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Zevener Zeitung 6. August 2008
Karte zum Ortsjubiläum „gehört in die Gedenkstätte“
Willi Tödter aus Godenstedt stellt Zeichnung zur Präsentation im Lager Sandbostel zur Verfügung
Sandbostel (bz/fs). Zum 50-jährigen Bestehen der Ortschaft Heinrichsdorf hat Bauingenieur Willi Tödter aus Godenstedt eine Karte erstellt: Sie zeigt das Dorf, seine Bebauung heute und vor 1945. Jetzt stellt Tödter die Karte der Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel zur Verfügung.
Hintergrund: Wo 1953 Heinrichsdorf entstand, wurde in der Weimarer Republik ein Arbeitsdienstlager errichtet. Hier lebten junge Arbeiter, die sich freiwillig zum Dienst gemeldet hatten, „um nicht auf der Straße zu stehen“, erläuterte Andreas Ehresmann, Leiter und Koordinator der Gedenkstätte.
Mit den Arbeitsdienstlagern habe die Regierung seinerzeit der Arbeitslosigkeit entgegenwirken wollen. Die Freiwilligen aus Sandbostel wurden bei der Kultivierung des Moores eingesetzt.
Nach der Umwandlung zum Reichsarbeitsdienstlager wurde die Anlage 1939 von der Wehrmacht gepachtet und zur Kaserne der Wachmannschaften ausgebaut: Bis zu 500 Wachleute des benachbarten Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Stalag XB sollen in der Kaserne untergebracht gewesen sein, berichteten Ehresmann und Karl-Heinz Buck, Vorsitzender der Stiftung Lager Sandbostel, bei der Vorstellung der Karte.
Willi Tödter ist Bauingenieur, kennt sich also mit Zeichnungen aus. Durch den Kontakt zu Klaus Ahrens, Heinrichsdorfer und ein guter Bekannter Tödters, reifte die Idee, zum Ortsjubiläum eine Kartemit den baulichen Gegebenheiten heute und in der Vergangenheit zu erstellen.
„Am Anfang wusste ich überhaupt nichts“, beschreibt Tödter den Beginn seiner Recherche. Mit Ahrens' Hilfe hat der Godenstedter Stück für Stück die nötigen Informationen zusammengetragen und die Karte gezeichnet.
Jetzt, fünf Jahre nach dem Jubiläum, hat Tödter entschieden, „dass sie in die Gedenkstätte gehört“, wie Kurt Ringen vom Verein „Pro Europa“ bei der Übergabe formulierte.
Karl-Heinz Buck dankte Tödter, dass dieser das Dokument zur Verfügung stellt. Im Maßstab 1:1000 zeigt die Karte blau verzeichnet die Bebauung vor und gelb verzeichnet nach 1945. „Die Karte ist für uns insofern von Bedeutung, als wir als Stiftung den Auftrag haben, die ganze Geschichte des Lagers zu dokumentieren“, sagte Buck. Insofern sei auch die Zeit vor 1939 von Interesse. Beim Vergleich mit einem Planungsentwurf des Heeresbauamtes vom August 1939 zeige sich beispielsweise, dass das Gelände in Teilen anders bebaut wurde als ursprünglich vorgesehen.
Auch über die Zeit von Kriegsende bis 1948, als SS-Leute im Lager interniert waren, sei kaum etwas bekannt, so Buck. Wer zu Heinrichsdorf oder zur Aufarbeitung der Lagergeschichte alte Fotografien und Dokumente beisteuern kann und möchte, sollte sich mit der Gedenkstätte in Verbindung setzen (Tel.: 04764/810520).
Die Karte wird im Filmraum der Gedenkstätte aufgehängt.
Willi Tödter übergint die Karte an Stiftungsmitglieder
Der Godenstedter Willi Tödter (2. von links) übergibt Karl-Heinz Buck (Mitte) und Andreas Ehresmann (2. von rechts) die Karte von Heinrichsdorf. Rechts: Sandbostels Bürgermeister Peter Radzio. Links: Kurt Ringen von „Pro Europa“. Foto: bz/fs






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