Erweiterung des Gedenkstätte


Das neue Gedenkstättengelände (blau umrandet). Foto: A. Beneke, 16.4.2015
Das neue Gedenkstättengelände (blau umrandet). Foto: A. Beneke, 16.4.2015

Ende 2015 konnte die Stiftung Lager Sandbostel ein weiteren Teilbereich des ehemaligen Lagergeländes erwerben und in die Gedenkstätte Lager Sandbostel integrieren. Auf dem 1,5 Hektar großen Grundstück befinden sich vier historische Unterkunftsbaracken aus der Aufbauphase des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel (1939/40), eine zu dem Barackenensemble gehörige Latrine sowie die ehemalige katholische Kirche und das dazugehörige Gemeindezentrum aus der Nachnutzungsphase als Notaufnahmelager für jugendliche Flüchtlinge aus der DDR. Insbesondere die massiven Unterkunftsbaracken waren zum Zeitpunkt des Erwerbes durch die jahrzehntelange Vernachlässigung des Vorbesitzers in einem sehr maroden, baufälligen Zustand.
In einem ersten Schritt soll das sehr ungepflegte Grundstück aufgeräumt und zurückhaltend gestaltet werden. Im zweiten Schritt werden die ehemaligen Unterkunftsbaracken, die zwar ruinös, aber in ihrem Überformungszustand noch weitgehend im Originalzustand sind, als bauliche Ruinenstruktur gesichert und als begehbare Exponate in das Außengelände der Gedenkstätte einbezogen.
Ein kulturgeschichtlich und memorial bedeutendes, von französischen Kriegsgefangenen gemaltes und derzeit übertünchtes Wandtriptychon soll zunächst einmal gesichert werden. Später wird dann über eine mögliche Freilegung der Bilder und den weiteren Umgang mit dem einmaligen sakralen Zeugnis entschieden.

 

Wir möchten uns sehr herzlich für die bisherige praktische Unterstützung bei dem Aus- und Aufräumen, dem Entsorgen und dem Gestalten bedanken bei: den zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützern der Gedenkstätte, dem Gedenkstättenverein Sandbostel e.V., den hauptamtlichen MitarbeiterInnen der Gedenkstätte Lager Sandbostel, dem Vorstand der Stiftung Lager Sandbostel, dem Gemeindearbeiter der Gemeinde Sandbostel, der Mobile Einsatztruppe der Jugendbauhütte Stade, dem Deutsch-Polnisch-Ukrainisches Jugendworkcamp Tarmstedt, der Oberschule Gnarrenburg, dem 8. Internationales Jugendworkcamp, dem 2. Männer Workday des Kirchenkreis Bremervörde-Zeven, der Reservistenkameradschaft Zeven und der Integrierten Gesamtschule Osterholz. Ohne euch alle wäre das nicht möglich und das neue Grundstück mit den historschen Lagergebäuden sähe nicht so aus, wie es aussieht. Danke!

 

Folgend können Sie anhand von stetig ergänzten Fotostrecken der verschiedenen Arbeitstage und Maßnahmen den Fortschritt bei der Gestaltung des neuen Gedenkstättenareals und der historischen Lagergebäude nachvollziehen.


Gelände und Gebäude vor Beginn der Maßnahme

Das Gebäudeinnere vor Beginn der Maßnahme

Ehrenamtlicher Arbeitstag, 13. Februar 2016

Ehrenamtlicher Arbeitstag, 23. Februar 2016

Ehrenamtlicher Arbeitstag, 24. Februar 2016

Entsorgung der Grünabfälle durch die Gemeinde Sandbostel, 25. Februar 2016

Ehrenamtlicher Arbeitstag, 27. Februar 2016

Entsorgung der Grünabfälle durch die Gemeinde Sandbostel, 14. März 2016

Die ersten Container für Bauschutt, Altholz und Müll sind aufgestellt, 17. März 2016

Ehrenamtlicher Arbeitstag, 19. März 2016

Abholung der Bauschuttcontainer, 21. März 2016

Neue Container, 1. April 2016

Beginn Arbeitseinsatz Mobile Einsatztruppe (MOB) der Jugendbauhütte Stade, 4. April 2016

MOB, 5. und 6. April 2016

MOB, 7. und 8. April 2016

Ehrenamtlicher Arbeitstag, 9. April 2016

MOB, 11. - 14. April 2016

Ehrenamtlicher Arbeitstag, 23. April 2016

Deutsch-Polnisch-Ukrainisches Jugendworkcamp Tarmstedt, 26. April 2016

Zaunbau, 2. und 6. Juni 2016

Arbeitstag OS Gnarrenburg, 15. Juni 2916

MOB, 11. - 14. Juli 2016

8. Internationales Jugendworkcamp, 13. - 26. Juli 2016

Ehrenamtlicher Arbeitstag, 27. August 2016

2. Männer Workday des Kirchenkreis Bremervörde-Zeven, 2. September 2016

Sanierung des Latrinendachs 7. und 8. September 2016

Ehrenamtlicher Arbeitstag Reservistenkameradschaft Zeven, 1. Oktober 2016

Beginn Demontage der eingestürzten Dächer, 15. Dezmber 2016

Demontage der eingestürzten Dächer, 16. - 21. Dezember 2016

Nach der Demontage, 22. Dezember 2016

Ehrenamlicher Arbeitstag RK Zeven und weitere, 25. Februar 2017

Ehrenamtlicher Arbeitstag, 8. April 2017

Arbeitseinsatz von vier Schulklassen der IGS Osterholz, 12. und 13. Juni 2017

Ehrenamtlicher Arbeitstag, 2. September 2017

Ehrenamtlicher Arbeitstag, 14. Oktober 2017

Entsorgung von Altbatterien des Vorbesitzers, 16. Oktober 2017

Ehrenamtlicher Arbeitstag, 11. November 2017

 

 

Der nächste ehrenamtliche Arbeits- und Aufräumtag findet im März 2018 von 9.00 - 15.00 Uhr statt. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Sie sind herzlich eingeladen, die Gedenkstätte an diesem Tag ganz praktisch, beispielsweise beim Aufräumen und der Geländegestaltung, zu unterstützen.

Fachwissen und Arbeitsgerät ist nicht notwendig. Für die Verpflegung ist gesorgt.


Fundstücke:

Ziegelstein mit kyrillischer Inschrift. Foto: Michael Freitag-Parey, 17.2.2016
Foto: Michael Freitag-Parey, 17.2.2016

Ziegelstein mit kyrillischer Einritzung

 

Am 17.2.2016 wurde auf einem Ziegelstein an der Außenfassade einer der historischen Steinbaracken eine Gravur/Einritzung gefunden.

 

Die kyrillische Inschrift heist in der Übersetzung:

"Zhmjotkin. Stadt Krasnodar". Weitere Hintergründe zu dem mutmaßlich sowjetischen Kriegsgefangenen Zhmjotkin aus der südrussischen Stadt Krasnodar sind noch nicht bekannt.


Foto: Andreas Ehresmann, 12.4.2016
Foto: Andreas Ehresmann, 12.4.2016

Kyrillische Einritzung in einem Dachbinder

 

Am 12.4.2016 wurde in der gleichen Baracke wie zuvor an einem Dachbinder eine kyrillische Einritzung gefunden, die die auf dem Kopf stehende Buchstabenfolge B Z E W. (БЗЕВ.) ergibt. Die Entschlüsselung dieser mutmaßlichen Abkürzung ist bisher noch nicht gelungen.


Foto: Andreas Ehresmann, 7.9.2016
Foto: Andreas Ehresmann, 7.9.2016

Betonplatten mit Datumseinprägung

 

Bei Aufräumarbeiten im Gelände wurden am 3.9.2016 mehrere 50 x 50 cm große Betonplatten mit der eingeprägten Zahlenfolge 3.10.39 gefunden. Dabei handelt es sich vermutlich um das auf der Unterseite eingeprägte Produktionsdatum der Betonplatten, 3. Oktober 1939.