Neuigkeiten 2020


25.3.2010

Reinhard Egge im Alter von 74 Jahren verstorben

Reinhard Egge (1945 - 2019) // Foto: Achiv GFVD
Reinhard Egge (1945 - 2019) // Foto: Achiv GFVD

Mit Bestürzung müssen wir mitteilen, dass Reinhard Egge aus Ritterhude bereits im November des vergangenen Jahres völlig überraschend im Alter von nur 74 Jahren gestorben ist. Reinhard Egge trat vor allem in seiner Funktion als langjähriger Sprecher bei der Regionalen Arbeitsgruppe Bremen-Unterweser von Gegen Vergessen - Für Demokratie und in seiner Heimatstadt Ritterhude als steter Mahner gegen das Vergessen auf. Auch der Gedenkstätte Lager Sandbostel und vor allem den hier praktizierten gedenk- und friedenspädagogischen Ansätzen war Reinhard Egge verbunden. Immer wieder kam er mit kleinen Gruppen aus Ritterhude nach Sandbostel um den Jugendlichen die Gedenkstätte zu zeigen. Dabei überraschte er uns immer wieder mit durchaus unkonventionellen Ideen und Gedanken. Am besten charakterisiert der Nachruf von den Rektorinnen und Rektoren der Ritterhuder Schulen Reinhard Egge.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel


17.3.2020

Verkürzter Arbeitseinsatz der Mobilen Einsatzstruppe

Die Gedenkstätte schließt vorerst und alle Kolleginnen und Kollegen gehen ins Homeoffice! Damit endet leider auch der zweite Arbeitseinsatz von Bennet, Tessa und Johann (v.l.) in Sandbostel früher als geplant. Die drei machen ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege und bilden zusammen mit Johanna (zur Zeit im Urlaub) die Mobile Einsatztruppe der Jugendbauhütte Stade. In den letzten Tagen haben sie Renovierungsarbeiten am "Haus Altenberg" durchgeführt und dabei unter anderem die Fensterrahmen geschliffen, grundiert und neu lackiert. Ursprünglich sollte der Arbeitseinsatz noch bis Ende der nächsten Woche fortgesetzt werden. Vielen Dank für euren Arbeitseinsatz und bleibt gesund.

Hintergrund: Die Jugendbauhütte Stade wurde 2009 gegründet und ist heute eine von 13 Jugendbauhütten bundesweit, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz initiiert und gefördert werden. Jugendliche können dort ihr freiwilliges soziales Jahr in der Denkmalpflege (FSJ Denkmalpflege) absolvieren und dabei in einer Mischung aus traditionellem Handwerk und Baukultur, Denkmalpflege, Archäologie und Gemeinschaftsleben Erfahrungen gewinnen. Zudem werden durch die Jugendlichen kleine und allzu häufig finanzschwache Kultureinrichtungen, Museen oder Vereine bei dem Erhalt von bedeutenden Kulturgütern unterstützt.
Eine Besonderheit der Jugendbauhütte Stade ist die „Mobile Einsatztruppe“, bei der vier Jugendliche (zwei Frauen und zwei Männer) bei den Einsatzstellen vor Ort untergebracht werden und diese über einen kürzeren Zeitraum unterstützen.
Kontakt: Jugendbauhütte im Landkreis Stade, Schloss Agathenburg, Hauptstraße, 21684 Agathenburg


14.3.2020
Wir trauern um Johann Pape

Johann Pape (1930 - 2020) // Foto: Jan Dohrmann
Johann Pape (1930 - 2020) // Foto: Jan Dohrmann

Mit großer Bestürzung müssen wir mitteilen, dass am 9. März der gebürtige Granstedter Johann Pape im Alter von 89 Jahren an Herzversagen verstorben ist.
Viele werden den lebensfrohen Johann Pape bei seinen Besuchen in der Gedenkstätte vor Augen haben. Stets kam er mit seinem Aufnahmegerät kurz vor unseren zahlreichen Veranstaltungen in die Gedenkstätte, bat die Referentinnen und Referenten um Erlaubnis und befestigte dann sein Aufnahmegerät am Redepult. Nebenbei übergab er uns dann immer die auf CD gebrannte Aufnahme der Veranstaltung zuvor. Auf diese Art und Weise haben wir von Johann Pape in den letzten Jahren eine umfangreiche und wichtige Sammlung von Audiomitschnitten von unseren Vortrags- und Gedenkveranstaltungen erhalten.

Der Gedenkstätte war Johann Pape sehr verbunden, denn neben seinem dokumentarischen Interesse an unseren Veranstaltungen hatte er auch seine ganz persönliche Geschichte mit dem Stalag X B Sandbostel. Unmittelbar nach dem Kriegsende wurde der 14jährige Johann von der britischen Armee im befreiten Kriegsgefangenenlager Sandbostel zum Arbeitseinsatz verpflichtet. Eingesetzt war er bei der Desinfektion der an Typhus erkrankten KZ-Häftlinge. Zusammen mit einem britischen Unteroffizier desinfizierte er pro Tag etwa 200 befreite Häftlinge. Diese Bilder haben sich tief in ihm eingeprägt und er gab rückwirkend seinem Vater Recht, der sich immer von den Nationalsozialisten fern gehalten hatte, während Johann begeistert zur Hitlerjugend gegangen war.
Es war ihm stets wichtig an die Geschichte des Nationalsozialismus zu erinnern und von seinen Erlebnissen in Sandbostel zu erzählen, damit sich diese nie wiederholen möge. Zuletzt hat Johann Pape noch im Oktober letzten Jahres vor über 100 Besucherinnen und Besuchern aus seinem Leben erzählt.
Wir werden Johann Pape, sein Engagement und seine Teilnahme vermissen.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel


10.3.2020

75. Jahrestag der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B Sandbostel am 29. April 2020

 

aktuelle Mitteilung:
Aufgrund der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus (Covid-19) verfolgen wir die weitere Entwicklung der Situation und alle verfügbaren Informationen sehr genau. Unsere weiteren Planungen für die Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Befreiung des Stalag X B Sandbostel am Mittwoch den 29. April 2020, erfolgen in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen der anderen Gedenkstätten in Niedersachsen. Derzeit ist leider noch nicht abzusehen, ob die sich täglich verändernde Lage Auswirkungen auf die Veranstaltung haben wird. Sobald nähere Informationen verfügbar sind, stellen wir sie an dieser Stelle zur Verfügung. Wir beachten dabei, Veränderungen zeitlich so mitzuteilen, dass insbesondere unsere internationalen Gäste sich auf die veränderte Situation einstellen können. Wir bitten um Verständnis.

Vorbehaltlich eventuell notwendiger Änderungen ist folgender Ablauf geplant:
13.00 Uhr, Gedenkstätte Lager Sandbostel, Greftstr. 3, Informationsrundgänge in Deutsch, Englisch, Russisch, Italienisch und Französisch
16.00 Uhr, ehemaliger Lagerfriedhof (heutige Kriegsgräberstätte Sandbostel), Bevener Str., 27446 Sandbostel
17.30 Uhr ehemalige Lagerküche A, Gedenkstätte Lager Sandbostel, Greftstr., 27446 Sandbostel
19.00 Uhr, „Lagerkirche Sandbostel“, Gedenkandacht Greftstr., 27446 Sandbostel

Stand: 10. März 2020


10.3.2020

Memorial service on the occasion of the upcoming 75th anniversary of the liberation of Stalag X B Sandbostel on 29th of April 2020

 

Current release:

Due to the worldwide spread of the coronavirus (Covid-19) we are keeping ourselves informed about the current situation and study all available informations with great care. Our plannings with regard the memorial service on the occasion of the upcoming 75th anniversary of the liberation of Stalag X B on Wednesday the 29th of April 2020, are coordinated closely with the authorities and in exchange with collegues of further memorial sites in the region of Lower Saxony. At this moment, we are unable to foresee whether the daily changing situation will effect this year's memorial service. As soon as there are further informations available, we will provide you with them. We take into account to inform you as soon as possible, so that our international guests are able to adapt to a possibly changing situation. We appreciate your understanding.

Subject to any necessary changes, the following process is currently planned:
1:00 PM, Camp Memorial Sandbostel, Greftstr. 3, guided tours in English, German, Russian, Italian and French
4:00 PM, former camp cemetery, today’s war graveyard Sandbostel (Beverner Str., 27446 Sandbostel)
5:30 PM, former camp's kitchen at the Camp Memorial.
7:00 PM, memorial service in the Camp's Church.

10th March 2020


1.3.2020
Geomagnetische Untersuchung des ehemaligen Lagergeländes

Ende Februar haben Archäologen des Instituts für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Universität Hamburg in einem Kooperationsprojekt mit der Kreisarchäologie Rotenburg (Wümme) und der Stiftung Lager Sandbostel mehrere Bereiche des ehemaligen Lagergeländes untersucht. Zuvor wurden die Areale definiert, in denen es bisher kaum Informationen über Untertage noch vorhandene Lagerstrukturen wie beispielsweise Fundamente, Pfostenlöcher und Zaunverläufe gibt. Zerstörungsfrei wurden daraufhin in der Kampagne die Bereiche geophysikalisch prospektiert. Bei der gewählten Methode mit einem Bodenradar können mit Hilfe der Geomagnetik im Boden erhaltene Lagerstrukturen sichtbar gemacht werden. Die digitalen Ergebnisse werden nun bereinigt, bearbeitet und dann umfassend analysiert.


21.2.2020

Sprengstoff bei KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora gefunden

Mit Bestürzung mussten wir am gestrigen Abend zur Kenntnis nehmen, dass bereits im Januar ein zündfähiger Sprengsatz vor dem Eingang der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in thüringischen Nordhausen entdeckt worden war. Nachdem 2019 bereits einen vorläufigen traurigen Höhepunkt rechter Gewalt und Bedrohungslagen markierte, überschlagen sich in diesem noch jungen Jahr die Ereignisse: Erst vor kurzer Zeit flog die rechtsterroristische sogenannte “Gruppe S.” auf und gestern Abend ermordete ein 43-Jähriger im hessischen Hanau neun Menschen aus einer rassistischen Motivation heraus. Auch in unserer Region kam es in den vergangenen Tagen mit einem vermutlich rechtsextrem motivierten Brandanschlag auf ein Restaurant in Syke und der gestrigen Bombendrohung gegen die Fatih-Moschee in Bremen zu erschreckenden Ereignissen.

Wir Mitarbeiter*innen der Gedenkstätte Lager Sandbostel verurteilen die Taten aufs Schärfste und fordern eine schnelle und vollständige Aufklärung der Hintergründe. Unsere Gedanken und unsere Solidarität sind bei den Opfern des rassistischen Terrors in Hanau und ihren Angehörigen, sowie bei unseren Kolleg*innen von der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und allen anderen Betroffenen rechter Gewalt.


20.2.2020

Festakt: 15 Jahre Stiftung Lager Sandbostel - fällt aus wegen der Covid-19-Pandemie

Freitag, 17. April 2020, 19.00 Uhr, Bernard Le Godais-Sal, Greftstr. 3, 27446 Sandbostel

Am 17. Dezember 2004 wurde die Stiftung Lager Sandbostel vom Land Niedersachsen, der Samtgemeinde Selsingen, der Gemeinde Sandbostel, der St. Lamberti Kirchengemeinde Selsingen; dem Volksbund Deutsche Kriegesgräberfürsorge und den Vereinen Pro Europa e.V.; Geschichtsfreunden Sandbostel e.V. und  Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel e.V. gegründet. Die Stiftung Lager Sandbostel entwickelte sich schnell zum tragenden Rahmen der 2007 eingerichtet Gedenkstätte Lager Sandbostel, die am 29. April 2013 mit zwei modernen Dauerausstellungen neu eröffnet wurde. Bei dem Festakt am Vorabend der Tagung zu den Todesmärschen nach Sandbostel (18.4.2020) werden die vergangenen 15 Jahre reflektiert und ein Ausblick gewagt.

Das genaue Programm wird noch bekannt gegeben.

Von links: konstituierende Sitzung der Stiftung Lager Sandbostel am 17.12.2004; fünfjähriges Jubiläum (17.12.2009) und zehnjähriges Jubiläum (17.12.2014).


5.2.2020

Neues Veranstaltungsprogramm Januar bis Juni 2020 erschienen


3.2.2020

Todesmärsche im Elbe-Weser-Dreieck - fällt aus wegen der Covid-19-Pandemie
Fachtagung der Gedenkstätte Lager Sandbostel am 18. April anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Stalag X B

Samstag, 18. April 2020, 10.00 – 18.00 Uhr, Foyer im Hauptausstellungsgebäude, Greftstr. 3, 27446 Sandbostel

Lorenbahn mit der nicht mehr marschfähige Häftlinge vom Bahnhof Brillit in das Stalag X B transportiert wurden. Foto: Mose Cabalisti, zw. 20. und 29.4. 1945, Archivio Giovannino Guareschi, Roncole Verdi (Parma), Italien
Lorenbahn mit der nicht mehr marschfähige Häftlinge vom Bahnhof Brillit in das Stalag X B transportiert wurden. Foto: Mose Cabalisti, zw. 20. und 29.4. 1945, Archivio Giovannino Guareschi, Roncole Verdi (Parma), Italien

Kurz vor Kriegsende befanden sich etwa 13.000 Männer im Hauptlager sowie über 40.000 Männer und Frauen in den Außenlagern des KZ Neuengamme bei Hamburg. Die SS veranlasste aufgrund der näher rückenden Fronten die Räumung des Stamm- und der Außenlager.
Tausende KZ-Häftlinge wurden daraufhin unter katastrophalen Bedingungen in überfüllten Güterwaggons durch Norddeutschland transportiert und auf „Todesmärschen“ zu noch nicht geräumten Lagern getrieben. Wer nicht Schritt halten konnte, wurde erschossen. Die Transporte erreichten schließlich die später als „Auffanglager“ bezeichneten Lager Bergen-Belsen, Wöbbelin und Sandbostel. Weitere Tausende Häftlinge wurden auf Schiffe in der Lübecker Bucht gebracht. Nur etwa die Hälfte der Häftlinge überlebte die letzten Kriegswochen.
Ab dem 12. April 1945 erreichten etwa 9.500 KZ-Häftlinge in mehreren Transporten das Kriegsgefangenenlager Sandbostel. Sie kamen aus dem Stammlager Neuengamme und Außenlagern in Hamburg, Bremen, Meppen und Wilhelmshaven. Die Wachmannschaften trieben die kaum noch marschfähigen Häftlinge vor den Augen der deutschen Bevölkerung von den Bahnhöfen Bremervörde und Brillit in das Stalag X B Sandbostel. Etwa ein Drittel der nach Sandbostel gebrachten KZ-Häftlinge starben auf dem Transport, im Lager und trotz der eingeleiteten Rettungsmaßnahmen an Thyphus und Entkräftung vor oder nach der Befreiung.
Die britischen Soldaten bezeichneten das Stalag X B als „ein kleines Belsen“, die französischen Überlebenden als „Sterbelager“.
In der Tagung werden die Todesmärsche durch das Elbe-Weser-Dreieck nach Sandbostel, die Situation im Stalag X B und die Erinnerung in der Nachkriegszeit thematisiert.

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Anmeldungen bitte bis zum 31. März 2020 an info@stiftung-lager-sandbostel.de. Die Teilnehmerinnen- und Teilnehmerzahl ist begrenzt und die Plätze werden nach dem zeitlichen Eingang der Anmeldungen vergeben.

Programm:

10:00

Begrüßung/Vorstellung des Programms – Andreas Ehresmann, Gedenkstätte Lager Sandbostel


Panel 1: Sandbostel als Zentrum der Todesmärsche im Elbe-Weser-Dreieck

10:15


10:45

 

 

11:15
11:30


12:00
12:30

Die Todesmärsche nach Sandbostel im April 1945 – Wissensstand und Forschungslücken, Ines Dirolf, Gedenkstätte Lager Sandbostel
Blockältester Nowak auf Todesmarsch durch Niedersachsen. Vom Wert und den Problemen einer seltenen und schwierigen Quelle – Dr. Reimer Möller, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hamburg
Kaffeepause
 „A Hand full survived“. Die Todesmärsche aus Bremen-Farge nach Sandbostel und in die Neustädter Bucht – Dr. Marcus Meyer, Denkort Bunker Valentin, Bremen
Panel-Diskussion
Mittagspause / Möglichkeit des Ausstellungsbesuchs und Rundgang über das Gelände


Panel 2: Situation vor Ort

14:00

 

   
14:30  

 
15:00   
15.30   

 „Like a minor belsen“. Die Situation im KZ-Auffanglager: Nothilfe der Kriegsgefangenen, Befreiung und Rettungsbemühungen der britischen Armee – Andreas Ehresmann, Gedenkstätte Lager Sandbostel
Der Räumungstransport Sandbostel–Stadersand am 20. April 1945 – Dr. Lars Hellwinkel, Gedenkstätte Lager Sandbostel
Minuten Panel-Diskussion
Kaffeepause


Panel 3: Erinnerungskultur

16:00


16:30


17:00


17:15

17.45
18.00

Die Exhumierung der KZ-Häftlinge in Sandbostel durch die Mission de Recherche 1952 bis 1954 – Ronald Sperling, Gedenkstätte Lager Sandbostel

Die Gedenkmärsche von Bremen-Farge nach Sandbostel 1985 und 1990 – Gerd Meyer, Internationale Friedensschule Bremen
Kurzbericht zur Memorierung von 41 am Bahnhof Brockel ermordeten KZ-Häftlingen – Heinz Promann, Rotenburg (Wümme)
Panel-Diskussion
Tagungsresümee / Tagungskommentar, Prof. Dr. Helga Borries-Sawala, Universität Bremen
Tagungsende



29.1.2020

Großzügige Spende der Auszubildenden des "hagebaumarkt Bremervörde"

Übergabe der Spende in dem zukünftigen Ausstellungs- und Veranstaltungsraum im „Haus Altenberg“. Von links: Andreas Ehresmann, Mohamad Alaa Hamoud, Ronald Sperling und Jennifer Lütge. Foto: Ines Dirolf
Übergabe der Spende in dem zukünftigen Ausstellungs- und Veranstaltungsraum im „Haus Altenberg“. Von links: Andreas Ehresmann, Mohamad Alaa Hamoud, Ronald Sperling und Jennifer Lütge. Foto: Ines Dirolf

Am Dienstag dem 28. Januar überbrachten Jennifer Lütge und Mohamad Alaa Hamoud, beides Auszubildende im hagebaumarkts Bremervörde eine bemerkenswerte Spende in Höhe von 1.000,- Euro für die Gedenkstättenarbeit in Sandbostel. Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann und Archivar Ronald Sperling übernahmen gerne die erfreuliche Spende der Auszubildenden.
Die bemerkenswerte Initiative ging von Jennifer Lütge aus, die bereits als Schülerin die Gedenkstätte Lager Sandbostel besucht hatte. Die Auszubildenden des hagebaumarkts verkauften mit großem Erfolg in der Vorweihnachtszeit selbstgebackene Waffeln an die Kundinnen und Kunden des Baumarktes. Den Erlös daraus, 424,88 Euro, stockte die Verwaltung des Baumarktes großzügig auf 1.000,- Euro auf.
In der Gedenkstätte wird die Spende des Baumarktes durchaus „sachgerecht“ insbesondere für die Sanierung und den Umbau eines Gebäudeteils des „Haus Altenbergs“ zu einem Ausstellungs- und Veranstaltungsraum verwendet.
Die beiden Vertreter der Gedenkstätte zeigten sich sehr erfreut von der Initiative und dem großen Engagement der Auszubildenden für die Gedenkstättenarbeit.


27.1.2020

Gedenkstätte Lager Sandbostel beteiligte sich an der Instagram-Aktion „#LichtergegenDunkelheit“

Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 beteiligte sich die Gedenkstätte Lager Sandbostel gemeinsam mit über 100 anderen Gedenkstätten an der Instagram-Aktion „#LichtergegenDunkelheit“.

Unser FSJler Claas Both illuminierte dazu mehrere Räume in einer der fünf erhaltenen Holzbaracken des Stalag X B Sandbostel mit farbigen Lichtern. In jeder Baracke waren bis zu 400 Menschen untergebracht. Die verschiedenfarbigen Lichter sollen ausdrücken, dass Sie alle eine individuelle Geschichte haben.

Insgesamt durchliefen zwischen September 1939 und April 1945 mindestens 313.000 Kriegsgefangene und 9.500 KZ-Häftlinge das Lager.

Vielen Dank an Claas Both für die Organisation und Durchführung dieser eindrucksvollen Illumination und Carsten Karstensen für die Fotos.

 

 

Über das Projekt:

In diesem Jahr jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zum 75. Mal. Das Kriegsende bedeutete das Ende von Verfolgung, Mord, Ausbeutung und Unterdrückung von Millionen Menschen. Für viele war es jedoch nicht das Ende ihres Leidensweges. Es dauerte Jahrzehnte, bis wieder ein Vertrauensverhältnis zwischen den Menschen verschiedener Gesellschaften entstehen konnte.

Die Täterinnen und Mitläuferinnen hingegen blendeten mehrheitlich lange Zeit die eigene Verantwortung aus. Sie pflegten den Mythos von der „Stunde Null“ – und ignorierten die personellen und strukturellen Kontinuitäten die es in unterschiedlichem Maße in beiden deutschen Staaten gab und gibt.

Die Gedenkstätten zur Erinnerung an die nationalsozialistische Verfolgungspolitik leisten einen wichtigen Beitrag zu einem differenzierteren Blick auf das Kriegsende, die Nachkriegszeit und den Umgang mit der Vergangenheit. Sie thematisieren Defizite und Stärken und tragen wesentlich zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit in der Wahrnehmung der Vielschichtigkeit der Erinnerungskultur bei. Vereinfachenden Tendenzen wird ein Geschichtsbild entgegengesetzt, das nicht pauschalisiert. Eine angemessene, historisch reflektierte Darstellung der Geschichte soll ermöglicht werden.

Damit wollen wir zur Wertschätzung des seit 1945 gewachsenen Vertrauens in ein vereintes Europa und der demokratischen Verfasstheit der deutschen Gesellschaft beitragen.


24.1.2020

Bundesweite Fachtagung der Volontär_innen an Orten der Aufarbeitung des Nationalsozialismus in der Gedenkstätte Lager Sandbostel

Am 23. und 24.01.2020 kamen bundesweit Volontär_innen von verschiedenen Gedenkstätten und Erinnerungsorten, die mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus befasst sind, zu einer Fachtagung in der Gedenkstätte Lager Sandbostel zusammen.
Im Rahmen der Fachtagung beschäftigen sich die Volontär_innen mit dem Themenkomplex rund um den Umgang mit historischer Bausubstanz an Erinnerungsorten. Besonders das noch erhaltene Barackenensemble auf dem Gedenkstättengelände aus der Zeit des Kriegsgefangenenlagers mit seinen zahlreichen baulichen Überformungen aus der Nachgeschichte des Geländes wirft Fragen nach Erhalt, Restaurierung, Sanierung und Vermittlung auf. In der Auseinandersetzung mit dem Gebäudebestand und den verschiedenen Nutzungskonzepten vor Ort und in verschiedenen Fachvorträgen erarbeiteten sich die Volontär_innen einen Überblick über Probleme und Chancen verschiedener Konzepte. Zusammen mit dem Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann und der Wissenschaftlichen Mitarbeiterin in der Abteilung Gedenkstättenförderung Niedersachsen Juliane Hummel diskutierten die Volontär_innen in einem Expert_innengespräch abschließend ihre Standpunkte zum Umgang mit historischer Bausubstand. Am Freitagnachmittag endeten dann zwei spannende, informative und angenehm kontrovers diskutiere Fachtage.

Die Volontärinnen und Volontäre kamen aus folgenden Einrichtungen: Dokumentationszentrum Topographie des Terrors, KZ-Gedenkstätte Buchenwald, Haus der Wannseekonferenz, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Gedenkstätte Hadamar, "Hotel Silber" Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Akademie Vogelsang IP, Dokumentationszentrum Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Kreismuseum Wewelsburg, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde und Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden.


23.1.2020

Gedenkstättenexkursion nach Polen - fällt aus wegen der Covid-19-Pandemie

Vom 16. – 22. März 20 bietet der Gedenkstättenverein Sandbostel e.V. eine Exkursion an die Gedenkorte der „Aktion Reinhard“ nach Polen an.

Die Exkursion in die Region Lublin soll dieses oft vergessene Kapitel des Holocaust näherbringen und wird unterschiedliche Aspekte des deutschen Mordprogramms im besetzten Polen thematisieren. Neben der Geschichte des ehemaligen Ghettos in Lublin widmen wir uns den Erinnerungsorten der beiden Vernichtungslager Sobibor und Belzec sowie der Gedenkstätte Majdanek.

Als Referenten für die gesamte Reise haben Dr. Andreas Kahrs aus Berlin gewinnen können.


21.1.2020

60. Tagung der AG Museen zwischen Elbe und Weser in der Gedenkstätte Lager Sandbostel

Am 21. Januar kamen auf Initiative des Landschaftsverbands Stade und des Museumsverbands für Niedersachsen und Bremen etwa 40 Vertreterinnen und Vertreter von zahlreichen Museen aus dem Elbe-Weser-Dreieck zu ihrer 60. Jahrestagung in die Gedenkstätte Lager Sandbostel.

Nach einer Begrüßung durch Dr. Hans-Eckhard Dannenberg für den Landschaftsverband Stade und durch Andreas Ehresmann für die Gedenkstätte und Stiftung Lager Sandbostel, übernahm der Gedenkstättenpädagoge Dr. Lars Hellwinkel den inhaltlichen Rundgang durch die Ausstellung und die Gedenkstätte. Zu Beginn erläuterte er mit einem Fotoeinstieg das pädagogische Startmodul bei Studientagen mit Schulklassen. Während des Rundgangs beschrieb Andreas Ehresmann den Fachleuten aus vielen kleinen und mittleren Museen an einigen Punkten die musealen Ansätze in der Gedenkstättengestaltung und den Umgang mit der bundesweit einmaligen historischen Bausubstanz. In einer der beiden ehemaligen Lagerküchen erläuterte der wissenschaftliche Dokumentar der Gedenkstätte, Ronald Sperling, anhand zahlreicher Personalkarten das Aufnahmeverfahrne der Kriegsgefangenen und das wissenschaftliche und memoriale Potential dieser Karten in der heutigen Gedenkstättenarbeit.

Nach einer Kaffeepause stellte Ronald Sperling in einem kurzen Vortrag den Aufbau und die Aufgaben des Gedenkstättenarchivs dar. Der Dokumentar ging insbesondere auf die verschiedenen Bestände des Archives ein die mit Grabungsfunden, Fotos, kunsthandwerklichen Arbeiten, sonstigen Objekten, Dokumenten sehr vielfältig und heterogen sind. Er stellte dar wie die Bestände konservatorisch geschützt und verzeichnet werden. Abschließend betonte Ronald Sperling die wichtige Aufgabe des Archives bei stetig steigenden Anfragen von Angehörigen von in Sandbostel verstorbenen Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen zur Schicksalsklärung beizutragen.

Die Teilnehmer der Tagung zeigten sich zum Abschluss sehr angetan von dem historischen Ort und der Gedenkstätte und den vielfältigen Aufgaben die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte erfüllen.


20.1.2020

save the Date - 29. April 2020

Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge im Stalag X B Sandbostel - fällt aus wegen der Covid-19-Pandemie

Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch den 29. April 2020 um 16.00 Uhr auf dem ehemaligen Lagerfriedhof, der heutigen Kriegräberstätte Sandbostel (Beverner Str. in 27446 Sandbostel). Um 17.30 Uhr wird die Veranstaltung in der ehemaligen Lagerküche in der Gedenkstätte fortgesetzt. Enden wird die Veranstaltung um 19.00 Uhr mit einem Gedenkgottesdienst in der Lagerkirche.
Wir möchten Sie herzlich einladen an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen. Das genaue Programm wird noch gesondert bekannt gegeben.

Bildbeschriftung: Von links: schottische Einheiten betreten das Stalag X B am Tag nach der Befreiung. Foto: vmtl. Georges Chertier, 30.4.1945; befreite niederländische KZ-Häftlinge vor ihrer Repatriierung in die Niederlande, Foto: nicht bekannt, undatiert; Kranzniederlegung am Tag der Befreiung. Foto: Günter Zint, 29.4.2013