Veranstaltungen Juli bis Dezember 2022


Tag des offenen Denkmals

Sonntag, 11. September 2022, 11.00 bis 17.00 Uhr, Gedenkstätte Lager Sandbostel, Greftstr. 3, 27446 Sandbostel

Der Tag bietet Anlass, sich beispielsweise über das umfangreiche und vielschichtige ehrenamtliche Engagement von Unterstützerinnen und Unterstützern der Gedenkstätte Lager Sandbostel zu informieren. Am Tag des offenen Denkmals können in der Gedenkstätte zahlreiche sonst nicht zugängliche historische Gebäude besichtigt werden. Dadurch kann auch „hinter die Kulissen“ der Gedenkstätte geblickt werden. Darüber hinaus können die beiden Dauerausstellungen zur Geschichte des Stalag X B und zur Nachkriegsgeschichte des Ortes sowie die Sonderausstellung "Eine andere italienische Reise. Der Zweite Weltkrieg in Italien. Orte, Geschichte und Erinnerungen" des Istituto nazionale Ferruccio Parri besucht werden.

Programm:
- 11.00 bis 18.00 Uhr: Stündlich öffentliche Rundgänge
- 14.00 Uhr: "KulturSpur". Ein Fall für den Denkmalschutz". Ein Themenrundgang zur Archäologie und zum Denkmalschutz in der Gedenkstätte Lager Sandbostel.

Die Teilnahme an den Rundgängen ist kostenfrei. Wir weisen darauf hin, dass die aktuell geltenden Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten sind.


Sonderausstellung:
„Un altro viaggio in Italia“. Eine andere Italienische Reise. Der zweite Weltkrieg in Italien: Orte, Geschichte und Erinnungen
Donnerstag, 8. September 2022 – Freitag, 30. September 2022

Bernard LeGodais-Saal, Greftstraße, 27446 Sandbostel

Eröffnungsveranstaltung am 8. September 2022, 18.00 Uhr im Bernard LeGodais-Saal

Die italienische Reise ist bekanntlich der Titel der berühmten Reise, die Goethe Ende des achtzehnten Jahrhunderts unternahm. Eine Anregung, die wir aufgegriffen haben, um dem europäischen Publikum eine weitere (und andere) Reise auf der Halbinsel vorzuschlagen, deren Protagonisten ein junger deutscher Besucher und ein gleichaltriges italienisches Mädchen sind. Ersterer, fasziniert von den Orten, die mit dem Zweiten Weltkrieg und der Resistenza in Italien in Verbindung stehen, lässt sich von den Erklärungen und Beobachtungen der Letzteren leiten und stellt einen Dialog mit ihr her, der darauf abzielt, gegenseitige Vorurteile zu überwinden.

Die Kurator:innen des Nationalen Instituts "Ferruccio Parri" haben zehn zentrale Themen für das Verständnis des Krieges in Italien identifiziert: Faschismus und Antifaschismus; Faschistische Kriege; Geteiltes Italien; Deutsche Besetzung; Antisemitismus und der Holocaust; Deportationen; Deutsche Krieg; Krieg der Alliierten; Widerstandsbewegungen und Nachkriegszeit.
Für jedes Thema wurde ein symbolischer Ort und acht weitere besonders bedeutsame Orte gewählt. Indem die Orte miteinander verbunden wurden, haben die Kurator:innen eine Reiseroute konstruiert, die die gesamte italienische Halbinsel berührt und sich mit den genannten Themen beschäftigt. Die Orte stehen im Mittelpunkt des Dialogs zwischen unseren beiden Begleitern, aber sie werden auch durch historische Texte, Auszüge aus Memoiren von Zeitzeugen, Fotos, Chronologien, Infografiken und Originalkarten erzählt. Über QR-Code verweisen wir auf das verlinkte Portal für nützliche Einblicke.
Die Ausstellung will den Besucher auf eine Reise durch Raum und Zeit mitnehmen und nicht nur einen historischen Überblick geben, sondern vor allem darüber nachdenken, wie der Krieg für die Italiener war; wie sie ihn erlebt und erinnert haben; warum heute, wo die direkten Protagonisten verschwinden, die Orte ihrerseits zu Zeugen werden können, wenn man sie mit den richtigen Fragen befragt.

Zum Hintergrund: Das Nationale Institut "Ferruccio Parri" hat vom deutschen Außenministerium über den Deutsch-Italienischen Zukunftsfonds eine Förderung für die Durchführung des Projekts "Die Vergangenheit der anderen erkennen" erhalten. Das Projekt, das das Netzwerk "Landschaften der Erinnerung" als Partner hat, sieht die Erstellung einer Ausstellung, eines Portals und einer Konferenz zu italienischen Erinnerungsorten an den Zweiten Weltkrieg vor, die sich an die deutsche und europäische Öffentlichkeit richten.
Das erste Produkt des Projekts ist die Ausstellung "Eine andere Reise in Italien. Orte, Geschichte und Erinnerung des Zweiten Weltkriegs in Italien", bestehend aus zweisprachigen Tafeln, die über QR-Codes mit dem Portal verbunden sind.

Kuratorenschaft: Giada Borlotti, Federico Creatini, Annabella De Robertis, Greta Fedele, Milan Spindler / Museologische Beratung: Paola Boccalatte, Camilla Brunelli, Adolfo Mignemi, Guido Vaglio / Grafiken: Elisa Corni, Alex Falanga / Infografik: Elisa Corni / Kommunikation: Ruggero Pedroletti, Igor Pizzirusso / Koordination: Mirco Carrattieri


Fotoworkshop mit Carsten Karstensen

Fotografieren lernen - an einem besonderen Ort

Samstag, 3. und Sonntag 4. September 2022, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Foto: Carsten Karstensen
Foto: Carsten Karstensen

In dem Workshop vermittelt Carsten Karstensen, der ehrenamtlich in der Gedenkstätte Lager Sandbostel arbeitet, das Basiswissen, um in typischen Fotosituationen das Bild im Kopf auch zum Bild auf der Speicherkarte zu machen. Neben den elementaren Grundlagen der Fotografie werden die verschiedenen Einstellmöglichkeiten der Kamera und die Wirkung auf die Bilder behandelt. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Teilnehmenden völlige Anfänger oder fortgeschrittene Amateure sind. Der Kurs startet am Samstag um 10.00 Uhr und endet am Sonntag um 16.00 Uhr. Er wendet sich an alle, die ihre Kamera besser kennenlernen und verstehen wollen.

Foto: Carsten Karstensen
Foto: Carsten Karstensen

Schwerpunkte am ersten Tag sind die Grundlagen der Fotografie, die korrekte Belichtung (Blende, Belichtungszeit und ISO), die Bestimmung von Schärfe und Bewegungsunschärfe, der Weißabgleich sowie eine kleine Kamera- und Objektivkunde.

Der zweite Tag startet mit den Grundlagen der Bildgestaltung. Dabei wird Basiswissen für die kreative und ästhetische Gestaltung von Fotografien vermittelt. Um die Theorie praxisnah umzusetzen, wird zum Abschluss intensiv fotografiert. Dabei dient die Gedenkstätte Lager Sandbostel bei Bremervörde als Hintergrund des praktischen Teils. Die Geschichte des Lagers als historischem Ort wird in den Fokus genommen und die Teilnehmenden arbeiten mit eigenen Aufnahmen zur Vergangenheit des Lagers.

Die Teilnahme am Kurs ist kostenlos, eine Spende für die Arbeit der Gedenkstätte Lager Sandbostel kann erfolgen. Anmeldung: c.karstensen (at) stiftung-lager-sandbostel.de


Gedenkveranstaltung anlässlich des 82. Jahrestages des deutschen Überfalls auf Polen

Donnerstag, 1. September 2022, 17.00 Uhr, Kriegsgräberstätte Parnewinkel, Selsingen (gegenüber Abzweig Oelkershusen/Im Stüh)

Der Lagerfriedhof Parnewinkel, Foto: F. Hillermann, 1941
Der Lagerfriedhof Parnewinkel, Foto: F. Hillermann, 1941

Am frühen Morgen des 1. Septembers 1939 eröffnete die deutsche Kriegsmarine das Feuer auf einen polnischen Stützpunkt bei Danzig. Zeitgleich bombardierten Luftwaffengeschwader Städte in Polen. „Seit fünf Uhr 45 wird zurückgeschossen“ fingierte Adolf Hitler später vor dem Reichstag, bezugnehmend auf ein von der SS inszeniertes Attentat auf eine deutsche Radiostation. Dabei war es das nationalsozialistische Deutschland, das mit dem völkerrechtswidrigen Angriff am 1. September 1939 den Beginn des Zweiten Weltkriegs verantwortete. Eines Krieges, der bis zu seinem Ende im Mai 1945 mehr als 60 Millionen Menschen das Leben kostete - unter ihnen auch polnische Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge im Stalag X B Sandbostel.

Die Stiftung Lager Sandbostel nimmt den 83. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen zum Anlass, um der als Folge des Krieges von Besatzung, Gefangenschaft und Verfolgung betroffenen Menschen zu gedenken.

Die Veranstaltung findet auf der Kriegsgräberstätte Parnewinkel in Selsingen statt. Auf diesem ehemaligen Lagerfriedhof bestattete die Wehrmacht bis 1941 die Toten des Stalag X B, darunter die ersten polnischen Kriegsgefangenen.


Öffentlicher Rundgang

Sonntag, 28. August 2022, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellungen können im Anschluss individuell besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


Öffentlicher Rundgang

Sonntag, 14. August 2022, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellungen können im Anschluss individuell besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


Öffentlicher Rundgang

Sonntag, 24. Juli 2022, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Foto: Henning Schütt
Foto: Henning Schütt

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellungen können im Anschluss individuell besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


Öffentlicher Rundgang

Sonntag, 10. Juli 2022, 14.00 Uhr, Treffpunkt: Foyer im Ausstellungsgebäude

Foto: Henning Schütt
Foto: Henning Schütt

Einführung in die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Sandbostel. Besichtigt werden ein Teil des ehemaligen Lagergeländes und historische Gebäude. Die Dauerausstellungen können im Anschluss individuell besucht werden.

Dauer: Etwa zwei Stunden. Eine Anmeldung zu den Führungen ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung werden empfohlen.


Vortrag von Appolinaire Akpene Apetor-Koffi (Denkort Bunker Valentin)
Nordafrikanische Zwangsarbeiter der Baustelle des U-Boot-Bunkers in Bremen-Farge und in den zugehörigen Lagern 1943-45
Montag, 4. Juli, 18.00 Uhr

Treffpunkt: Bernard Le Godais-Saal

Appolinaire Apetor-Kofi widmet sich in seinem Vortrag den Spuren von in Nordafrika geborenen Menschen, die beim Bau des U-Boot-Bunkers Valentin in Bremen-Farge unter Zwang arbeiten mussten. Mehr als 30 Namen konnte er nach intensiver Recherche in einem Erinnerungsbuch zusammentragen. Einige von ihnen kamen aus dem zivilen Internierungslagerteil des Stalag X B oder dem Marlag/Milag-Nord Westertimke. Andere wurden im April 1945 mit Todesmärschen aus dem KZ Farge nach Sandbostel gebracht.
Auch wenn das Bild der zwanzigmonatigen Geschichte der größten Rüstungsbaustelle in Bremen wohl nie vollständig sein wird, so lässt sich doch der gewohnte Blickwinkel erweitern. Mithilfe neuer Erkenntnisse über zusätzliche Herkunftsgeschichten und den darin verborgenen Verflechtungen entstehen Fragen, die bislang nicht gestellt wurden, werden Personen sichtbar, die bislang nicht gesehen wurden.

Appolinaire Akpene Apetor-Koffi arbeitet seit 2017 als freier Mitarbeiter am Denkort Bunker Valentin in Bremen-Farge. Er ist im Bereich der Recherchen – insbesondere über die Koloniale Verflechtung – und der historischen Vermittlung tätig. Außerdem gestaltete er das Projekt Multi-peRSPEKTif mit.