 15.00 Uhr statt.

Sie sind herzlich eingeladen, die Gedenkstätte an diesem Tag ganz praktisch, beispielsweise beim Aufräumen und der Geländegestaltung, zu unterstützen.

Fachwissen und Arbeitsgerät ist nicht notwendig. Für die Verpflegung ist gesorgt.


Externer Vortrag

Von der „Euthanasie“ zum Holocaust. Ein Stolperstein und ein neuer Bilderfund zur Geschichte des nationalsozialistischen Vernichtungsprogramms.
Vortrag von Dr. Andreas Kahrs, Berlin und Michael Quelle, Stade

10. März 2020, 19.00 Uhr, Gemeinderaum der Michaelskirche Rotenburg, Bischofstraße 8, 27356 Rotenburg

Das Lagertor von Sobibor im Frühjahr 1943. Durch das Tor wurden Jüdinnen und Juden aus der Region zu Fuß, auf Lkw oder Pferdefuhrwerken in das Mordlager getrieben. © USHMM
Das Lagertor von Sobibor im Frühjahr 1943. Durch das Tor wurden Jüdinnen und Juden aus der Region zu Fuß, auf Lkw oder Pferdefuhrwerken in das Mordlager getrieben. © USHMM

Der Gedenkstättenverein Sandbostel e.V. begibt sich Ende März auf Spurensuche zu der sogenannten „Aktion Reinhard“ im heutigen Osten Polens. Vorbereitender Teil der Bildungsreise ist eine öffentliche Informationsveranstaltung, in der die Hintergründe der „Aktion Reinhard“ erläutert werden.

Mit der Veranstaltung möchten wir in die Geschichte der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik einführen. Insbesondere wird der Zusammenhang zwischen der sogenannten „Euthanasie“, bzw. dem „Aktion T4“ genannten Mord an zahlreichen als vermeintlich unheilbar krank oder „lebensunwert“ deklarierten Patientinnen und Patienten und der industriellen Massenvernichtung von Menschen in den Todeslagern der sogenannten „Aktion Reinhard“ dargestellt.

Auch in Niedersachsen fielen hunderte Menschen dem nationalsozialistischen Patientenmord zum Opfer. Der Stader Regionalforscher Michael Quelle wird die verschiedenen „Euthanasieaktionen“ und ihre Auswirkungen auf Bewohnerinnen und Bewohner des Landkreises Rotenburg und auf die Bewohnerschaft der Rotenburger Anstalten darstellen.

Trawniki bei demonstrativen Schießübungen im Hof der Kommandantur des Vernichtungslagers Belzec, angeleitet von Johann Niemann (Mitte), Frühjahr 1942. © USHMM
Trawniki bei demonstrativen Schießübungen im Hof der Kommandantur des Vernichtungslagers Belzec, angeleitet von Johann Niemann (Mitte), Frühjahr 1942. © USHMM

Dr. Andreas Kahrs ist Mitglied des Bildungswerk Stanislaw Hantz, das im Januar dieses Jahres unter großem öffentlichem Interesse einen Foto-Fund aus dem Nachlass des SS-Manns Johann Niemann präsentierte. Diese Fotos visualisieren die Entwicklung des nationalsozialistischen Mordprogramms aus der Perspektive eines Täters. Niemann war zunächst als sogenannter „Brenner“ in den Mordzentralen der „Euthanasie“ in Brandenburg, Bernburg und Grafeneck eingesetzt, danach brachte er sein „Expertenwissen“ in die neu eingerichteten Vernichtungslager der „Aktion Reinhard“, Belzec und Sobibor ein.

Dr. Andreas Kahrs (Berlin) ist Historiker und Mitautor des Buches „Fotos aus Sobibor – Die Niemann-Sammlung zu Holocaust und Nationalsozialismus“. Er organisiert seit vielen Jahren Bildungsprojekte zum Holocaust in Polen und begleitet auch die Bildungsreise des Gedenkstättenvereins Sandbostel e.V. in die Region Lublin.

Michael Quelle (Stade) erforscht seit vielen Jahren die regionale Geschichte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in den Landkreisen Rotenburg und Stade. Er war an der Geschichtsaufarbeitung der Rotenburger Anstalten beteiligt und forscht aktuell zu den verschiedensten NS-Opfergruppen mit Bezug zum Landkreis Stade.


Öffentlicher Rundgang

Sonntag, 8. März 2020, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellung kann im Anschluss besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


"STALAG X B 2015-2018" Ausstellungseröffnung und Katalogpräsentation mit dem Fotografen Jost Wischnewski am Mittwoch, 4. März 2020, 16.00 Uhr.


Sonderausstellung:

„Stalag XB 2015-2017“. Fotografien von Jost Wischnewski, Worpswede
4. März bis zum 3. April 2020, Bernard Le Godais-Saal, Greftstraße 3, 27446 Sandbostel

Der Fotograf Jost Wischnewski begleitete von 2015 bis 2018 die Aufräumarbeiten auf dem zusätzlich erworbenen Areal der Gedenkstätte Lager Sandbostel. Mit einem Gespür für die auratische Stimmung jedes kleinen Winkels erforschte er die verfallenen Gebäude und das Außengelände. Immer wieder fand er dort Motive, in denen die Vergangenheit dieses Ortes durch Relikte der Zeitgeschichte nachvollziehbar werden. Ein kurzer Zeitabschnitt der Vergangenheit ist für die Zukunft gesichert.

Die 23 gezeigten Fotografien sind Bestandteil eines umfassenden Kataloges mit Fotografien der Aufräum- und Umgestaltungsmaßnahmen von Jost Wischnewski. Der 128 Seiten starke Katalog ist ab der Ausstellungseröffnung erhältlich.


Der nächste ehrenamtliche Arbeits- und Aufräumtag findet am Samstag den 29. Februar 2020 von 9.00 - 15.00 Uhr statt.

Sie sind herzlich eingeladen, die Gedenkstätte an diesem Tag ganz praktisch, beispielsweise beim Aufräumen und der Geländegestaltung, zu unterstützen.

Fachwissen und Arbeitsgerät ist nicht notwendig. Für die Verpflegung ist gesorgt.


Öffentlicher Rundgang

Sonntag, 23. Februar 2020, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellung kann im Anschluss besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


gut:jetzt! – Rette sich, wer kann!? - Denkgottesdienst in der evangelischen Lagerkirche (Greftstr., 27446 Sandbostel) am Sonntag, 16. Februar 2020, 18.00 Uhr.
Eine Veranstaltung der St.-Lamberti Kirchengemeinde Selsingen und des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven

Der Verein „United4rescue – gemeinsam retten“ will retten. Die Evangelische Kirche ist einer der Bündnispartner. Ein Schiff zur Seenotrettung soll gekauft werden. Ein klares Zeichen. In einer Zeit in der man von Staaten und rechten Parteien eher ein „rette sich, wer kann“ oder „wir zuerst“ zu hören bekommt. - Ohne einen Blick für andere? … wer rettet dich und mich irgendwann mal? Auf wen kannst du dich verlassen? Schon mal überlegt, was passiert, wenn die Person, die dich oder mich retten könnte, uns nicht sieht? … äh, nicht sehen will, weil sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist? Wer rettet wen, wann und warum? … und was ist der Preis? Und du? Hast du die Menschen in deinem Umfeld im Blick? Würdest du merken, wenn jemand in Not ist? Oder bist du viel zu sehr mit dir selber beschäftigt? - Retten kann retten. Dich auch. Andere ebenso.

Im Frühjahr jährt sich die Rettung der Insassen vieler Lager der Nazis europaweit zum 75. Mal. Für Millionen anderer kam jedoch damals jede Rettung zu spät. Viel zu spät. – In Sandbostel sind es die britischen Soldaten, die das Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager am 29. April 1945 befreien und somit vielen verbliebenen Häftlingen das Leben retten.


Öffentlicher Rundgang

Sonntag, 9. Februar 2020, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellung kann im Anschluss besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


Argumentationstraining gegen rechte Parolen - Lehrerfortbildung mit Maik Bischoff, Braunschweig

6. Februar 2020, 13.00 - 17.00 Uhr, Seminarraum im Ausstellungsgebäude, Greftstr. 3, 27446 Sandbostel

Eine Veranstaltung des Gedenkstättenvereins Sandbostel e.V.

Wie gehe ich um mit rechten Parolen und rechtem Vokabular und Gedankengut? Wie gehe ich mit Schülerinnen und Schülern um, die bewusst menschenfeindliche Ideologien im Unterricht äußern, nachplappern oder damit provozieren wollen? Wie kann, darf und muss ich als Lehrer/in reagiern?


"Das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen und der KZ-Häftlinge im Stalag X B" -
Themenrundgang anlässlich des Tags des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus

26. Januar 2020, 14.00, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude, Greftstr. 3, 27446 Sandbostel

KZ-Häftlinge in einem extra gesicherten Bereich. Foto: vmtl. G. Chertier, zw. 20. und 29.4.1945, GLS (Bestand M. Joannon)
KZ-Häftlinge in einem extra gesicherten Bereich. Foto: vmtl. G. Chertier, zw. 20. und 29.4.1945, GLS (Bestand M. Joannon)

Anlässlich des Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus wird während des Rundganges insbesondere das Schicksal der beiden größten Opfergruppen im Stalag X B in den Mittelpunkt gestellt: der sowjetischen Kriegsgefangenen und der ab 12. April 1945 nach Sandbostel kommenden KZ-Häftlinge. Bei dem Rundgang erfolgt zunächst eine Einführung in der Dauerausstellung und dann ein Rundgang über das Außengelände zu den für das Schicksal beider Hauptopfergruppen bedeutsamen Orten.

 

Dauer etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


Öffentlicher Rundgang

Sonntag, 12. Januar 2020, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellung kann im Anschluss besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


Winterpause

Die Gedenkstätte Lager Sandbostel ist vom 23. Dezember 2019 bis zum 5. Januar 2020 geschlossen.

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