Neuigkeiten 2018


6.6.2018

Stellenausschreibung

Die Stiftung Lager Sandbostel bietet Ihnen zum 1. September 2018 in der Gedenkstätte Lager Sandbostel ein

wissenschaftliches Volontariat

für die Dauer von zwei Jahren mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Std. an. Beim Volontariat handelt es sich um ein sogenanntes „anderes“ Vertragsverhältnis nach § 26 Berufsbildungsgesetz. Es wird in Höhe von 50% des Entgelts der Entgeltgruppe 13 Stufe 1 des TV-L vergütet.

 

Wer sind wir?

Die Gedenkstätte Lager Sandbostel befindet sich in der Trägerschaft der privaten Stiftung Lager Sandbostel. In der Gedenkstätte arbeiten 9 Mitarbeitende in verschiedenen Vertragsverhältnissen. Zudem unterstützen uns etwa fünfzehn ehrenamtlich tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter insbesondere im gedenkstättenpädagogischen Bereich. Zentrale Aufgaben sind das Gedenken, Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln am historischen Ort des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag X B Sandbostel.

Die Gedenkstätte widmet sich der Geschichte des Kriegsgefangenenlagers und der Nachgeschichte mit den umfangreichen Nutzungen des Geländes ab 1945. In der Gedenkstätte gibt es zwei Dauerausstellungen zur Geschichte und zur Nachgeschichte des Stalag X B. Zudem verfügt die Gedenkstätte Lager Sandbostel über umfangreiche Sammlungsbestände und bietet ein breites Bildungs- und Vermittlungsangebot für Jugendliche und Erwachsene an.

Welche Aufgaben erwarten Sie?
- Erwerb und aktive Anwendung von Kenntnissen der Gedenkstättenpädagogik und historisch-politischen Bildungsarbeit;
- Mitgestaltung von Bildungsangeboten und Bildungsmaterialien für heterogene Zielgruppen;
- Erschließung von Quellenbeständen unter thematischen Gesichtspunkten und Unterstützung des
Arbeitsbereichs Dokumentation;
- Mitgestaltung von Begleitprogrammen von Sonderausstellungen, Mitarbeit an Publikationen und
Informationsmaterialien;
- Beteiligung an der Organisation von Veranstaltungen und sonstigen Projekten.

Was bringen Sie mit?
- ein abgeschlossenes Studium (mind. M.A. oder Master bzw. vergleichbar) der Geschichts-, Kultur- oder Sozialwissenschaften, der Pädagogik oder in einem anderen tätigkeitsrelevanten Fach
- Verantwortungsbewusstsein, Kommunikations- und Teamfähigkeit
- Einsatzbereitschaft, Kreativität, organisatorisches Geschick und soziale Kompetenz
- Kenntnisse der Geschichte des Nationalsozialismus und zu erinnerungskulturellen Themen
- Gute Englischkenntnisse und tätigkeitsrelevante EDV-Kompetenzen

Wir wünschen uns zudem von Ihnen:
- Erfahrungen in der Gedenkstättenarbeit oder im Feld der Public History oder in der politischen
Bildung oder interkulturellen Arbeit
- Affinität zu und Erfahrungen mit digitalen Medien

 

Die Stiftung Lager Sandbostel setzt sich für die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern
ein und begrüßt insoweit ausdrücklich die Bewerbung von Frauen.
Schwerbehinderte Bewerber_innen werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

 

Bei Nachfragen stehen Ihnen Andreas Ehresmann, a.ehresmann@stiftung-lager-sandbostel.de; Tel.: 04764-2254810 und Ronald Sperling, r.sperling@stiftung-lager-sandbostel.de; Tel.: 04764-2254810 zur Verfügung.

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann würden wir Sie gerne kennenlernen.
Bewerbungen richten Sie bitte bis zum 31. Juli 2018 per E-Mail an: a.ehresmann@stiftung-lager-sandbostel.de, oder schriftlich an die Gedenkstätte Lager Sandbostel, z. Hd. Andreas Ehresmann, Greftstr. 3, 27446 Sandbostel.

Wir weisen darauf hin, dass wir Bewerbungsunterlagen nicht zurücksenden. Falls Sie dies möchten, legen Sie bitte einen frankierten Umschlag bei.


18.5.2018
Ehrenamtlicher Arbeitstag der Thermo Fisher Scientific GmbH in Sandbostel

Mit viel Engagement haben 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bremer Standorts der Thermo Fisher Scientific GmbH am 18. Mai in der Gedenkstätte Sandbostel ehrenamtlich gearbeitet. Hintergrund ist der so genannte „Get Involved Day“, ein von der Thermo Fisher Scientific Inc. weltweit durchgeführter Tag der Freiwilligenarbeit und des sozialen Engagements. In mehreren Gruppen wurden an den Außenwänden einer der historischen Baracken und der ehemaligen Lagerküche Gräser und Wildkraut entfernt und die dort vorhandenen Kiesstreifen freigelegt. Dadurch kann nun Regenwasser wieder ablaufen. Dadurch wird insbesondere bei den Holzwänden die schädliche Staunässe reduziert. Zudem wurden die in der Nachkriegszeit gepflasterten Eingangsbereiche in die ehemaligen Unterkunftsbaracken von Bewuchs befreit.

Abschließend wurde der Gedenkstätte noch ein Scheck über 1.500,- Euro für die weitere Arbeit übergeben.
Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann, der den ehrenamtlichen Arbeitseinsatz begleitete, dankte insbesondere Geschäftsführer der Thermo Fisher Scientific, Jörg Behrens und dem Initiator des ehrenamtlichen Arbeitstags in Sandbostel, Dr. Jens Radke und betonte, dass nur durch solch ehrenamtliches Engagement der bundesweit einmalige Gebäudebestand in Sandbostel und das große Gedenkstättengelände unterhalten werden kann. Die großzügige Spende hilft zudem bei dem weiteren Ausbau der Gedenkstättenarbeit.


17.5.2018

Gedenkveranstaltung und Einweihung des Bernard Le Godais-Saal

Anlässlich seines 100. Geburtstags wurde der 2012 verstorbene, ehemalige französische Kriegsgefangene Bernard Le Godais, bei einer Gedenkveranstaltung am 17. Mai posthum in der Gedenkstätte Lager Sandbostel gewürdigt. Initiiert wurde die Würdigung von den beiden Vereinen „Pro Europa e.V.“ und „Geschichtsfreunde Sandbostel e.V.“, die auch zwei der neun Träger der Stiftung Lager Sandbostel sind.
Über 50 Besucherinnen und Besucher folgten der Veranstaltung, an deren Ende der in der ehemaligen katholischen Kirche vorhandene Veranstaltungsraum in „Bernard Le Godais-Saal“ umbenannt wurde.

Alle Redner verwiesen auf die große Persönlichkeit Bernard Le Godais, seinen starken europäischen Versöhnungswillen und die große Bedeutung die der Ehrenbürger der Gemeinde Sandbostel bei der Entstehung der Stiftung Lager Sandbostel hatte, hin
Musikalisch gerahmt wurde die Veranstaltung durch die singenden Heimatfreunde aus Selsingen, die mehrere Lieder in plattdeutscher Mundart sangen. Bernard Le Godais hatte im Laufe der Zeit eine enge Verbindung zu den Heimatfreunden Selsingen entwickelt.
Eine Informationstafel erläutert nun dauerhaft im Inneren des 1957 errichteten Kirchenbaus das Leben und Wirken von Bernard Le Godais. Zusätzlich kann die Biografie Le Godais auch als Faltblatt mitgenommen werden.

 

Programm (herunterladbar Grußworte und Beiträge sind farbig markiert und unterstrichen)
Begrüßung Andreas Ehresmann, Geschäftsführer der Stiftung Lager Sandbostel und Gedenkstättenleiter
Ansprache Joachim Behnken, Pro Europa e. V.
Musik: Singende Heimatfreunde Selsingen
Grußwort David McAllister, MdEP (nds. Ministerpräsident a.D.), verlesen durch Hans-Heinrich Ehlen (nds. Landwirtschaftsminister a.D.)
Grußwort Peter Radzio (Bürgermeister Gemeinde Sandbostel)
Grußwort Hans-Wilhelm Hastedt (Superintendent a.D.)
Musik: Singende Heimatfreunde Selsingen
Tafelenthüllung
Empfang

Pressebericherstattung

Über Grenzen hinweg. Saal in Gedenkstätte Lager Sandbostel nach Bernard Le Godais benannt. Bremervörder Zeitung, 22. Mai 2018

Denkmal für Bernard Le Godais. Veranstaltungsraum der Gedenkstätte Lager Sandbostel umbenannt. Bremervörder Anzeiger, 20. Mai 2018


7.5.2018
Niederländisches Dodenherdenking in der Gedenkstätte Lager Sandbostel
Wie in jedem Jahr hat die „Nederlandse Traditie Vereniging Seedorf“, NTVS (Niederländische Traditionsvereinigung Seedorf e.V.) auch am 4. Mai 2018 zum „Dodenherdenking“ in die Gedenkstätte Lager Sandbostel eingeladen.

Das nationale Totengedenken wird in den gesamten Niederlanden begangen und von der niederländischen Gemeinschaft im Kreis Rotenburg (Wümme) auch vor der Lagerkirche in Sandbostel ausgerichtet. Henk Tijink, der neue Vorsitzende der NTSV, konnte in diesem Jahr rund 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen.
Henk Tijink betonte in seiner kurzen und eindringlichen Ansprache, dass „Freiheit ist nicht selbstredend“ sei. „Für Freiheit“ so Henk Tijink weiter „muss man kämpfen. Man muss jeden Tag gegenüber willkürlichen diskriminierenden Äußerungen protestieren und aufstehen gegen Unrecht und Ungerechtigkeit.“ Das verlange Zivilcourage und Mut. Der Vorsitzende NTSV hoffe, dass wir alle den Mut dazu besitzen.

Nach der Verlesung eines Gedichts des 14jährgen Schülers Ilja Boersma erschallte um 19.59 traditionell das Trompetensignal des „taptoe“, des niederländischen Zapfenstreichs. Anschließend erfolgten dann, wie in den gesamten Niederlanden, um 20.00 Uhr zwei Schweigeminuten. Beendet wurden die Schweigeminuten mit der niederländischen Nationalhymne. Im Anschluss legte die Vorsitzende gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der NTVS, einen Kranz am Stein für die in Sandbostel gestorbenen Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen nieder. In diesem Jahr legte die Nederlandse Traditie Vereniging Seedorf auch stellvertretend einen Kranz des niederländischen Generalkonsuls aus Düsseldorf nieder.
Zum Abschluss des diesjährigen Dodenherdenking lud die Nederlandse Traditie Vereniging Seedorf zu einem kopje koffie in das Vereinshaus „Klein Seedorf“ in die Luftlandekaserne Seedorf.

 

Download der Ansprache von Henk Tijink und des Gedichts von Ilja Boersman

 

Hintergrund 1:
Ursprünglich war das Dodenherdenking am 4. Mai (dem Datum der Unterzeichnung der deutschen Teilkapitulation in Nordwestdeutschland, Dänemark und den Niederlanden) als nationaler Gedenktag für die niederländischen Opfer im Zweiten Weltkrieg gedacht.
1961 erfolgte allerdings eine offizielle Erweiterung, die nunmehr alle niederländischen Kriegsopfer oder Verstorbenen seit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs umfasst.
Einen Tag später am 5. Mai wird dann die Befreiung der Niederlande von der deutschen Besatzung gefeiert.

Hintergrund 2:
Im Kriegsgefangenenlager Sandbostel gab es viele zivile Seeleute aus den Niederlanden und den niederländischen Kolonien, die auf ihren Handelsschiffen von der deutschen Kriegsmarine aufgebracht und zunächst in das Zivilinternierungslager im Stalag X B und später dann in das Marlag/Milag-Nord in Westertimke überstellt wurden. Todesfälle unter den zivilen Niederländern sind bisher nicht bekannt.
Kurz vor Kriegsende wurden etwa 9.500 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme und einigen Außenlagern im Bremer Raum mit Transporten nach Sandbostel deportiert. Darunter befanden sich auch 519 Niederländer. Am 29. April 1945, dem Tag der Befreiung, wurden noch 377 niederländische KZ-Häftlinge lebend gezählt. Aber auch nach der Befreiung starben noch zahlreiche Häftlinge an Entkräftung, darunter fast 200 Niederländer. Insgesamt kehrte nur ein Drittel lebend aus Sandbostel in die Niederlande zurück (175 Personen).


2.5.2018

Würdige und gut besuchte Gedenkveranstaltung am Befreiungstag des Stalag X B

Der 29. April war erneut eine überaus gelungene Veranstaltung im Gedenken an die in Sandbostel verstorbenen Menschen. Etwa 250 Personen nahmen an den angebotenen Rundgängen und Veranstaltungen anlässlich des 73. Jahrestags der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B teil.

Nach der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Lager Sandbostel Detlef Cordes, betonte Dr. Marco Mohrmann, der Landkreisvertreter im Kuratorium der Stiftung Lager Sandbostel, dass Gedenkveranstaltungen wie die in Sandbostel, einen wichtigen Teil dazu beitragen, die Zivilgesellschaft ganz konkret vor Ort zu stärken, denn, so Mohrmann weiter, "niemals darf sich das Unrecht des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte wiederholen". Mit einen aktuellen Bezug zu der Auseinandersetzung um antisemitische Liedtexte betonte er, dass die Tatsache das eine Band mit solchen Texten mit einem renommierten Musikpreis gewürdigt wurde, "ein gesellschaftliches Armutszeugnis" sei, "das uns lehrt, weiterhin auf der Hut zu sein." Zudem zeige dieses Beispiel, wie wichtig die Arbeit insbesondere mit Jugendlichen in der Gedenkstätte Sandbostel sei.

Der französische Generalkonsul Laurent Toulouse betonte in seinem Grußwort, dass die Erinnerung an den Nationalsozialismus, an die Shoa, an dem Zweiten Weltkrieg und an die Lager sehr aktuell seien. Die Erinnerung daran diene nicht nur als nötiges Hindernis gegen das Vergessen und nicht nur als Erfahrungsschatz aus der Vergangenheit. Vielmehr sei sie, so der Generalkonsul "auch ein Mittel zur Zukunftsgestaltung und damit eine Grundvoraussetzung des Zusammenlebens!" Daher, so bekräftigte Laurent Toulouse, "dürfen (wir) also nie vergessen, was hier geschah, weil hier wie in allen anderen Gedenkstätten, die Wurzeln unseres friedlichen Europas liegen".

Julie Berron zitierte aus einer Rede ihres Großvaters, dem französischen KZ-Häftling Roger Cornu, die dieser vor ehemaligen französischen Kriegsgefangenen gehalten hatte. Darin schilderte, Roger Cornu die grauenvollen Zustände in Sandbostel. Er beschrieb aber auch die große Solidarität der französischen Kriegsgefangenen, die den KZ-Häftlingen Nahrung und Medikamente gaben und versuchten, Nachrichten an die Angehörigen aus dem Lager zu schmuggeln.

Julie Berron berichtete davon, wie das Schicksal Ihres Großvaters, den sie nie kennengelernt hat, das Leben der ganzen Familie und auch ihr Leben beeinflusste. Heute aber, so Julie Berron, sei ihre beste Freundin eine Deutsche. Sie stehen sich sehr nahe, vor allem, weil sie beide als Lehre aus der Vergangenheit eine Erziehung genossen haben, die vor allem auf Respekt und Toleranz basiert.

Nach der Begrüßung durch Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann trugen zu Beginn des zweiten Teils der Gedenkveranstaltung Schülerinnen der Oste-Hamme-Schule aus Gnarrenburg sehr eindrucksvolle Passagen aus dem Tagebuch von Elfie Walter vor. Elfie Walter war als 17jähriges Mädchen von der britischen Armee gemeinsam mit vielen anderen Schulmädchen zum Pflegen der befreiten Menschen im Stalag X B eingesetzt worden. In ihrem Tagebuch schilderte sie die katastrophalen Bedingungen im Lager.

Anschließend beschrieb der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne die historischen Situation zum Zeitpunkt der Befreiung und insbesondere die Zustände in dem KZ-Bereich.

Minister Tonne machte deutlich, dass diese Erinnerung an Menschheitsverbrechen bisher nicht gekannten Ausmaßes für die deutsche Gesellschaft eine immerwährende Verantwortung und Verpflichtung bleibt.

Darüber hinaus fand der Minister deutliche Worte gegen einen schleichenden erinnerungskulturellen Paradigmenwechsel in der Bundesrepublik: "Erinnerung und Gedenken sind eine Verpflichtung gegenüber den Opfern und gegenüber uns allen, damit sich diese Dinge niemals wiederholen. Wer von einer erinnerungspolitischen Kehrtwende faselt, dem muss ein Aufstand der Anständigen entgegen treten."

Pieter Dekker, Vorsitzender der Stiftung Oktober'44 aus Putten in den Niederlanden, erinnerte in seiner Ansprache an das Schicksal von über 600 Männern aus seiner Heimatgemeinde, die nach einem Anschlag auf die deutsche Wehrmacht in einer Repressalmaßnahme in das KZ Neuengamme gebracht wurden. Im Zuge der Räumung kamen 46 Männer von ihnen mit einem der Todesmärsche nach Sandbostel. 34 von ihnen starben und ruhen heute auf dem Lagerfriedhof in anonymen Einzelgräbern.

 

Programm (herunterladbare Grußworte und Beiträge sind farbig markiert und unterstrichen)

16.00 Uhr Ehemaliger Lagerfriedhof (Kriegsgräberstätte Sandbostel)

Begrüßung Detlef Cordes, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lager Sandbostel

Grußwort Dr. Marco Mohrmann, MdL und Vertreter des Landkreises im Kuratorium der Stiftung Lager Sandbostel

Grußwort Laurent Toulouse, Generalkonsul der französischen Republik, Hamburg

Ansprache Julie Berron, Enkelin des französischen KZ-Häftling Roger Cornu im französischen Original

Ansprache Julie Berron, Enkelin des französischen KZ-Häftling Roger Cornu in der deutschen Übersetzung von Dr. Lars Hellwinkel

Multireligiöse Gebetsreihe

Kranzniederlegung

 

17.30 Uhr Gedenkstätte Lager Sandbostel

Begrüßung Andreas Ehresmann, Geschäftsführer der Stiftung Lager Sandbostel und Gedenkstättenleiter

Jugendbeitrag der Oste-Hamme-Schule Gnarrenburg

Grußwort Grant Hendrik Tonne, Niedersächsischer Kultusminister

Ansprache Pieter Dekker, Vorsitzender der Stichting Okober'44, Niederlande

Kranzniederlegung/individuelles Gedenken

 

Musikalische Begleitung: Paul Bialek (Violine); Worpswede

Johann Sebastian Bach: Adagio aus der Sonate für Violine solo g-moll, BWV 1001
Johann Sebastian Bach: Sarabande aus der Partita d-moll, BWV 1004
Johann Sebastian Bach: Andante aus der Sonate für Violine solo a-moll, BWV 1003

 

19.00 Uhr evangelisch-lutherische Lagerkirche

Gedenkgottesdienst mit Pastor Manfred Thoden (St. Lamberti Kirchengemeinde Selsingen) und Diakon Michael Freitag-Parey (Kirchenkreis Bremervörde-Zeven, Kirchliche Friedens- und Gedenkstättenarbeit an der Gedenkstätte Lager Sandbostel)

 

Fotodokumentation

 

Presseberichterstattung

In Gedenken und als Mahnung. Bewegende Ansprachen bei Kranzniederlegung anlässlich des 73. Jahrestages der Befreiung des Lagers in Sandbostel. Bremervörder Zeitung, 30. April 2018

Deutliche Worte des Ministers. Gedenkveranstaltung in Sandbostel: Tonne warnt vor Rechtspopulisten - Lob für Engagement. Bremervörder Zeitung, 2. Mai 2018

Gastkommentar: Gedenkfeier in der Gedenkstätte Lager Sandbostel. Erinnerung an die Verantwortung darf niemals enden. Zevener Sonntagsjournal, 6. Mai 2018

"Es werden Grenzen überschritten". Gedenkveranstaltung zum 73. Jahrestag der Befreiung des Lagers Sandbostel. Bremervörder Anzeiger, 6. Mai 2018


23.4.2018

Wir trauern um Sergej Litwin

Mit Bestürzung müssen wir mitteilen, das der ehemalige sowjetische Kriegsgefangene Sergej Litwin am 22. April im Alter von 96 Jahren und sieben Monaten in seiner Heimatstadt Moskau verstorben ist.

Viele werden den lebensfrohen Sergej Litwin bei seinem letzten Besuchen in der Gedenkstätte am 29.4.2013 noch vor Augen haben.

Er hielt bei der Eröffnung der neu gestalteten Gedenkstätte Lager Sandbostel noch eine kraftvolle Rede.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden.

 

Sergej Litwin wurde 1921 in Russland geboren. Während seiner zehnjährigen Schullaufbahn lernte er Deutsch, Ukrainisch und Russisch. Er war jahrgangsbester in Deutsch. 1939 begann Sergej Litwin ein Studium, er wurde aber bereits während seines ersten Semesters in die sowjetische Armee eingezogen. Sergej Litwin diente zwei Jahre bei der Artillerie. Kurz nach dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion geriet er in Litauen in Kriegsgefangenschaft und wurde in das Kriegsgefangenensammellager Sepesch gebracht. Von dort ist er über Riga in einer sechstägigen Fahrt im offenen Güterwagen über das Kriegsgefangenenlager Wietzendorf in das Kriegsgefangenenlager Sandbostel transportiert worden.

In Sandbostel waren die Lebensbedingungen für die sowjetischen Kriegsgefangenen katastrophal. Im Winter 1941/1942 starben die sowjetischen Kriegsgefangenen massenhaft an Hunger, Krankheiten und brutaler Behandlung.
Sergej Litwin überlebte, weil er über gute Deutschkenntnisse verfügte, er wurde bei der Registrierung der sowjetischen Kriegsgefangenen eingesetzt. Sein Vorgesetzter Fritz Drephal versorgte ihn mit zusätzlichen Lebensmitteln und Tabak.
Ab Sommer 1944 arbeitete Sergej Litwin auf einem Bauernhof in Byhusen. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurde er zurück ins Kriegsgefangenenlager Sandbostel gebracht und von dort in ein Arbeitskommando nach Plönjeshausen überstellt, wo die britische Armee ihn im April 1945 befreite.


3.4.2018

Erneuter Arbeitseinsatz der Jugendbauhütte Stade

Bereits zum zweiten Mal kommen Paul Holzer, Vincent Güdde und Cara Schöpe aus Deutschland und Anastasiia "Nastya" Stiekhina aus der Ukraine (von links) für einen Arbeitseinsatz in die Gedenkstätte Lager Sandbostel. Die vier werden in den nächsten zwei Wochen vor allem den Veranstaltungsraum in der 1957 im Durchgangslager für jugendliche Flüchtlinge aus der DDR errichteten ehemaligen katholischen Lagerkirche renovieren. Eine große Giebelwand wird verputzt und gestrichen werden.

Zunächst sind Paul, Vincent, Cara und Nastya aber mit Aufräumarbeiten im Außengelände beschäftigt.

Hintergrund: Die Jugendbauhütte Stade wurde 2009 gegründet und ist heute eine von 13 Jugendbauhütten bundesweit, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz initiiert und gefördert werden. Jugendliche können dort ihr freiwilliges soziales Jahr in der Denkmalpflege (FSJ Denkmalpflege) absolvieren und dabei in einer Mischung aus traditionellem Handwerk und Baukultur, Denkmalpflege, Archäologie und Gemeinschaftsleben Erfahrungen gewinnen. Zudem werden durch die Jugendlichen kleine und allzu häufig finanzschwache Kultureinrichtungen, Museen oder Vereine bei dem Erhalt von bedeutenden Kulturgütern unterstützt. Sandbostel konnte seit 2016 nun schon den dritten Jahrgang begrüßen, die die Gedenkstätte ganz konkret und praktisch bei Aufräum-, Pflege- und Gestaltungsmaßnahmen unterstützten. Der nächste Einsatz wurde schon wieder für das Frühjahr 2018 vereinbart.
Eine Besonderheit der Jugendbauhütte Stade ist die „Mobile Interkulturelle Einsatztruppe“, bei der bis zu sechs Jugendliche (drei Frauen und drei Männer sowie drei Deutsche und drei aus dem Ausland) bei den Einsatzstellen vor Ort untergebracht werden und diese über einen kürzeren Zeitraum unterstützen.

Kontakt: Jugendbauhütte im Landkreis Stade, Schloss Agathenburg, Hauptstraße, 21684 Agathenburg


29.3.2018

Die Gedenkstätte ist an den Osterfeiertagen geöffnet

Die Gedenkstätte bleibt auch an den kommenden Feiertagen für Sie geöffnet.

An Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag zwischen 11.00 und 17.00 Uhr können die Ausstellungen zur Geschichte und Nachgeschichte des Kriegsgefangenenlagers sowie die Gebäude im Außenbereich besucht werden.


23.3.2018

Alles gut? Neuer "gut:jetzt"-Gottesdienst in der Lagerkirche Sandbostel am 6. Mai 2018

„Alles gut!?“
"Alles gut" ist die neue Multifunktionsjacke unter den Floskeln. Wer in unangenehmen Situationen reflexhaft „alles gut“ antwortet, spielt seinen Ärger runter, weil er unkompliziert tut, und als ließe er sich von überhaupt nichts aus der Ruhe bringen. Je nach Tonfall, und Gestik und Mimik wirkt ein „alles gut“ eben ganz und gar nicht mehr so, als wäre wirklich alles gut. Es kommt eher so an, als wolle man das Gegenüber einfach schnellstmöglich loswerden.
Nach dem Ende des Krieges am 8. Mai 1945 war längst nicht alles gut. Gut, war jedoch, dass der Krieg zu Ende war. Das macht aber gemeinhin nicht alles reflexartig gut. Richard von Weizsäcker hat, mit Blick auf den 8. Mai 1945, von der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus gesprochen. Das Ende des Krieges war ein Akt der Befreiung. Und Trotzdem war nicht alles postwendend wieder gut.  
In den kleinen Alltagssituationen, wie auch in den großen weltpolitischen Momenten braucht es einen Klartexter, der nicht mit einem floskelhaften „alles gut“ den Menschen begegnet sondern den Mut hat, ehrlich Klartext zu reden, Wunden offenzulegen, nachzufragen, Antworten auszuhalten und dafür eintritt, dass vielleicht nicht alles aber doch vieles wieder gut werden kann. Ein Blick auf einen solchen Klartexter kann gut tun: Jesus.

Hintergrund: „Ein Forum, eine Werkstatt, ein Gottesdienst. – Mitmachen, feiern, auftanken.“ Das sind die Schlagworte des Gottesdienstformates, dass der Diakon und Friedenspädagoge an der Gedenkstätte Lager Sandbostel, Michael Freitag-Parey und die Selsinger Pastoren Manfred Thoden und Pastor Markus Stamme gemeinsam entwickelt haben. „gut:jetzt“ soll ein Forum, eine Werkstatt, ein Gottesdienst sein und zwar generationsübergreifend. „Wir wollen nicht nur miteinander Gottesdienst feiern und auftanken sondern den Gottesdienst auch zusammen vorbereiten und gestalten. Dazu ist jede und jeder herzlich eingeladen“ betonen die Veranstalter.


Informationen und weitere Auskünfte zu „gut:jetzt!“: Michael Freitag-Parey, Email: michael.Freitag(at)fub-oese.de, Manfred Thoden, Email: manfred.thoden(at)kkbz.de und Markus Stamme, Email: markus.stamme(at)kkbz.de

 

Siehe auch: Homepage zur Lagerkirche


21.3.2018

Gedenkstätte Lager Sandbostel jetzt mit eigener Facebook-Seite vertreten

Am heutigen 21. März haben wir für die Gedenkstätte Lager Sandbostel eine eigene Facebook-Seite freigeschaltet. Nun mehr sind wir auch in diesem Medium vertreten und können Veranstaltungsankündigungen, Neuigkeiten und Informationen tmiteilen.

Für die Erstellung sei unserem Praktikanten Jan Dohrmann herzlich gedankt.

 

Gedenkstätte Lager Sandbostel auf facebook


23.2.2018
save the date - 29.4.2018
Gedenkveranstaltung zum 73. Jahrestag der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B Sandbostel

Die Veranstaltung beginnt am Sonntag den 29. April 2018 um 16.00 Uhr auf dem ehemaligen Lagerfriedhof, der heutigen Kriegsgräberstätte Sandbostel (Beverner Str. in 27446 Sandbostel). Um 17.30 Uhr wird die Veranstaltung in der ehemaligen Lagerküche in der Gedenkstätte fortgesetzt. Enden wird die Veranstaltung um 19.00 Uhr mit einem Gedenkgottesdienst in der Lagerkirche.
Wir möchten Sie herzlich einladen an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen. Das genaue Programm wird noch gesondert bekannt gegeben.


8.2.2018

FSJ-Stelle wird zum 1. September eingerichtet

Erfreulicherweise konnte der Gedenkstättenverein Sandbostel e. V. in diesem und dem vergangenen Jahr  Spendengelder einwerben um damit eine FSJ-Stelle (Freiwilliges Soziales Jahr) in der Gedenkstätte Lager Sandbostel einzurichten. Die Hauptförderer sind die St. Lamberti-Kirchengemeinde Selsingen, die Fa. Edeka Böttjer mit ihren Standorten in Selsingen und Bremervörde sowie der Gedenkstättenverein Sandbostel. Die FSJ-Stelle wird erstmals in diesem Jahr ausgeschrieben und soll dann dauerhaft weitergeführt werden.
Die Gedenkstätte Lager Sandbostel ist eine anerkannte außerschulische Jugendbildungseinrichtung. Mit der FSJ-Stelle soll Jugendlichen die Möglichkeit für historisches, politisches und kulturelles Engagement in einer Gedenkstätte geboten werden.

Das FSJ Politik an der Gedenkstätte Lager Sandbostel bietet Einblicke in die Gedenkstättenpädagogik mit Schulklassen und kirchlichen Jugendgruppen sowie anderen Jugendverbänden verschiedener Prägung, in die Durchführung von Internationalen Jugendworkcamps im In- und Ausland, in Seminar- und Workshoparbeit zu unterschiedlichen Themenfeldern der Friedenspädagogik, in die Archivarbeit der Gedenkstätte mit dem
Aufarbeiten historischer Quellen für Bildungszwecke sowie der Archivierung und Instandhaltung der Dokumente und Objekte. Darüber hinaus wird der oder die Freiwillige die Gedenkstätte in der allgemeinen Besuchsbetreuung, bei Veranstaltungen wie der jährlichen Gedenkveranstaltung unterstützen. Innerhalb der FSJ-Zeit können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. So hat die/der Freiwillige die Möglichkeit in Absprache und Kooperation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein eigenes Projekt in der Gedenkstätte zu entwickeln.
Der Beginn der FSJ-Stelle ist für den 1. September 2018 geplant, kann aber auch individuell angepasst werden. Interessenten können sich in der Gedenkstätte Lager Sandbostel melden.
Wir freuen uns über Ihre Bewerbungen. Weitergehende Informationen über die FSJ-Stelle können in der Gedenkstätte Lager Sandbostel angefragt werden. Trägerorganisation der FSJ-Stelle ist die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung e.V. (LKJ) Niedersachsen, die Stelle ist im Bereich FSJ-Politik angesiedelt.


15.1.2018

Anmeldungen zum 9. Jugendworkcamp jetzt möglich

In Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dem Kirchenkreis Bremervörde-Zeven und der Gemeinde Sandbostel lädt die Stiftung Lager Sandbostel vom 3. bis zum 14. Juli 2018 zum 9. Internationalen Jugendworkcamp in Sandbostel ein.

Das Internationale Workcamp  ist ein buntes Come together für Leute zwischen 16 und 22 Jahren. Work steht für gemeinsam was tun. Anpacken. Was schaffen. Jugendliche aus bis zu acht Nationen
leben und arbeiten zwei Wochen gemeinsam in Oese und Sandbostel an der Gedenkstätte Lager Sandbostel.

In diesem Jahr wird es in verschiedenen Workshops u.a. die Möglichkeit geben, in einer archäologischen Grabung die Fundamente und die Bodenplatte einer nicht mehr vorhandenen Unterkunftsbaracke freizulegen. Unter fachlicher Anleitung wird dieser Bereich ausgegraben und in die Gedenkstättengestaltung integriert. Zudem soll versucht werden, mit Suchgrabungen bisher nicht genau bekannte Standorte von Unterkunftsbaracken des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Stalag X B Sandbostel und einen Weg aus der Nachkriegszeit zu ermitteln.

Neben dem handwerklichen Arbeiten auf dem historischen Lagergelände in Sandbostel wollen wir in Workshops und Foren unter dem Motto „Zeig dich!“ die Möglichkeit aufgreifen, uns mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen auseinanderzusetzen und nach dem zu suchen, was unsere Verantwortung und Aufgabe ist in einem Europa für viele.

Wir verstehen das Internationale Jugend-Workcamp in Sandbostel als ein gemeinsames Zeichen für den Frieden. Gegen das Vergessen. Gegen rechts. Und für Versöhnung.
Wir setzen uns gegen Rechtsextremismus und für Toleranz, Zivilcourage und demokratische Werte ein. Wir bringen unsere Kultur, unsere Geschichte und unseren Glauben ins Spiel. Wir wollen Geschichte entdecken und verstehen. An Ort und Stelle. In der Begegnung. In Aktion. In Sandbostel. Und darüber hinaus.

 

Teilnehmen können 20 Jugendliche zwischen 16 und 22 Jahre aus ganz Europa

 

Reiseroute: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer reisen am 13. Juli selbstständig an.

 

Unterbringung/Verpflegung: Die Unterbringung erfolgt in einer Freizeit und Begegnungsstätte, Vollverpflegung

 

Teilnahmebeitrag: Der Teilnahmebeitrag beträgt bei Jugendlichen aus Westeuropa 175,- Euro und bei Jugendlichen aus Osteuropa 125,- Euro.

 

Pass/Visum: Je nach Herkunftsland gültiger Personalausweis, Reisepass und/oder Visum

 

Gesundheitsbestimmungen: Ein Impfschutz gegen Tetanus wird empfohlen

 

Die Anmeldung kann auf verschiedene Weise erfolgen:

Download Faltblatt


11.1.2018

Neues Veranstaltungsprogramm Januar bis Juni 2018 erschienen