Neuigkeiten 2017


7.4.2017
Tagung „Gedenkstätte Lager Sandbostel: Blick zurück und Blick nach vorn": Beiträge jetzt online
Anfang des Jahres fand vom 20. bis zum 22. Januar in Bremervörde die Tagung „Gedenkstätte Lager Sandbostel: Blick zurück und Blick nach vorn“ statt. Ausgerichtet wurde die Tagung anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums vom „Gedenkstättenverein Sandbostel e.V.“, unter der Tagungsleitung von Dr. Klaus Volland.

Dr. Rolf Keller von der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten bei seinem Vortrag // Foto: A. Ehresmann, 21.1.2017
Dr. Rolf Keller von der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten bei seinem Vortrag // Foto: A. Ehresmann, 21.1.2017

Durch die Referate und Diskussionen im Plenum und in den anschließenden Arbeitsgruppen wurden Überlegungen zu Fragen angestellt, die auch grundsätzlich für die Gedenkstättenarbeit an Orten nationalsozialistischer Verfolgung von Bedeutung sind: Was bringt Menschen dazu, sich in Gedenkstätten zu engagieren bzw. sich dem Angebot von Gedenkstätten zu öffnen? Was hält sie davon ab? Was heißt erfolgreiche historisch-politische Bildungsarbeit an Gedenkstätten? - Wie sollte vor Ort an die Opfer eines Kriegsgefangenenlagers erinnert, wie sollten die Friedhöfe von Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen gestaltet werden? -  Wie ist mit den Überresten und dem historischen Gelände eines Kriegsgefangenenlagers umzugehen? Wie kann die Gedenkstätte Lager Sandbostel so ausgestaltet und ausgestattet werden, dass vor Ort Raum für erweiterte Besuchs-angebote geschaffen wird? - Welche (neuen) Möglichkeiten für einen fruchtbaren Austausch zwischen den Gedenkstätten gibt es?
Mit dieser Tagung wurden deutliche Impulse zur Weiterentwicklung des Gedenkortes Sandbostel gesetzt. Nunmehr liegen die Beiträge in digitaler Form vor und können heruntergeladen werden.

 

Tagungsprogramm (downloadbare Vorträge sind hervorgehoben):

Freitag, 20. Januar 2017


Samstag, 21. Januar 2017


Sonntag, 22. Januar 2017

  • Berichte aus den Arbeitsgruppen
  • Exkursion in die Gedenkstätte Lager Sandbostel

29.3.2017
Gedenkstättenverein wählt neuen Vorstand

Der neu gewählte Vorstand: Peter Matthiesen, Günter Justen-Stahl, Ronald Sperling, Werner Zeitler, Detlef Cordes (von links). Nicht im Bild: Michael Freitag-Parey. Foto: Andreas Ehresmann, 29.3.2017
Der neu gewählte Vorstand: Peter Matthiesen, Günter Justen-Stahl, Ronald Sperling, Werner Zeitler, Detlef Cordes (von links). Nicht im Bild: Michael Freitag-Parey. Foto: Andreas Ehresmann, 29.3.2017

Bereits in der Einladung zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des Gedenkstättenverein Sandbostel e.V. im „Grünen Jäger“ in Sandbostel, hatte der Vorsitzende Dr. Klaus Volland angekündigt, dass sowohl er als auch sein Stellvertreter Werner Borgsen von ihren Ämtern zurücktreten und nicht mehr zur Verfügung stehen. Damit geht nach 25 Jahren eine Ära zu Ende. Der Verein und die Entstehung der Gedenkstätte Lager Sandbostel ist untrennbar mit den beiden Lehrern Dr. Klaus Volland und Werner Borgsen verbunden. Klaus Volland dankte in einer emotionalen Rede seinen einstigen Mitstreiterinnen und Mitstreitern und betonte, dass sowohl er als auch Werner Borgsen auch weiterhin aufmerksam die äußerst positive Entwicklung der Gedenkstätte verfolgen werden.
Der als Gast anwesende Geschäftsführer der Stiftung Lager Sandbostel und Leiter der Gedenkstätte, Andreas Ehresmann, betonte, das die Stiftung, die Gedenkstätte und auch er persönlich den beiden zu großem Dank verpflichtet sei. Ohne das unermüdliche und nicht zu erschütternde Engagement der beiden auch in turbulenten Zeiten gäbe es die Gedenkstätte heute nicht so wie es sie gibt.
Von der sehr gut besuchten Jahreshauptversammlung wurden jeweils einstimmig Ronald Sperling zum ersten Vorsitzender, Günter Justen-Stahl zum stellv. Vorsitzender, Werner Zeitler zum zweiten stellv. Vorsitzender und Michael Freitag-Parey zum Beisitzer gewählt. Nicht zur Wahl stand der zweite Beisitzer Detlef Cordes und wiedergewählt wurde Peter Matthiesen als Kassenwart.
Der neue Vorsitzende, Ronald Sperling dankte den Vereinsmitgliedern für das Vertrauen und betonte, dass er sich freue, dass Klaus Volland und Werner Borgsen dem Gedenkstättenverein trotz ihres Rücktritts aus den Ämtern auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen werden.
Der neugewählte Vorstand wird nun sehr zügig zu einer ersten konstituierenden Sitzung zusammen kommen und die ersten, neuen, Schritte beraten.

Hintergrund: Am 16. Januar 1992 wurde, von oft schon seit Jahren für eine Gedenkstätte am historischen Standort engagierten Personen, unter ihnen Dr. Klaus Volland, Werner Borgsen und Dr. Dietmar Kohlrausch, der Verein „Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel e. V.“ gegründet. Der „Doku-Verein“ wurde in den folgenden Jahren zum Motor, historische Befunde über das Lager Sandbostel zu veröffentlichen. Er schuf aber auch dafür ein Bewusstsein, dass es sich bei den auf dem historischen Gelände erhaltenen Relikten um das größte zusammenhängende Ensemble von Lagerbaracken auf bundesdeutschem Boden handelte (und handelt), die es zu erhalten galt. Der Rotenburger Stadtarchivar Dr. Dietmar Kohlrausch war seit Gründung des Vereins bis zu seinen überraschenden Tod im April 2009 der Vorsitzende des Vereins Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel e.V. Im Anschluss übernahm der bisherige Stellvertreter, Dr. Klaus Volland, den Vorsitz. 2015 wurde der Verein umbenannt in „Gedenkstättenverein Sandbostel e.V.“


25.3.2017
Neues Grundschulprojekt: „Heimat, Krieg, Frieden und Flucht

Nachdem Michael Freitag-Parey, der Friedenspädagoge an der Gedenkstätte Lager Sandbostel, erstmals im Jahr 2015 ein eindrucksvolles und erfolgreiches Projekt mit vier 4. Klassen zum Thema „Krieg und Frieden“ an der Grundschule Selsingen durchgeführt hat, findet dieses Projekt in diesem Jahr gleich an vier Grundschulen in der Umgebung der Gedenkstätte statt. Die erweiterten Themen sind in diesem Jahr: Krieg, Frieden, Flucht und Heimat. Zu diesen Themen sind vom „Arbeitskreis Grundschule“ mehrere Unterrichtseinheiten an den Grundschulen Karlshöfen, Kuhstedt, Klenkendorfer Mühle und Selsingen erarbeitet worden. Der Unterricht zu den Themen beginnt in der nächsten Woche an allen vier Grundschulen.

Ähnlich wie in 2015 werden auch in diesem Jahr die Ergebnisse gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zunächst am 8. Mai, dem 72. Jahrestags der Befreiung vom Nationalsozialismus, um 15.30 Uhr im Rathaus Selsingen präsentiert. Die Ausstellung ist hier eine Woche zu sehen bevor sie dann ab dem 15. Mai 15.30 Uhr für eine Woche im Sitzungssaal des Rathauses Gnarrenburg präsentiert wird.

 

Einladung zu den Ausstellungseröffnungen

 

Hintergrund: Anlässlich eines Grundschulprojekts wurde im Juni 2015 in Kooperation mit der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in der Gedenkstätte Lager Sandbostel eine Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer aus dem Bereich der Grundschule zum Thema „Kinderliteratur über den Nationalsozialismus“ angeboten.

Ein Ergebnis aus dieser Fortbildung war die Gründung eines in der Gedenkstätte Lager Sandbostel angesiedelten und vom Friedenspädaogen an der Gedenkstätte, Michael Freitag-Parey betreuten Arbeitskreises in dem: Silke Peters und Jutta Müller (GS Klenkendorfer Mühle), Angela Kerst (GS Selsingen), Leoni Engelmartin (GS Kuhstedt), und Volker Kullik (GS Karlshöfen) sind. Der "Arbeitskreis Grundschule" verfolgt das Ziel, das Thema des Nationalsozialismus in dieser Region in den Unterricht der 4. Klasse altersgerecht, sensibel und mit unterschiedlichen methodischen Zugängen einzubinden.


15.3.2017
Horst Rademacher verstorben

Mit Bestürzung haben wir erfahren, dass Horst Rademacher am 14. März  unerwartet gestorben ist. Die Gedenkstätte Lager Sandbostel verliert mit Horst Rademacher einen wichtigen Unterstützer, dem wir zu besonderem Dank verpflichtet sind: 2004 organisierte und moderierte er in dem damaligen festgefahrenen Streit um die Einrichtung einer Gedenkstätte in Sandbostel an der Seite von Hans-Wilhelm Hastedt Gespräche zwischen den verschiedenen Akteuren, die schließlich am 17. Dezember 2004 zur einvernehmlichen Gründung der Stiftung Lager Sandbostel führten. Auch in den folgenden Jahren begleitete Horst Rademacher den Aufbau der Gedenkstätte Lager Sandbostel mit großer, wohlwollender Aufmerksamkeit.
2009 berichtete er gemeinsam mit seinem seinerzeitigen Ko-Moderator Hans-Wilhelm Hastedt über den langen Weg zur Stiftungsgründung bei der Befreiungsfeier am 29. April 2009.
Zum zehnjährigen Bestehen der Stiftung Lager Sandbostel hielt Horst Rademacher in der Lagerkirche eine bedeutende Ansprache.
Für uns blieb er stets ein einfühlsamer, auf Verständigung abzielender und anregender Gesprächspartner.
Horst Rademacher zeichnete sich durch die unermüdliche Bereitschaft zum sozialen Engagement, hohes diplomatisches Geschick und ein beispielhaftes historisches Verantwortungsbewusstsein aus.


9.2.2017

save the date - 29.4.2017

Gedenkveranstaltung zum 72. Jahrestag der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B Sandbostel

Gedenkfeier anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung // Foto: Lewke-Björn Rudnick, 29.4.2015
Gedenkfeier anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung // Foto: Lewke-Björn Rudnick, 29.4.2015

Die Veranstaltung beginnt am Samstag den 29. April 2017 um 16.00 Uhr auf dem ehemaligen Lagerfriedhof, der heutigen Kriegsgräberstätte Sandbostel (Beverner Str. in 27446 Sandbostel). Um 17.30 Uhr wird die Veranstaltung in der ehemaligen Lagerküche in der Gedenkstätte fortgesetzt. Enden wird die Veranstaltung um 19.00 Uhr mit einem Gedenkgottesdienst in der Lagerkirche.
Wir möchten Sie herzlich einladen an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen. In diesem Jahr ist ein Schwerpunkt der Veranstaltungen das Schicksal der KZ-Häftlinge im Kriegsgefangenenlager (Stalag) X B Sandbostel. Das genaue Programm wird noch gesondert bekannt gegeben.


6.2.2017

Basisinformationen auf der Homepage jetzt in acht Sprachen abrufbar

Ein Jahr nach dem Relaunch der Gedenkstättenhomepage sind die grundlegenden Basisinformationen jetzt auch in sieben weiteren Sprachen abrufbar. Über den Button „More languages“ oder über eine kleine Leiste mit Nationalfahnen am linken Rand der Homepage gelangen geneigte Besucherinnen oder Besucher zu den jeweiligen Übersetzungen. Angeboten werden aktuell: Englisch, Französisch, Hebräisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch und Russisch.
Mit diesen Sprachen ist der Großteil der nationalen Gefangenengruppen im Kriegsgefangenenlager Sandbostel abgedeckt. Dadurch wird nun den Angehörigen der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge in einer Vielzahl von Ländern ermöglicht, individuell Informationen zum Stalag X B und zu der heutigen Gedenkstätte in der Muttersprache zu erhalten und einen eventuellen Besuch vorzubereiten.
Zudem zeigt die Mehrsprachigkeit auch die Internationalität des historischen Orts und der Gedenkstätte Lager Sandbostel.


23.1.2017

Festakt anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Gedenkstättenverein Sandbostel e.V.

Dr. Klaus Volland, bei der Begrüßung in Ostel in Bremervörde // Foto: Andreas Ehresmann, 20.01.2017
Dr. Klaus Volland, bei der Begrüßung in Ostel in Bremervörde // Foto: Andreas Ehresmann, 20.01.2017

Knapp 100 Gäste konnte der Vorsitzende des Gedenkstättenvereins Sandbostel, Dr. Klaus Volland, am 20. Januar anlässlich des 25-jährigen Jubiläums zu einem Festakt in Bremervörde begrüßen.

In Grußworten würdigten der Vorsitzende des niedersächsischen Landesverbandes des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der ehemalige niedersächsische Kultusminister Prof. Rolf Wernstedt, das Ehrenmitglied des Gedenkstättenverein und Tochter des in Sandbostel verstorbenen KZ-Häftling Erich Kleeberg, Ruth Gröne und der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Lager Sandbostel, Detlef Cordes, die unermüdliche und bedeutende Arbeit des Gedenkstättenvereins.

„Erkenntnis statt Bekenntnis. Zur Zukunft der Gedenkstättenarbeit“. So betitelte Dr. Jens-Christian Wagner, der Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, seinen Festvortrag, in dem er betonte, dass es bei der heutigen Gedenkstättenarbeit nicht um bloße Affirmation oder Appellation gehen kann, sondern das Reflexion im Mittelpunkt des heutigen Umgangs mit der NS-Geschichte stehen muss.
Es geht, so Wagner, darum, selbst bestimmte Reflexion der Vergangenheit und historisches Urteilsvermögen zu lernen.

Dr. Klaus Volland (rechts), ehrt mit Detlef Cordes, Christa Steffens und Werner Zeitler (von links), drei verdiente Mitglieder für ihren Einsatz // Foto: Andreas Ehresmann, 20.01.2017
Dr. Klaus Volland (rechts), ehrt mit Detlef Cordes, Christa Steffens und Werner Zeitler (von links), drei verdiente Mitglieder für ihren Einsatz // Foto: Andreas Ehresmann, 20.01.2017

Zum Abschluss des Festaktes würdigte der Vorsitzende des Gedenkstättenvereins, Dr. Klaus Volland, verdiente Vereinsmitglieder die sich unermüdlich ehrenamtlich in und für die Gedenkstätte Lager Sandbostel engagierten. Christa Steffens hat in mehreren Jahren die gesamte Gedenkstättenbibliothek inventarisiert und im GBV verzeichnet. Werner Zeitler bietet zweiwöchentlich öffentliche Rundgänge an und pflegt unermüdlich das Gedenkstättengelände und der Architekt Detlef Cordes ist  für den Gedenkstättenverein im Vorstand der Stiftung Lager Sandbostel. Hier nimmt der den Vorsitz ein und engangiert sich umfassend für den Erhalt der historischen Bausubstanz.

Die einfühlsame musikalische Rahmung erfolgte durch Lieder zur Gitarre von Christina Schmidt aus Eitze. Nach dem ergreifenden Lied der Moorsoldaten endete der Festakt und Klaus Volland konnte die Gäste zu einem Sektempfang einladen.

Prof. Rolf Wernstedt, Dipl. Ing. Detlef Cordes, Elke Twesten MdL, Dr. Klaus Volland und Dr. Jens-Christian Wagner (von links) // Foto: Andreas Ehresmann, 20.01.2017
Prof. Rolf Wernstedt, Dipl. Ing. Detlef Cordes, Elke Twesten MdL, Dr. Klaus Volland und Dr. Jens-Christian Wagner (von links) // Foto: Andreas Ehresmann, 20.01.2017
Das Ehrenmitglied des Gedenkstättenvereins, Ruth Gröne bei ihrer nachdenklichen Ansprache // Foto: Andreas Ehresmann, 20.01.2017
Das Ehrenmitglied des Gedenkstättenvereins, Ruth Gröne bei ihrer nachdenklichen Ansprache // Foto: Andreas Ehresmann, 20.01.2017


15.1.2017

Erklärung der 5. bundesweiten Gedenkstättenkonferenz

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 5. Bundesweiten Gedenkstättenkonferenz haben sich vom 7. bis 9. Dezember 2016 im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln mit dem Thema „Forschung in Gedenkstätten – Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung“ beschäftigt. Die Gedenkstättenkonferenz setzt sich zusammen aus der Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten in der Bundesrepublik Deutschland und dem FORUM der Landesarbeitsgemeinschaften der Gedenkstätten, Erinnerungsorte und –initiativen, das derzeit 264 haupt- und ehrenamtlich betreute  Gedenkstätten und Erinnerungsorte vertritt.

Die 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Einrichtungen aller Bundesländer stimmten darin überein, dass die Arbeit moderner Gedenk- und Dokumentationsstätten zwingend auf den Grundlagen zeithistorischer Forschung basieren muss. Nur dann können sie den sich fortwährend ändernden Fragestellungen nachwachsender Generationen gerecht werden, nur dann können sie jeden Versuch der politischen Instrumentalisierung des Gedenkens widerstehen. Universitäten und Forschungseinrichtungen sind dabei wichtige Partner der Gedenkstätten, aber ihre immanenten Forschungslogiken lassen sich nur selten mit den konkreten Forschungsbedürfnissen der Gedenkstätten vereinbaren. Die Mitglieder der Gedenkstättenkonferenz stellen einhellig fest, dass die Geschichte des NS-Regimes und seines Terrors keinesfalls „auserzählt“ ist. Deshalb fordern sie, dass neben der institutionellen Förderung „national bedeutsamer“ Gedenkstätten sowie der befristeten Projektförderung der Bundesgedenkstättenkonzeption eine Stiftung gebildet wird, die regelmäßig Forschungsprojekte kleiner wie großer Gedenkstätten unterstützt. Damit stünde dann auch den Gedenkstätten für die Opfer des NS-Regimes und den Dokumentationsstätten zur NS-Geschichte ein der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur äquivalentes Förderinstrument zur Verfügung.

Im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag Siegmund Ehrmann diskutierten die Mitglieder der Gedenkstättenkonferenz auch weitere Fragen der Entwicklung der Erinnerungskultur und der Gedenkstättenförderung durch Bund, Land und Kommunen. Sie verständigten sich darauf, im Vorfeld der nächsten Bundestagswahl mit den im Bundestag vertretenden Fraktionen über eine Fortentwicklung der gegenwärtigen Bundesgedenkstättenkonzeption zu sprechen.

 

Siehe dazu auch: Homepage des Gedenkstättenforum