Sandbostel. Bereits zum vierten Mal richtet die Stiftung Lager Sandbostel gemeinsam mit der Gemeinde Sandbostel und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) in der zweiten Julihälfte ein Internationales Jugendworkcamp in Sandbostel aus. Unterstützt werden die Organisatoren vom Fallschirmjägerbataillon 373 aus Seedorf, dem Verein Pro Europa, dem Europe Direct Informationszentrum Lüneburg und dem Sportverein Sandbostel.
Unter Leitung von Wolfgang Große und seines sechsköpfigen internationalen Teams werden vom 16. bis 30. Juli 24 Jugendliche im Alter von 15 bis 23 Jahren aus Deutschland, Estland, Frankreich, Republik Moldau, Polen, Russische Föderation, Spanien und der Ukraine in Sandbostel zusammen kommen, um sich kennen zu lernen und gemeinsam auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Aufräumarbeiten in Angriff zu nehmen.
Auf dem ehemaligen Lagerfriedhof (der heutigen Kriegsgräberstätte) werden die Jugendlichen Grabsteine und Grünanlagen pflegen. Darüber hinaus wird bei Rundgängen, in Seminaren und Workshops die historisch-politische Geschichte des Ortes erarbeitet.
Mit dem ehemaligen belgischen Kriegsgefangenen Roger Cottyn und der Tochter des in Sandbostel gestorbenen KZ-Häftlings Erich Kleeberg, Ruth Gröne, werden den Jugendlichen auch in diesem Jahr zwei Zeitzeugen zur Verfügung stehen, die in Gesprächen ihre individuellen Erlebnisse und eindrucksvollen Erinnerungen an die Lagerzeit schildern.
„Für die Gedenkstätte Sandbostel ist das Jugendworkcamp wiederum eine wichtige Hilfe beim weiteren Aufbau der Gedenkstätte. Die Arbeit auf dem Gelände des ehemaligen Stalag XB und das Wissen um die Geschichte des Lagers, ermöglichen einen intensiven und eindrücklichen Zugang zum historischen Ort. Zudem ermöglichen die Arbeit vor Ort, die historisch-politische Bildung und der Austausch der Jugendlichen untereinander, geschichtliche Ereignisse im internationalen Kontext zu bewerten und Gegenwartsbezüge herzustellen“, schreibt Andreas Ehresmann, Leiter der Dokumentations- und Gedenkstätte, in einer Pressemitteilung.
Friedlicher Umgang
Die Zielstellung des Internationalen Workcamps sei der Aufbau und die Vermittlung einer Erinnerungskultur ausgehend vom historischen Ort und die Stärkung des Bewusstseins für Demokratie, Menschenrechte und Zivilcourage bei allen Teilnehmenden und Gästen. Die vergangenen Jahre haben laut Ehresmann gezeigt, dass die Jugendlichen sämtlich von einem grundlegenden Bedürfnis nach gegenseitigem Verständnis und einem friedlichen Umgang miteinander geleitet werden. Am Freitag, 23. Juli, findet im „Grünen Jäger“ in Sandbostel ein „Tag der Nationen“ statt. In kleinen Darbietungen porträtieren die Jugendlichen sich selbst und ihre jeweiligen Herkunftsländer. Im Programm der Begegnung ist auch in diesem Jahr der „Gastfamilientag“, der am Sonntag, 25. Juli, stattfinden wird. Dafür suchen die Organisatoren in der Samtgemeinde Selsingen noch einige Gasteltern für einen Tag.
„Diese Gasteltern sollten den Jugendlichen die Besonderheiten der Region zeigen und sie an ihrem Alltag teilhaben lassen“, heißt es in der Mitteilung. Es werde darauf geachtet, dass eine sprachliche Verständigung zwischen Gastgeber und Jugendlichem möglich ist. Interessenten melden sich bei Workcampleiter Wolfgang Große ( 0171/7332021) oder bei Sandbostels Bürgermeister Peter Radzio.
Im Rahmen des Workcamps findet am Mittwoch, 28. Juli, ab 17 Uhr eine Gedenkveranstaltung auf dem Lagergelände und der Kriegsgräberstätte statt. Die Jugendlichen richten diese Veranstaltung aus. Als Redner werden Landrat Hermann Luttmann und die Landtagsabgeordnete Elke Twesten auftreten. (ZZ/tk)
Auf einen Blick
Was: Internationales Workcamp
Wo: Lager Sandbostel
Wann: 16. bis 30. Juli |