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Bremervörder Zeitung 3. Dezember 2007
Bedeutung zentraler Gedenkorte
Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag besucht die Gedenkstätte Sandbostel
Sandbostel (bz). Vor kurzem hat der Fraktionsvorsitzende im niedersächsischen Landtag und Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, Stefan Wenzel, die Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel besucht. Begleitet wurde er von der Kreistagsabgeordneten und Landtagskandidatin Elke Twesten sowie weiteren Grünen-Politikern aus dem Landkreis.
In der provisorischen Dokumentationsstätte (in den 50er Jahren katholisches Gemeindezentrum des Durchgangslagers für DDR-Flüchtlinge) erläuterten der Vorstandsvorsitzende des Vorstands der Stiftung, Karl-Heinz Buck, Projektkoordinator Andreas Ehresmann und der Pädagogische Leiter Dr. Klaus Volland den Besuchern zunächst die Geschichte des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers. Beeindruckt war die Delegation der Bündnisgrünen von den nach der Befreiung des Lagers gedrehten Dokumentaraufnahmen der britischen Armee, die zahlreiche unbestattete Häftlingsleichen zeigen.
In einem vertiefenden Gespräch wurden die Nachkriegsgeschichte, die Einbindung des Lagers und der Gedenkstätte in die Region und die weiteren Planungen für den Aufbau der Gedenkstätte dargestellt. Buck und Ehresmann machten deutlich, dass die aktuellen Planungen auf dem Gelände lediglich auf erste Sicherungsmaßnahmen gerichtet seien, um die Baracken vor dem weiteren Verfall zu schützen. Erst in einem zweiten Schritt könne mit den dann hoffentlich bewilligten Bundes- und Landesprojektmitteln der umfassende Aufbau der Gedenkstätte einschließlich eines Dokumentationszentrums erfolgen.
Bei einer Diskussion des von Kulturstaatsminister Neumann vorgelegten Entwurfs einer neuen Gedenkstättenkonzeption des Bundes betonte der Vorsitzende der grünen Landtagsfraktion die Bedeutung von dezentralen Gedenkorten in der historischen Bildungsarbeit. Wenzel führte aus, dass das Erinnern an den in der Region vorhandenen authentischen Orten des NS-Unrechtsregimes die Lehren aus der Vergangenheit besonders nachhaltig in die Zukunft transportieren könne.
Bei einem Rundgang über das Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers zeigten sich die Landes- und Kreispolitiker sichtlich beeindruckt von dem in Deutschland einmaligen Gebäudebestand. Twesten und Wenzel lobten die Gestaltung der in Sandbostel eingerichteten Dokumentationsstätte und die Arbeit von Stiftung und Verein und sagten ihre weitere Unterstützung beim Aufbau der Gedenkstätte zu.
Stefan Wenzel, Elke Twesten und Mitglieder der Stiftung Lager Sandbostel
Historiker Dr. Klaus Volland (Mitte) erläutert dem Vorsitzenden der Landtagsfraktion der Grünen, Stefan Wenzel (Zweiter von links), und der Landtagskandidatin Elke Twesten den historischen Barackenbestand des Lagers Sandbostel.                                   Foto: bz






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