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Stiftung Lager Sandbostel
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Zevener Zeitung 14. März 2008
Ein Schritt in Richtung Gedenkstätte
Stiftung Lager Sandbostel kauft Grundstück samt Gebäude - Neubau eines Gedenkstättengebäudes vorerst vom Tisch
Sandbostel (bz/cb). Auf dem Weg zur Realisierung einer Dokumentation- und Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Stalag XB in Sandbostel hat die Stiftung Lager Sandbostel einen weiteren großen Schritt gemacht - mit dem Kauf eines weiteren Grundstückes.
Bereits Ende Januar hatte die Stiftung das rund 5.500 Quadratmeter große Grundstück bei einer Zwangsversteigerung vor dem Bremervörder Amtsgericht erworben. Nach Querelen mit dem ehemaligen Eigentümer und einem Mieter ist der Kauf seit Dienstag rechtskräftig. Das Landgericht Stade hat einen Einspruch des Ex-Besitzers abgelehnt.
Mit dem Kauf des Grundstückes ist auch der Neubau einer Dokumentations- und Gedenkstätte vorerst vom Tisch. „Wir wollen die auf dem Gelände vorhandene Baracke als Dokumentationsstätte nutzen“, erklärten gestern der Vorsitzende der Stiftung, Karl-Heinz Buck, und Projekt-Koordinator Andreas Ehresmann.
Das Gebäude, das nicht zum ursprünglichen Stalag XB gehörte, sondern erst 1952 im Zuge der Nutzung des Geländes als Gefängnis gebaut wurde, sei für diese Zwecke ideal. In der 450 Quadratmetern Baracke sei rund dreimal soviel Platz vorhanden, wie im jetzigen Provisorium: dem „Haus Altenburg“.
„Die Baracke bietet Platz für Ausstellungs- und Seminarräume sowie für Büros“, erklärte Buck. Zudem seien Anschlüsse für Strom und Wasser bereits vorhanden. Zwar müsse das Gebäude saniert werden, sagte Buck, die Kosten hierfür seien jedoch wesentlich geringer, als für einen Neubau. Dass die provisorische Dokumentationsstätte im „Haus Altenburg“ den Anforderungen nicht mehr gerecht werde, zeige sich bereits seit längerem. „Wenn sich hier 50 Schüler gleichzeitig über die Geschichte des Lagers informieren wollen, wird es eng“, sagte Andreas Ehresmann. Wenn man den Bildungsauftrag (siehe Kasten) ernst nehmen wolle, benötige man einfach mehr Platz.Mit dem Kauf des 5.500 Quadratmeter großen Grundstückes, auf dem noch eine zweite, jedoch weitaus baufälligere Baracke steht, sei der Flächenzukauf vorerst beendet, kündigten Buck und Ehresmann gestern an. Das Grundstück habe man nur wegen des darauf stehenden Gebäudes ersteigert, sagten beide. Im Laufe des Jahres soll die Dokumentationsstätte in das Gebäude umziehen. Insgesamt sind jetzt rund 3,2 Hektar im Besitz der Stiftung Lager Sandbostel. Unterstützt wurde die Stiftung bei dem Grundstücksankauf von Horst Rademacher und Hans-Wilhelm Hastedt. Der ehemalige Regierungsschuldirektor und der Ex­Superintendent hatten bei Sponsoren - den Zevenern Rotariern, der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde und der Gemeinde Sandbostel - um Spenden für den Kauf geworben. Beide hatten einst als Moderatoren dazu beigetragen, den jahrelangen Streit um den Umgang mit dem ehemaligen Lager zu schlichten. Ergebnis ihrer Bemühungen war die Gründung der Stiftung Lager Sandbostel.

Stichwort

Bildungsauftrag
In seinen „Mitteilungen aus dem Ministerium“ wies der damalige niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann vergangenen Jahr ausdrücklich auf  die  Bedeutung  der  Gedenkstätte in Sandbostel hin. Die Gedenkstättenarbeit ist nicht nur Teil der Aufarbeitung des Vergangenen, sondern ein wesentlicher Bestandteil präventiver Arbeit gegen menschenverachtenden Extremismus.

Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Buck vor der Neuerwerbung
Karl-Heinz Buck, Vorsitzender der Stiftung Lager Sandbostel, freut sich über den Kauf des Grundstückes samt Baracke. Foto: bz/cb
 






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