Neuigkeiten Juli - Dezember 2021


14.10.2021

"gewagt. Frieden und Freiheit gestalten". Friedenspädagogische Materialbox erschienen

Wir freuen uns sehr, dass das unter anderem vom Friedenspädagogen an der Gedenkstätte Lager Sandbostel, Michael Freitag-Parey, herausgegebene Kartenspiel "gewagt. Frieden und Freiheit gestalten. 110 Anstöße für Jugendliche" fertig gestellt wurde und im Produktionsprozess ist. Für wenige Wochen kann das Spiel zum Subskriptionspreis beim Verlag buch+musik vorbestellt werden.

„Frieden ist nicht der Bahnhof, in dem wir ankommen“, so Eamon Rafter, Experte des Glencree Zentrum für Frieden und Versöhnung in Irland: „Frieden ist der Zug, in den wir einsteigen.“ Mit der Freiheit verhält es sich ebenso. Der Weg zu einem gerechten Frieden und umfassender Freiheit ist ein Prozess der
Verständigung, Begegnung und Beziehung. Er ist gewagt, denn er hinterfragt und
verändert das eigene Verhalten.
Wir verlieren sie jeden Tag, wenn wir Menschen aus dem Weg gehen oder sie übersehen. Wir bauen sie jeden Tag auf, wo Begegnung zwischen Fremden gelingt und die Freiheit anderer Menschen geachtet wird. Ein aktiver Austausch hilft: gewagt bietet den Rahmen für einen Diskurs, ohne fertige
Antworten oder feste Positionen zu liefern. Aber wie gelingt das im „real life“? Diese Frage ist die Motivation hinter dieser Box und der Impuls, um mit dir und anderen ins Gespräch zu kommen, zum Beispiel in deinem Jugendkreis, mit der Konfigruppe, der Schulklasse, am Stammtisch, mit dem Gesprächskreis, dem Kirchenvorstand, im Kollegium, im Freundeskreis, im Café oder zu Hause mit der Familie. Nimm die Box mit auf die Freizeit oder die Klassenfahrt oder gestalte ein Seminar zum Thema – nutze die ganze Bandbreite der Box.

In sechs Kategorien bietet die Box unterschiedliche Zugänge, es gibt keine festen Spielregeln: Du kannst allein oder gemeinsam mit anderen über einzelne Karten nachdenken. Oder ihr nehmt einen Kartenstapel und kommt über die unterschiedlichen Impulse ins Gespräch. Die Bild- und Aktionskarten bieten die Möglichkeit, kreativ und aktiv zu werden und über die Rätsel kann man sich den Themen spielerisch nähern. Ganz egal wie: Uns ist wichtig, die Themen Friede und Freiheit „auf laut“ zu stellen. Sie gehören in die Öffentlichkeit und müssen differenziert, global und mit allen Gesellschaftsgruppen bedacht werden. Es ist wichtig, dass du eine eigene Haltung dazu entwickelst. Die Impulse bieten für diese herausfordernde Aufgabe eine gute Orientierung. Sich laut, klar, sachlich und kreativ zu positionieren und für einen gerechten Frieden und umfassende Freiheit zu engagieren, ist gewagt. Diese Themen brauchen jedoch unseren Wagemut.


8.10.2021

Dach am ehem. Kinoanbau erneuert

Dank einer bereits Ende Anfang diesen Jahres zugesagten Projektförderung durch den Landkreis Rotenburg (Wümme) konnte in einer ersten Maßnahme bereits im Juni im so genannten "Haus Altenberg", einem in der Gedenkstätte als Verwaltungsgebäude mit Büros, Archiv- und Veranstaltungsräumen genutzen Gebäudekomplex aus dem 1950er-Jahren, die völlig veraltete Heizungsanlage erneuert und erweitert werden. Einige der großen Fenster wurden bereits mit ehrenamtlicher Unterstützung erneuert. Weitere folgen noch. Ebenfalls mit ehrenamtlicher Unterstüzung wird jetzt die Decke erneuert und die Wände gestrichen. Nach der Fertigstellung kann der etwa 50 qm große Raum als Veranstaltungs- und Seminarraum genutzt werden.


7.10.2021

Beginn der Sanierung des Lagerfriedhofs

Nach langer Vorbereitung, vielen Planungen und Anträgen hat gestern die Sanierung des Lagerfriedhofs ("Kriegsgräberstätte Sandbostel") begonnen.

Bereits seit mehreren Jahren hatte sich auf dem Mitte der 1950er-Jahre gestalteten Lagerfriedhof ein massiver Ma0ßnahmenstau abgezeichnet, der eine umfassende Sanierung notwendig macht. Die oberirdischen Umfassungsmauern der Massengräber brechen auseinander, Begrenzungssteine der einzelnen Gräberfelder sind abgesackt, Wegeplatten haben sich verworfen und der gesamte Bewuchs ist verkrautet und muss erneuert werden.

In einem ersten Bauabschnitt werden zunächst das jugoslawische und das polnische Gräberfeld mit den dazwischen liegenden Wegen saniert. Im zweiten Bauabschnitt werden dann die Umfassungsmauern der sowjetischen Massengräber und die dortigen Wege saniert.

Die ausführende Fa. Jacobs Garten und Landschaftsbau versucht Einschränkungen des Besuchsverkehrs so weit es geht zu reduzierten. Sollte es trotzdem einmal zu Einschränkungen oder Behinderungen kommen, so bitten wir dieses zu entschuldigen.

Bereits im November werden an mehreren Stellen auf dem Lagerfriedhof neue Informationstafeln aufgestellt, die vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Kooperation mit der Gedenkstätte Lager Sandbostel erstellt wurden.

Schäden an dem Umfassungsmauern und Wegen:

Sanierung des jugoslawischen Gräberfelds:


3.10.2021

Positive Resonanz auf neues Angebot der Gedenkstätte

Am 1. und 2. Oktober fand der erste Foto-Workshop in der Gedenkstätte Lager Sandbostel statt. Konzipiert und geleitet wurde der Lehrgang mit dem Titel „Fotografieren lernen – Sehen lernen“ von Friedenspädagoge Michael Freitag-Parey und dem ehrenamtlichen Mitarbeiter Carsten Karstensen. Die 13 Teilnehmer waren Fotoneulinge und fortgeschrittene Amateur:innen, die in diesen zwei Tagen viele Informationen über die Technik bzw. Funktionsweise von Digitalkameras erhielten. Hinzu kamen Themen wie kreative Bildgestaltung und Komposition. Abgerundet wurde der theoretische Teil durch viele Tipps und Tricks aus der Praxis. Viele Teilnehmende waren zum ersten Mal in der Gedenkstätte zu Gast. Um ihnen diesen Ort und seine Geschichte näher zu bringen, erläuterte Michael Freitag-Parey zunächst die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kriegsgefangenen im Stalag X B Sandbostel mit historischen Fotografien.

Am Nachmittag des zweiten Tags konnten die Teilnehmenden dann das Gelernte auf dem Gelände der Gedenkstätte in die Praxis umsetzen. In kleinen Gruppen erkundeten sie dabei die vielen – zum Teil extra für diesen Workshop geöffneten – Gebäude. Bei Fragen zur fotografischen Umsetzung ihrer Eindrücke stand die Kursleitung auch hier jederzeit zur Verfügung.  
Bei einer Fazitrunde am Ende des Workshops erhielten die beiden Kursleiter viel positive Kritik und Lob für die Organisation sowie Umsetzung dieses Konzeptes.
Weil schon kurz nach Bekanntgabe dieser Veranstaltungsangebotes viele Buchungsanfragen kamen und die max. Teilnehmendenzahl schnell erreicht wurde, wird es am 22. und 23. Oktober einen Wiederholungskurs geben. Aber auch dieser Termin ist bereits ausgebucht. Es ist deshalb geplant, diese Veranstaltung im kommenden Jahr mindestens ein weiteres Mal in der ersten Jahreshälfte in den Veranstaltungskalender aufzunehmen.


20.9.2021

Shorouk Abd Al Rahman für Wettbewerbsbeitrag mit "Oste Oscar" ausgezeichnet

Wir gratulieren Shorouk Abd Al Rahman und freuen uns sehr, dass die Schülerin des St. Viti-Gymnasiums in Zeven für ihren bereits 2019 prämierten Beitrag zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten und der Körber Stiftung über die "krisenhafte Entstehung einer Gedenkstätte" nun auch mit einem "Goldenen Hecht" in der Kategorie Jugend" der AG Osteland ausgezeichnet wurde.

In ihrer Arbeit setzte sich Shorouk Abd Al Rahman mit der Entstehung der Gedenkstätte Lager auseinander. Dafür führte sie eigens ein Interview mit Mitgliedern des damaligen Dokumentationsvereins Lager Sandbostel, um den historischen Besonderheiten der 1980er/90ern und deren Bedeutung im Prozess zu einer Gedenkstätte auf den Grund zu gehen.

 

Der Kulturpreis der Arbeitsgemeinschaft Osteland wird seit 2005 jährlich an Persönlichkeiten und Organisationen verliehen, die sich in besonderer Weise um die Osteregion verdient gemacht haben.


16.9.2021

Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus stärken – Gedenkstättenarbeit sichern!
Presseerklärung des Verbandes der Gedenkstätten in Deutschland e.V. (VGDF) und der Arbeitsgemeinschaft KZ-Gedenkstätten

Anläßlich der 9. bundesweiten Gedenkstättenkonferenz in Stuttgart hat der Verband der Gedenkstätten in Deutschland e.V. und die Arbeitsgemeinschaft  KZ-Gedenkstätten in der Bundesrepublik Deutschland eine gemeinsame Presseerklärung zur Bundestagswahl am 26. September herausgegeben.

Darin betonen die Autor:innen, dass die kommende Bundestagswahl eine Richtungsentscheidung ist, die Auswirkungen auch auf die Arbeit der Gedenkstätten an Orten der NS-Verbrechen haben wird. Der Gedenkstättenverband und die AG KZ-Gedenkstätten erwarten angesichts zahlreicher Herausforderungen, wie der aktuelle Verbreitung von antisemitischen Verschwörungslegenden und verharmlosenden NS-Vergleichen durch Pandemieleugner:innen sowie dem Erstarken von Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus, dass die neue Bundesregierung ihrer Verantwortung für eine demokratische Geschichts- und Erinnerungskultur gerecht wird. Das gemeinsame Ziel, so die Verfasser:innen muss es sein, die Opfer des NS-Terrors zu würdigen und ein reflexives Geschichtsbewusstsein sowie historisches Urteilsvermögen in der Gesellschaft zu stärken.

Bedauerlicherweise, so beklagen die Autor:innen findet die Erinnerungskultur allerdings in den Wahlprogrammen der Bundestagsparteien keinen angemessenen Niederschlag. Die Jüdische Allgemeine titelte in ihrer Ausgabe vom 20.08.2021 dazu „Wahlprogramme: Leerstelle Erinnern“. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus sei aber grundlegend für die demokratische Selbstverständigung und muss es auch in Zukunft bleiben. Vor diesem Hintergrund hat der Gedenkstättenverband die kulturpolitischen Sprecher:innen der Bundestagsfraktionen um eine Stellungnahme zu zentralen Forderungen gebeten. Die Antworten sind veröffentlicht unter https://www.gedenkstaettenverband.de/neuigkeiten/wahlpruefsteine-bundestagswahl-2021/.


12.9.2021

Digitales Angebot zum Tag des offenen Denkmals freigeschaltet


1.9.2021

Gedenkveranstaltung anläßlich des 82. Jahrestags des deutschen Überfalls auf Polen

Am frühen Morgen des 1. Septembers 1939 eröffnete die deutsche Kriegsmarine das Feuer auf einen polnischen Stützpunkt bei Danzig. Zeitgleich bombardierten Luftwaffengeschwader die Kleinstadt Wielun. So begann das nationalsozialistische Deutschland vor 82 Jahren den Zweiten Weltkrieg, einen Krieg, der bis zu seinem Ende im Jahr 1945 mehr als 60 Millionen Menschen das Leben kostete. Wir nahmen den gestrigen Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen zum Anlass, um der als Folge des Krieges von Besatzung, Gefangeneschaft und Verfolgung betroffenen Menschen zu gedenken.

Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann begrüßte die Anwesenden auf der "Kriegsgräberstätte Parnewinel" in Selsingen, dem ersten Lagerfriedhof des Stlag X B Sandbostel. Konsul Mariusz Pindel sprach ein Grußwort für das Generalkonsulat der Republik Polen in Hamburg. Jan Dohrmann (Gedenkstätte Lager Sandbostel) nahm eine historische Einordnung der Ereignisse um den 1. September 1939 vor und betonte darin die globale Dimension des deutschen Überfalls auf Polen. Anschließend verlas Mika Schoolmann Auszüge aus dem Tagebuch von Cecylia Jordan-Rowadowska, die 1944 im Warschauer Aufstand kämpfte und daraufhin als Kriegsgefangene in das Stalag X B kam. Die Gedenkveranstaltung endete mit einer Kranzniederlegung. Musikalisch Begleitet wurde die Veranstaltung von Christian Sutter an der Gitarre.


26.8.2021

"Echo der Hölle - Stalag X B". Bewegende Vernissage des Bildzyklus von Tetjus Tügel jr.

Blick in die Ausstellung. Foto: A. Ehresmann, 2021
Blick in die Ausstellung. Foto: A. Ehresmann, 2021

Rund 30 Personen - Freunde und Weggefährten und Kulturinteressierte - kamen zu der Vernissage des Bildzyklus "Echo der Hölle - Stalag X B" von Tetjus Tügel jr. in den Bernard Le Godais-Saal in die Gedenkstätte Lager Sandbostel. 20 Jahre nach der Enstehung und 19 Jahre der ersten und bis dato einzigen Präsentation in der Region Sandbostel konnten die 35 teils großformatigen und teils DIN A4-großen Bilder erstmals am historischen Lagerstandort präsentiert werden. In dem Zyklus hat Tejus Tügel 2001 seine Gefühle und Gedanken verarbeitet, die er nach der Lektüre des Buches zum Stalag X B Sandbostel von Werner Borgsen und Klaus Volland hatte.

Tetjus Tügel (1950-2018) bei der Entstehung des Bildzyklus. Foto: Ada Leddin, 2001
Tetjus Tügel (1950-2018) bei der Entstehung des Bildzyklus. Foto: Ada Leddin, 2001

Bereits vor zwei Jahren hatte Klaus Volland die Initiative ergriffen, die eindrucksvollen Bilder in der Gedenkstätte zu zeigen. Aufgrund der Corona-Pandemie sollte sich die Präsentation aber bis zum vergangenen Donnerstag verzögern.

Unter Beteiligung der Lebensgefährtin des 2018 verstorbenen Künstlers, Ada Leddin - die auch für die Hängung der Bilder in der ehem. katholischen Kirche verantwortlich zeichnet - führte Klaus Volland einfühlsam in den Bildzyklus ein und erinnerte an den in der Region bekannten und geschätzen "Malerpoeten" Tetjus Tügel.

Auch Ada Leddin erinnerte sehr warmherzig an ihren Lebensgefährten und betonte, dass es sich bei der Präsentation um die erste Ausstellung nach dem Tod Tetjus Tügels handelt.

 

„Das Echo der Hölle: Stalag X B“. Gemäldezyklus von Tetjus Tügel jr.

26. August bis zum 31. Oktober 2021, Bernard Le Godais-Saal, Greftstraße 3, 27446 Sandbostel

Eindrücke von der Vernissage. Fotos: J Dohrmann, A. Ehresmann, 2021


10.8.2021

„Historymaker“ – Wer bin ich? Ein Seminar zur Frage nach den Wurzeln der Identität

Was macht einen Menschen unverwechselbar und prägt die eigene Identität? Dieser Frage geht ein Seminar nach, das vom 20.- 24. September 2021 im Evangelischen Bildungszentrum Bad Bederkesa in Kooperation mit der Gedenkstätte Lager Sandbostel stattfindet.

„Im Mittelpunkt steht die lebenslang bedeutsame Frage nach der eigenen Identität“, sagt Pastor Jens Monsees, Pädagogischer Mitarbeiter im Bildungszentrum. „Viele fragen sich, wer sie sind, wer sie gerne sein möchten und werden sich ihrer eigenen Lebensgeschichte bewusst. Was macht mich als Person einzigartig und unverwechselbar?“
Unter dem Titel „Historymaker“ soll an der eigenen Lebensgeschichte gearbeitet und geschrieben werden. „Dazu gehört auch die Fremdwahrnehmung durch das eigene und das gesellschaftliche Umfeld, wie auch die jeweilige regionale und überregionale Geschichte“, ergänzt Michael Freitag-Parey. Der Diakon, der gleichzeitig auch Theater- und Friedenspädagoge ist, arbeitet an der „Gedenkstätte Lager Sandbostel“ bei Bremervörde. Gemeinsam mit Monsees leitet er das Seminar, das als Bildungsurlaub ausgeschrieben ist.
Wo komme ich her und was hat mich geprägt? Wer sind die anderen neben mir und welchen Einfluss haben Geschichte und Gesellschaft meines Landes? Wie werde ich zum ›Historymaker‹ meines Lebens – wie also kann ich meine eigene Geschichte schreiben, allein und mit anderen? Und wie kann das gesellschaftliche Miteinander unterschiedlicher Identitäten in gegenseitigem Respekt und ohne Ausgrenzung gelingen?
Neben diesen Fragen wird es, so die Veranstalter, auch um den religiösen Aspekt gehen. „In der jüdisch-christlichen Tradition ist grundlegend, dass menschliche Identität sich nur im Verhältnis zu Gott bestimmen lässt“, so Monsees. Einen besonderen Akzent erhält das Seminar durch die Auseinandersetzung mit Biografien und Identitäten aus der Geschichte der „Gedenkstätte Lager Sandbostel“ und die Arbeit an diesem besonderen Lernort der Region.

Weitere Informationen unter www.stiftung-lager-sandbostel.de und www.ev-bildungszentrum.de. Anmeldung unter info@ev-bildungszentrum.de.


10.8.2021

Neues Veranstaltungsprogramm erschienen


28.7.2021

Wischnewski-Fotos aus Sandbostel in der Großen Kunstschau Worpswede

Wir freuen uns sehr, dass sieben Fotografien des Worpsweder Bildhauer und Fotograf Jost Wischnewski aus seinem Zyklus „Stalag XB 2015-2017“ im Rahmen der Sonderausstellung "WIR. Bilder für eine neue Kunst des Zusammenlebens" in der Großen Kunstschau Worpswede gezeigt werden.

Der Fotograf Jost Wischnewski begleitete von 2015 bis 2018 die Aufräumarbeiten auf dem kurz zuvor zusätzlich erworbenen Areal der Gedenkstätte Lager Sandbostel. Mit einem Gespür für die auratische Stimmung jedes kleinen Winkels erforschte er die verfallenen Gebäude und das Außengelände. Immer wieder fand er dort Motive, in denen die Vergangenheit dieses Ortes durch Relikte der Zeitgeschichte nachvollziehbar werden. Ein kurzer Zeitabschnitt der Vergangenheit ist für die Zukunft gesichert.

Die 7 in Worpswede gezeigten Fotografien sind Bestandteil eines umfassenden Kataloges mit Fotografien der Aufräum- und Umgestaltungsmaßnahmen von Jost Wischnewski. Der 128 Seiten starke Katalog ist in Worpswede und in der Gedenkstätte erhältlich.

Jost Wischnewski
STALAG XB, 2016/17
7 Fotografien
(1x 60 x 80 cm / 2x 50 x 70 cm / 3x 40 x 50 cm / 1x 30 x 40 cm)
Fine-Art-Print auf auf Sihl Baryta Paper auf Forex kaschiert, Rahmenleiste schwarz.

Zu dem Werk:

Die sieben Fotografien stammen aus dem gleichnamigen Werkkomplex, den der Worpsweder Künstler Jost Wischnewski in den Jahren 2016 und 2017 im ›Lager Sandbostel‹ fotografiert hat. Wischnewski beschäftigt sich also mit einem nicht weit von Worpswede gelegenen, vielschichtigen Memorialort deutscher Geschichte. Sicherlich ein Teil, der unleugbar zu unserer Landschaft gehört, der aber so gar nicht im Bewusstsein der Worpsweder*innen bzw. der ‚klassischen‘ Worpswede-Besucher_innen präsent ist. Der Ankauf wird es ermöglichen, in den Sammlungsräumen zum Thema ›Landschaft‹ einen weiteren produktiven, zum Nachdenken anregenden Widerhaken zu setzen.

Die Sonderausstellung Stalag X B 2015-2017 ist in digitaler Aufbereitung hier zu sehen.