Veranstaltungshinweise


Vortrag von Marco Kühnert, Hamburg

Die „Russen“ in den Konzentrationslagern = „Sowjetische“ KZ-Häftlinge?

Montag, 18. Oktober, 18.00 Uhr, Bernard Le Godais-Saal

KZ-Auffanglager Sandbostel, 1997 skizziert vom ehemaligen sowjetischen Häftling Iwan Fomitsch Jakimenko. Quelle: KZ-Gedenkstätte Neuengamme
KZ-Auffanglager Sandbostel, 1997 skizziert vom ehemaligen sowjetischen Häftling Iwan Fomitsch Jakimenko. Quelle: KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Die eine Bezeichnung ist so problematisch wie die andere. „Sowjetisch“ ist in Teilen der Geschichtswissenschaft und der Mehrheit der Gedenkstätten etabliert, jedoch vage, denn: Russische und ukrainische Deportierte wurden in den Konzentrationslagern als „Russen“ mit dem R auf rotem Dreieck gekennzeichnet. In dem Vortrag geht es um ihre Situation in den KZ, aber auch um die fehlende Wahrnehmung jener Gefangenen im Nachkriegsdeutschland bis heute und um ihre jahrzehntelange Nicht-Präsenz in der hiesigen Erinnerungskultur – die deutlich über die mangelnde Präzision bei ihrer Bezeichnung hinausgeht.

 

Der Referent Marco Kühnert ist ein Hamburger Historiker. Er war langjährig in unterschiedlichen Funktionen an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme tätig, unter anderem in der Entwicklung von Seminaren und Rundgängen zum Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener im KZ Neuengamme. Der Titel seiner Magisterarbeit war: „Ermordung sowjetischer Gefangener am Bullenhuser Damm. Der Umgang mit einem NS-Kriegsverbrechen in Justiz und Memorialkultur.“


Öffentlicher Rundgang

Sonntag, 24. Oktober 2021, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellungen und die Sonderausstellung „Das Echo der Hölle: Stalag X B“ mit Gemälden von Tetjus Tügel jr. können im Anschluss individuell besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


Vortrag und Gespräch mit Dr. Katrin Möller-Funck

"Das rächt sich". Die Darstellung von Zwangsarbeit in der Literatur

Donnerstag, 4. November, 18.00 Uhr, Bernard Le Godais-Saal

Der Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus wurden im Deutschen Reich und in den von der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg besetzten Gebieten mehr als zwanzig Millionen Menschen unterworfen. In vielen Ländern wird hierfür der Ausdruck Totaleinsatz beziehungsweise Totaleinsatz im Reich verwendet.

Ende 1944 arbeiteten mehr als 7,5 Millionen ausländische Arbeitskräfte, davon ein Drittel Frauen, für geringe Bezahlung oder auch ohne Lohn in fast allen Bereichen der deutschen Wirtschaft. Nur so konnte die NS-Führung der deutschen Bevölkerung bis Kriegsende einen relativ hohen Lebensstandard sichern und den massenhaften Einsatz von deutschen Frauen in der Wirtschaft lange vermeiden.

Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Wie isses nur zu fassen!"  anlässlich des 50jährigen Erscheinens des Romans Tadellöser&Wolff von Walter Kempowski statt.

Anlässlich dieses Jubiläums bietet die Kempowski Stiftung an verschiedenen Orten themenbezogene Veranstaltungen an. Begeben Sie sich auf eine Spurensuche im Roman, untermalt von Fotos, Musik, Vorträgen und Erinnerungen.

So detailfündig wie dieser Kempowski hat sich noch kein deutscher Erzähler an jene Tage erinnert, in denen es »Haro-Füller mit neuartiger Glasfeder« und »aus bunten Nägeln zusammengehauene Hitlerjugendrauten« gab; in denen man »Konzertlager« sagte und »Das rächt sich«, aber »Herr Hitler müsse es ja wissen«; in denen deutsche Gymnasiasten meinten, »nach dem Endsieg werde man das Urmeter (aus Frankreich) zweifellos nach Berlin holen«, und doch heimlich zu Tommy-Dorsey-Platten »hotteten«. (Rolf Becker im Spiegel 1971)

Um Voranmeldung wird gebeten unter

oder:


Sonderausstellung:

„Das Echo der Hölle: Stalag X B“. Gemäldezyklus von Tetjus Tügel jr.
26. August bis 31. Oktober 2021, Bernard Le Godais-Saal, Greftstraße 3, 27446 Sandbostel

Zur Erinnerung an Tetjus Tügel jr. (1950-2018) zeigt die Gedenkstätte Lager Sandbostel erstmals am historischen Ort des Stalag X B den 2001/2002 entstandenen Gemäldezyklus „Echo der Hölle: Stalag X B“, in dem der Künstler seine durch die Lektüre der Lagerdokumentation von Werner Borgsen und Klaus Volland gewonnenen Eindrücke verarbeitet hat.


Aktuelles


14.10.2021

"gewagt. Frieden und Freiheit gestalten". Friedenspädagogische Materialbox erschienen


8.10.2021

Dach am ehem. Kinoanbau erneuert


7.10.2021

Beginn der Sanierung des Lagerfriedhofs


3.10.2021

Positive Resonanz auf neues Angebot der Gedenkstätte


20.9.2021

Shorouk Abd Al Rahman für Wettbewerbsbeitrag  mit "Oste Oscar" ausgezeichnet.


16.9.2021

Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus stärken – Gedenkstättenarbeit sichern!
Presseerklärung des Verbandes der Gedenkstätten in Deutschland e.V. (VGDF) und der Arbeitsgemeinschaft KZ-Gedenkstätten



Ausführliche Veranstaltungshinweise, aktuelle Meldungen und das Pressearchiv finden Sie in der Rubrik Aktuelles

 

Das aktuelle Halbjahresprogramm der Gedenkstätte Lager Sandbostel können Sie hier herunterladen.

 

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