Neuigkeiten 2021


9.4.2021

Programm zur virtuelle Gedenkveranstaltung anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung online

29. April 2021, ab 16.00 Uhr unter: https://www.stiftung-lager-sandbostel.de/Gedenken2021

Leider können wir auch in diesem Jahr nicht zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung anlässlich des 76. Jahrestag der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B zusammen kommen. Wie schon im letzten Jahr werden wir aber wieder eine virtuelle Gedenkveranstaltung anbieten und einen Gedenkfilm zeigen. Zahlreiche Menschen aus Politik und Diplomatie haben bereits Grußworte zugesagt haben. Zudem freut es uns sehr, dass auch der 91jährige Janusz Pilchowski eine Rede zugesagt hat. Janusz Pilchowski geriet als 15jähriger Angehöriger der polnischen Armia Krajowa nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstands in Kriegsgefangenschaft und wurde am 29. April 1945 in Sandbostel durch die britische Armee befreit. Weitere Grußworte werden wir auf unserer Homepage anbieten. Ein eigens geschriebene Stimmencollage mit Zitaten von Überlebenden des Stalag X B wurde von Jugendlichen aus der Region einstudiert und die musikalische Begleitung erfolgt durch Schüler*innen und Lehrer*innen des Gymnasiums Bremervörde. Stellvertretend werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel Kränze und Gestecke im Gedenken an die Menschen niederlegen, die im Stalag X B gelitten haben und gestorben sind. Der Gedenkfilm wird am 29. April um 16.00 Uhr auf unserer Website und in unserem YouTube-Kanal veröffentlicht.

Programm:

Begrüßung

Grußworte

 

 

 

 

 

 

Präsentation

Andreas Ehresmann, Gedenkstättenleiter / Geschäftsführer Stiftung Lager Sandbostel

Dr. Gabriele Andretta, Präsidentin des niedersächsischen Landtags
Grant Hendrik Tonne
, niedersächsischer Kultusminister
Nataša Rašević
, Generalkonsulin der Republik Serbien, Hamburg
Darion Akins
, Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika, Hamburg

Dr. Martine Letterie, Präsidentin der Amicale Internationale KZ Neuengamme, Niederlande

Janusz Pilchowski, ehemaliger Angehöriger der Armia Krajowa und polnischer Kriegsgefangener
Menschen hinter Stacheldraht - Stimmencollage aus dem Kriegsgefangenenlager Sandbostel


Weitere Grußworte

auf der

Homepage

Andrei Sharashkin, Generalkonsul der Russischen Föderation, Hamburg
Hermann Luttmann, Landrat des Landkreises Rotenburg (Wümme)
Dr. Elke Gryglewski, Geschäftsführerin der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
Cornelia Kerth, Vorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V.
Quentin Lafarge, Urur-Enkel des ehemaligen französischen Kriegsgefangenen Michel Hébrard
Lisa Gellert, Friedensbeauftragte der Landeskirche Hannovers
Wilhelm Helmers, Superintendent des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven


Die Kranzniederlegungen erfolgen zwischen den Grußworten durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel. Musikalische Begleitung durch Schüler*innen und Lehrer*innen des Gymnasiums Bremervörde


1.4.2021

Digitales Gedenken zum 76. Jahrestag der Befreiung des Stalag X B Sandbostel

Auch in diesem Jahr können wir am 29. April nicht gemeinsam in Sandbostel an die Befreiung des Stalag X B erinnern und derer gedenken, die hier gelitten haben und gestorben sind. Wir werden die Gedenkveranstaltung erneut in einer digitalen Form begehen. Dazu wird es neben einem Gedenkfilm wieder ein Projekt geben, an dem Sie, die sonst vielleicht nach Sandbostel gekommen wären, sich aktiv beteiligen können.

In einem Formular können Sie Ihre Gedanken zum Tag der Befreiung des Stalag X B oder an den Menschen, um den Sie trauern, formulieren. Außerdem können Sie ein Foto von Ihrem Angehörigen, von Ihnen und Ihrer Familie, ein Dokument, eine Zeichnung oder eine andere Ihnen wichtige Abbildung beifügen. Die Texte und Abbildungen werden ab Mitte April zusammen mit Ihrem Standort auf einer interaktiven Weltkarte unter www.sandbostel76.de veröffentlicht. So entsteht zum 76. Jahrestag der Befreiung des Stalag X B ein digitales Denkmal, das zeigt, wie global die Erinnerung an Sandbostel ist.


8.3.2021

Gedenkstätte ab Montag dem 15. März wieder geöffnet

Foto: Torben Naumann
Foto: Torben Naumann

Wir freuen uns sehr, dass wir die Gedenkstätte Lager Sandbostel nach über vier Monaten "Lockdown" zum 15. März 2021 endlich wieder öffnen können. Um einen sicheren Besuch der Gedenkstätte mit ihren Ausstellungen und historischen Gebäuden zu gewährleisten und um eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern, gelten dafür bis auf weiteres besondere Auflagen.

Grundsätzlich ist gegenwärtig ein Besuch nur nach einer vorherigen Terminbuchung mit erfolgter Bestätigung möglich! Sie finden dazu das entsprechende digitale Kontaktformular mit der entsprechenden Anleitung auf unserer Homepage oder direkt unter diesem Link.

Für einen Besuch stehen Ihnen aktuell pro Tag vier Zeitfenster von jeweils 90 Minuten zur Verfügung. Maximal können sich dann zehn Personen zeitgleich in unseren Ausstellungen aufhalten. Sie finden bei der Terminbuchung einen Kalender der die am gewählten Tag noch zur Verfügung stehenden Plätzen anzeigt. Bei einem Besuch der Gedenkstätte werden Ihre persönlichen Daten zur einer eventuellen Kontakverfolgung erhoben. In den Ausstellungen und den historischen Gebäuden sind die aktuell gültigen Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Covid 19-Viruszu beachten (Mund-Nasen-Bedeckung: FFP 2/KN 95 oder medizinischer Mundschutz, Abstand mind 1,5 m zu anderen Personen und Desinfektion der Hände). Gruppenbuchungen und öffentliche Rundgänge sind derzeit noch nicht möglich. Das weitläufige Außengelände kann dauerhaft und unbegrenzt besucht werden.


5.3.2021

Video-Vortrag über sowjetische Kriegsgefangene in Bremer Arbeitskommandos jetzt online

Der am Donnerstag, 4. März, als Livestream übertragene Vortrag von Andreas Ehresmann, Ronald Sperling und Ines Dirolf ist ab sofort auf der Website des Kulturzentrum kukoon und auf YouTube zu sehen. Die technischen Probleme bei der Live-Übertragung bitten wir zu entschuldigen.


19.2.2021

Lego-Nachbau der Lagerkirche fertig gestellt

In einer gemeinsamen Arbeit haben Jorit Parey (15) und sein Vater, Michael Freitag-Parey, der Friedenspädagoge in der Gedenkstätte Lager Sandbostel ist, die ev.-luth. Lagerkirche in Sandbostel mit Legosteinen nachgebaut. Die konstruktive Übertragung der 1957 errichteten Kirche in das Legoformat erfolgte durch Jorit Parey. Die beiden Erbauer haben für die 60 cm lange und 24 cm breite Legokirche mit einer Höhe von 25 cm (Dach) und 42 cm (Turm) in vier Monaten Bauzeit ca. 2700 Legoeinzelteile verwendet. Die teilweise sehr speziellen und seltenen Legobausteine wurden über den weltweit größten Online-Marktplatz für Lego, Bricklink, in ganz Europa auf entsprechenden Plattformen gesucht. Die Gesamtkosten für den Legonachbau betragen bisher 556,55 EUR. Dazu sind von mehreren Personen aus der ev.-luth. St. Lamberti Kirchengemeinde Selsingen, zu der Sandbostel gehört, 500,00 EUR an Spenden eingegangen.
In nächsten Schritten soll das Dach noch weiter stabilisiert werden. „Während der Bauphase war vor allem die Konstruktion des Daches immer wieder Grund für längere Unterbrechungen, in denen wir nach neuen Lösungsansätzen der Umsetzung suchen mussten“, so Jorit Parey. „Und tatsächlich waren wir auch bestimmt zweimal kurz davor, das Projekt abzubrechen, da wir in diesen Phasen den Eindruck hatten, die Kirche nicht wirklich einszueins mit Legosteinen nachbauen zu können, ohne nicht noch mehr Kompromisse eingehen zu müssen“, ergänzt Freitag-Parey.

Für das pädagogische Arbeiten mit der Legolagerkirche soll nun jedoch das Dach erweitert werden, so dass man dieses problemlos abnehmen und wieder aufsetzen kann. Weitere Ergänzungen und Erweiterungen an der Lagerkirche sollen folgen. Sogar an einen Innenausbau der Kirche wurde bereits gedacht aber bislang noch nicht umgesetzt.
Jorit Parey und Michael Freitag-Parey wollen die Legokirche nun der Grundschule (1. und 2. Klasse) und den Kindergärten in der Samtgemeinde Selsingen zur Verfügung stellen, um damit vor Ort pädagogisch arbeiten zu können. Hierzu sollen zeitnah Unterrichtsmaterialien entworfen werden. Für die Arbeit mit den Kindern soll die Kirche in eine mobile und variable Box aus Plexiglas gesetzt werden, deren Seitenwände heruntergelappt werden können und der Deckel der Box abnehmbar ist.


10.02.2021
Corona-Update - Gedenkstätte weiterhin geschlossen

Foto: Johanna Becker
Foto: Johanna Becker

Aufgrund der verlängerten Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung zur Eindämmung des Covid-19-Virus bleibt die Gedenkstätte mit den Dauer- und Sonderausstellungen vorerst bis zum 7. März 2021 geschlossen. Das Gedenkstättengelände und der ehemalige Lagerfriedhof, die heutige Krieggräberstätte, kann unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorgaben besucht werden. Die historischen Lagergebäude sind geschlossen.

Sie können aber einen Eindruck des Geländes, der Gebäude und unserer Ausstellungen in unserer virtuellen Gedenkstätte bekommen. Hier finden Sie auch zahlreiche digitale Vorträge und Rundgänge. 


27.01.2021

Gedenkstätte Lager Sandbostel beteiligt sich zum zweiten Mal an bundesweitem Beleuchtungs-Flashmob #LichterGegenDunkelheit

Die Gedenkstätte Lager Sandbostel beteiligt sich am heutigen 27. Januar mit einer Lichtinstallation an der bundesweiten Aktion #LichterGegenDunkelheit. Anlass sind der 76. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau sowie der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.
Die 2020 ins Leben gerufene Aktion #LichterGegenDunkelheit erfreute sich bereits im vergangenen Jahr einer positiven Resonanz durch die deutschlandweite Teilnahme unterschiedlicher Gedenkorte und -initiativen. Koordiniert wird das Projekt auch in diesem Jahr von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin. Dabei wird unter anderem das Ziel verfolgt, die wichtige Arbeit der Gedenkstätten sichtbarer zu machen. Auch die Gedenkstätte Lager Sandbostel nimmt in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal an der Aktion teil.

Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann sagt dazu: „Die Aktion #LichterGegenDunkelheit wurde bereits 2020 zum Anlass genommen, um auch auf das Wiedererstarken rechtsextremer und demokratiefeindlicher Positionen in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Ein Jahr später erscheint dies nicht weniger notwendig: Wir denken dabei insbesondere an die großen Querdenker-Demonstrationen und antisemitische Verschwörungserzählungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, aber auch an den mutmaßlich rechtsextremen Brandanschlag auf ein syrisches Restaurant in Gnarrenburg im vergangenen Juli. Ich bin sehr froh, dass sich #LichterGegenDunkelheit in der Gedenkstätte Lager Sandbostel als Jugendprojekt etablieren konnte, das in diesem Jahr von unserer FSJlerin Laura Keiser zusammen mit unserer Praktikantin Joy Schmidt durchgeführt wurde.“

Die sieben noch erhaltenen Holzbaracken in der Gedenkstätte Lager Sandbostel wurden dazu in Regenbogenfarben illuminiert. In einem Teil dieser Unterkünfte hat die deutsche Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges sowjetische Kriegsgefangene isoliert von den restlichen Nationen untergebracht. Das ehemalige Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlager (Stalag) X B Sandbostel diente von 1939 bis 1945 zur Unterbringung von mehreren Hunderttausend Kriegsgefangenen und Zivilinternierten aus über 55 verschiedenen Nationen. Ihre Behandlung war in völkerrechtlichen Verträgen geregelt. Dennoch kam es regelmäßig zu Verstößen bei allen Gefangenengruppen. Insbesondere den sowjetischen Soldaten und Soldatinnen verweigerte die Wehrmacht aus ideologischen Gründen jeglichen Schutz durch das Völkerrecht. Tausende von ihnen starben an Hunger, Krankheiten, Gewalt und schwerer Arbeit. Im April 1945, wenige Wochen vor der Befreiung des Lagers durch britische Truppen, erreichten zudem Todesmärsche mit etwa 9.500 Häftlingen des KZ Neuengamme und seiner Außenlager das Stalag X B. Mehr als ein Drittel von ihnen überlebte das sogenannte KZ-Auffanglager Sandbostel nicht.

Laura Keiser, die seit September 2020 FSJlerin in der Gedenkstätte ist, erläutert: „Mit der Aktion wollen wir gegen das Vergessen der Verbrechen des Nationalsozialismus angehen. Gleichzeitig wollen wir so ein Zeichen gegen den wachsenden Antisemitismus in Deutschland sowie jegliche andere Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit setzen. Solche Einstellungen sollten in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.“ Und unsere Praktikantin Joy Schmidt, die zurzeit ein dreimonatiges Praktikum in der Gedenkstätte absolviert, ergänzt zum Lichtkonzept: „Wir haben uns bei der Beleuchtung für Regenbogenfarben entschieden, da sie symbolisch für den Frieden und für die Freiheit stehen. Als Gedenkstätte setzen wir uns für Inklusion und Toleranz ein. Das soll durch diese Aktion deutlich werden.“

Technische Unterstützung bei der Beleuchtung der ehemaligen Unterkunftsbaracken erhielten Laura Keiser und Joy Schmidt von dem Team von AW Veranstaltungsservice (Gnarrenburg), das etwa 80 Leuchtmittel aufgestellt und mehr als 800 Meter Kabel auf dem Gedenkstättengelände verlegt hat. Steven Mahler (Drohne) und Carsten Karstensen (Kamera) haben die Aktion ehrenamtlich dokumentiert.

Weitere Video- und Fotoaufnahmen von der Lichtinstallation können Sie und könnt Ihr auf unseren Social Media-Kanälen (Facebook, Instagram, YouTube) sehen. Die Beiträge aller teilnehmenden Einrichtungen lassen sich auch auf der Internetseite www.lichter-gegen-dunkelheit.de oder in den sozialen Medien unter dem Hashtag #LichterGegenDunkelheit finden.

Hier finden Sie die gemeinsame Pressemitteilung der veranstaltenden Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, der Topographie des Terrors und der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten an.

#WeRemember


11.01.2021

Interview mit dem ehemaligen polnischen Kriegsgefangenen Janusz Pilchowski jetzt online


4.01.2021

Neues Veranstaltungsprogramm Januar bis März 2021 erschienen

Wir freuen uns, dass wir Ihnen auch in 2021 wieder ein volles und interessantes Veranstaltungsprogramm in der Gedenkstätte Lager Sandbostel anbieten können. Aufgrund der aktuell unklaren Situation wegen der Beschränkungen zum Schutz vor der weiteren Ausbreitung des Covid-19 Virus haben wir uns aber entschlossen, dass bisher halbjährliche Veranstaltungsprogramm auf einen vierteljährigen Erscheinungsrhythmus umzustellen. Dadurch sind wir in der Programmgestaltung flexibler und können ggf. schneller reagieren. Zudem planen wir derzeit alle Veranstaltungen auch in einer digitalen Version, so dass wir die Vorträge, Filmvorführungen oder ähnliches ggf. alternativ in der virtuellen Gedenkstätte anbieten können (https://www.stiftung-lager-sandbostel.de/virtueller-besuch/).

Bei allen Veranstaltungen möchten wir Sie daher bitten kurzfristig auf unserer Homepage zu schauen, ob diese vor Ort stattfindet oder in einer digitalen Version angeboten werden. Vielen Dank für Ihr Verständnis.