Neuigkeiten 2018


23.4.2018

Wir trauern um Sergej Litwin

Mit Bestüzung müssen wir mitteilen, das der ehemalige sowjetische Kriegsgefangene Sergej Litwin am 22. April im Alter von 96 Jahren und sieben Monaten in seiner Heimatstadt Moskau verstorben ist.

Viele werden den lebensfrohen Sergej Litwin bei seinem letzten Besuchen in der Gedenkstätte am 29.4.2013 noch vor Augen haben.

Er hielt bei der Eröffnung der neu gestalteten Gedenkstätte Lager Sandbostel noch eine kraftvolle Rede.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden.

 

Sergej Litwin wurde 1921 in Russland geboren. Während seiner zehnjährigen Schullaufbahn lernte er Deutsch, Ukrainisch und Russisch. Er war jahrgangsbester in Deutsch. 1939 begann Sergej Litwin ein Studium, er wurde aber bereits während seines ersten Semesters in die sowjetische Armee eingezogen. Sergej Litwin diente zwei Jahre bei der Artillerie. Kurz nach dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion geriet er in Litauen in Kriegsgefangenschaft und wurde in das Kriegsgefangenensammellager Sepesch gebracht. Von dort ist er über Riga in einer sechstägigen Fahrt im offenen Güterwagen über das Kriegsgefangenenlager Wietzendorf in das Kriegsgefangenenlager Sandbostel transportiert worden.

In Sandbostel waren die Lebensbedingungen für die sowjetischen Kriegsgefangenen katastrophal. Im Winter 1941/1942 starben die sowjetischen Kriegsgefangenen massenhaft an Hunger, Krankheiten und brutaler Behandlung.
Sergej Litwin überlebte, weil er über gute Deutschkenntnisse verfügte, er wurde bei der Registrierung der sowjetischen Kriegsgefangenen eingesetzt. Sein Vorgesetzter Fritz Drephal versorgte ihn mit zusätzlichen Lebensmitteln und Tabak.
Ab Sommer 1944 arbeitete Sergej Litwin auf einem Bauernhof in Byhusen. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurde er zurück ins Kriegsgefangenenlager Sandbostel gebracht und von dort in ein Arbeitskommando nach Plönjeshausen überstellt, wo die britische Armee ihn im April 1945 befreite.


3.4.2018

Erneuter Arbeitseinsatz der Jugendbauhütte Stade

Bereits zum zweiten Mal kommen Paul Holzer, Vincent Güdde und Cara Schöpe aus Deutschland und Anastasiia "Nastya" Stiekhina aus der Ukraine (von links) für einen Arbeitseinsatz in die Gedenkstätte Lager Sandbostel. Die vier werden in den nächsten zwei Wochen vor allem den Veranstaltungsraum in der 1957 im Durchgangslager für jugendliche Flüchtlinge aus der DDR errichteten ehemaligen katholischen Lagerkirche renovieren. Eine große Giebelwand wird verputzt und gestrichen werden.

Zunächst sind Paul, Vincent, Cara und Nastya aber mit Aufräumarbeiten im Außengelände beschäftigt.

Hintergrund: Die Jugendbauhütte Stade wurde 2009 gegründet und ist heute eine von 13 Jugendbauhütten bundesweit, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz initiiert und gefördert werden. Jugendliche können dort ihr freiwilliges soziales Jahr in der Denkmalpflege (FSJ Denkmalpflege) absolvieren und dabei in einer Mischung aus traditionellem Handwerk und Baukultur, Denkmalpflege, Archäologie und Gemeinschaftsleben Erfahrungen gewinnen. Zudem werden durch die Jugendlichen kleine und allzu häufig finanzschwache Kultureinrichtungen, Museen oder Vereine bei dem Erhalt von bedeutenden Kulturgütern unterstützt. Sandbostel konnte seit 2016 nun schon den dritten Jahrgang begrüßen, die die Gedenkstätte ganz konkret und praktisch bei Aufräum-, Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen unterstützten. Der nächste Einsatz wurde schon wieder für das Frühjahr 2018 vereinbart.
Eine Besonderheit der Jugendbauhütte Stade ist die „Mobile Interkulturelle Einsatztruppe“, bei der bis zu sechs Jugendliche (drei Frauen und drei Männer sowie drei Deutsche und drei aus dem Ausland) bei den Einsatzstellen vor Ort untergebracht werden und diese über einen kürzeren Zeitraum unterstützen.

Kontakt: Jugendbauhütte im Landkreis Stade, Schloss Agathenburg, Hauptstraße, 21684 Agathenburg


29.3.2018

Die Gedenkstätte ist an den Osterfeiertagen geöffnet

Die Gedenkstätte bleibt auch an den kommenden Feiertagen für Sie geöffnet.

An Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag zwischen 11.00 und 17.00 Uhr können die Ausstellungen zur Geschichte und Nachgeschichte des Kriegsgefangenenlagers sowie die Gebäude im Außenbereich besucht werden.


23.3.2018

Alles gut? Neuer "gut:jetzt"-Gottesdienst in der Lagerkirche Sandbostel am 6. Mai 2018

„Alles gut!?“
"Alles gut" ist die neue Multifunktionsjacke unter den Floskeln. Wer in unangenehmen Situationen reflexhaft „alles gut“ antwortet, spielt seinen Ärger runter, weil er unkompliziert tut, und als ließe er sich von überhaupt nichts aus der Ruhe bringen. Je nach Tonfall, und Gestik und Mimik wirkt ein „alles gut“ eben ganz und gar nicht mehr so, als wäre wirklich alles gut. Es kommt eher so an, als wolle man das Gegenüber einfach schnellstmöglich loswerden.
Nach dem Ende des Krieges am 8. Mai 1945 war längst nicht alles gut. Gut, war jedoch, dass der Krieg zu Ende war. Das macht aber gemeinhin nicht alles reflexartig gut. Richard von Weizsäcker hat, mit Blick auf den 8. Mai 1945, von der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus gesprochen. Das Ende des Krieges war ein Akt der Befreiung. Und Trotzdem war nicht alles postwendend wieder gut.  
In den kleinen Alltagssituationen, wie auch in den großen weltpolitischen Momenten braucht es einen Klartexter, der nicht mit einem floskelhaften „alles gut“ den Menschen begegnet sondern den Mut hat, ehrlich Klartext zu reden, Wunden offenzulegen, nachzufragen, Antworten auszuhalten und dafür eintritt, dass vielleicht nicht alles aber doch vieles wieder gut werden kann. Ein Blick auf einen solchen Klartexter kann gut tun: Jesus.

Hintergrund: „Ein Forum, eine Werkstatt, ein Gottesdienst. – Mitmachen, feiern, auftanken.“ Das sind die Schlagworte des Gottesdienstformates, dass der Diakon und Friedenspädagoge an der Gedenkstätte Lager Sandbostel, Michael Freitag-Parey und die Selsinger Pastoren Manfred Thoden und Pastor Markus Stamme gemeinsam entwickelt haben. „gut:jetzt“ soll ein Forum, eine Werkstatt, ein Gottesdienst sein und zwar generationsübergreifend. „Wir wollen nicht nur miteinander Gottesdienst feiern und auftanken sondern den Gottesdienst auch zusammen vorbereiten und gestalten. Dazu ist jede und jeder herzlich eingeladen“ betonen die Veranstalter.


Informationen und weitere Auskünfte zu „gut:jetzt!“: Michael Freitag-Parey, Email: michael.Freitag(at)fub-oese.de, Manfred Thoden, Email: manfred.thoden(at)kkbz.de und Markus Stamme, Email: markus.stamme(at)kkbz.de

 

Siehe auch: Homepage zur Lagerkirche


21.3.2018

Gedenkstätte Lager Sandbostel jetzt mit eigener Facebook-Seite vertreten

Am heutigen 21. März haben wir für die Gedenkstätte Lager Sandbostel eine eigene Facebook-Seite freigeschaltet. Nun mehr sind wir auch in diesem Medium vertreten und können Veranstaltungsankündigungen, Neuigkeiten und Informationen tmiteilen.

Für die Erstellung sei unserem Praktikanten Jan Dohrmann herzlich gedankt.

 

Gedenkstätte Lager Sandbostel auf facebook


23.2.2018
save the date - 29.4.2018
Gedenkveranstaltung zum 73. Jahrestag der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B Sandbostel

Die Veranstaltung beginnt am Sonntag den 29. April 2018 um 16.00 Uhr auf dem ehemaligen Lagerfriedhof, der heutigen Kriegsgräberstätte Sandbostel (Beverner Str. in 27446 Sandbostel). Um 17.30 Uhr wird die Veranstaltung in der ehemaligen Lagerküche in der Gedenkstätte fortgesetzt. Enden wird die Veranstaltung um 19.00 Uhr mit einem Gedenkgottesdienst in der Lagerkirche.
Wir möchten Sie herzlich einladen an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen. Das genaue Programm wird noch gesondert bekannt gegeben.


8.2.2018

FSJ-Stelle wird zum 1. September eingerichtet

Erfreulicherweise konnte der Gedenkstättenverein Sandbostel e. V. in diesem und dem vergangenen Jahr  Spendengelder einwerben um damit eine FSJ-Stelle (Freiwilliges Soziales Jahr) in der Gedenkstätte Lager Sandbostel einzurichten. Die Hauptförderer sind die St. Lamberti-Kirchengemeinde Selsingen, die Fa. Edeka Böttjer mit ihren Standorten in Selsingen und Bremervörde sowie der Gedenkstättenverein Sandbostel. Die FSJ-Stelle wird erstmals in diesem Jahr ausgeschrieben und soll dann dauerhaft weitergeführt werden.
Die Gedenkstätte Lager Sandbostel ist eine anerkannte außerschulische Jugendbildungseinrichtung. Mit der FSJ-Stelle soll Jugendlichen die Möglichkeit für historisches, politisches und kulturelles Engagement in einer Gedenkstätte geboten werden.

Das FSJ Politik an der Gedenkstätte Lager Sandbostel bietet Einblicke in die Gedenkstättenpädagogik mit Schulklassen und kirchlichen Jugendgruppen sowie anderen Jugendverbänden verschiedener Prägung, in die Durchführung von Internationalen Jugendworkcamps im In- und Ausland, in Seminar- und Workshoparbeit zu unterschiedlichen Themenfeldern der Friedenspädagogik, in die Archivarbeit der Gedenkstätte mit dem
Aufarbeiten historischer Quellen für Bildungszwecke sowie der Archivierung und Instandhaltung der Dokumente und Objekte. Darüber hinaus wird der oder die Freiwillige die Gedenkstätte in der allgemeinen Besuchsbetreuung, bei Veranstaltungen wie der jährlichen Gedenkveranstaltung unterstützen. Innerhalb der FSJ-Zeit können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. So hat die/der Freiwillige die Möglichkeit in Absprache und Kooperation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein eigenes Projekt in der Gedenkstätte zu entwickeln.
Der Beginn der FSJ-Stelle ist für den 1. September 2018 geplant, kann aber auch individuell angepasst werden. Interessenten können sich in der Gedenkstätte Lager Sandbostel melden.
Wir freuen uns über Ihre Bewerbungen. Weitergehende Informationen über die FSJ-Stelle können in der Gedenkstätte Lager Sandbostel angefragt werden. Trägerorganisation der FSJ-Stelle ist die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung e.V. (LKJ) Niedersachsen, die Stelle ist im Bereich FSJ-Politik angesiedelt.


15.1.2018

Anmeldungen zum 9. Jugendworkcamp jetzt möglich

In Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dem Kirchenkreis Bremervörde-Zeven und der Gemeinde Sandbostel lädt die Stiftung Lager Sandbostel vom 3. bis zum 14. Juli 2018 zum 9. Internationalen Jugendworkcamp in Sandbostel ein.

Das Internationale Workcamp  ist ein buntes Come together für Leute zwischen 16 und 22 Jahren. Work steht für gemeinsam was tun. Anpacken. Was schaffen. Jugendliche aus bis zu acht Nationen
leben und arbeiten zwei Wochen gemeinsam in Oese und Sandbostel an der Gedenkstätte Lager Sandbostel.

In diesem Jahr wird es in verschiedenen Workshops u.a. die Möglichkeit geben, in einer archäologischen Grabung die Fundamente und die Bodenplatte einer nicht mehr vorhandenen Unterkunftsbaracke freizulegen. Unter fachlicher Anleitung wird dieser Bereich ausgegraben und in die Gedenkstättengestaltung integriert. Zudem soll versucht werden, mit Suchgrabungen bisher nicht genau bekannte Standorte von Unterkunftsbaracken des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Stalag X B Sandbostel und einen Weg aus der Nachkriegszeit zu ermitteln.

Neben dem handwerklichen Arbeiten auf dem historischen Lagergelände in Sandbostel wollen wir in Workshops und Foren unter dem Motto „Zeig dich!“ die Möglichkeit aufgreifen, uns mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen auseinanderzusetzen und nach dem zu suchen, was unsere Verantwortung und Aufgabe ist in einem Europa für viele.

Wir verstehen das Internationale Jugend-Workcamp in Sandbostel als ein gemeinsames Zeichen für den Frieden. Gegen das Vergessen. Gegen rechts. Und für Versöhnung.
Wir setzen uns gegen Rechtsextremismus und für Toleranz, Zivilcourage und demokratische Werte ein. Wir bringen unsere Kultur, unsere Geschichte und unseren Glauben ins Spiel. Wir wollen Geschichte entdecken und verstehen. An Ort und Stelle. In der Begegnung. In Aktion. In Sandbostel. Und darüber hinaus.

 

Teilnehmen können 20 Jugendliche zwischen 16 und 22 Jahre aus ganz Europa

 

Reiseroute: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer reisen am 13. Juli selbstständig an.

 

Unterbringung/Verpflegung: Die Unterbringung erfolgt in einer Freizeit und Begegnungsstätte, Vollverpflegung

 

Teilnahmebeitrag: Der Teilnahmebeitrag beträgt bei Jugendlichen aus Westeuropa 175,- Euro und bei Jugendlichen aus Osteuropa 125,- Euro.

 

Pass/Visum: Je nach Herkunftsland gültiger Personalausweis, Reisepass und/oder Visum

 

Gesundheitsbestimmungen: Ein Impfschutz gegen Tetanus wird empfohlen

 

Die Anmeldung kann auf verschiedene Weise erfolgen:

Download Faltblatt


11.1.2018

Neues Veranstaltungsprogramm Januar bis Juni 2018 erschienen