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Stiftung Lager Sandbostel
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Bremervörder Anzeiger 26. August 2007

Trauerkultur jeder Nation respektieren

Junge Workcampteilnehmer aus Neuengamme in Sandbostel

die Jugendgruppe auf dem Gelände

Vor dem ehemaligen Speisesaal des Lagers (von rechts) Klaus Möller vom Freundeskreis der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und Karl-Heinz Buck.                                                  Foto ron
Von Wilma Ronnenberg
Sandbostel. Eine Gruppe von Teilnehmern am internationalen Jugendcamp in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme bei Hamburg, an dem junge Menschen aus acht verschiedenen Ländern teilnehmen, besuchte das ehemalige Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager Sandbostel. Ebenso die sich im Aufbau befindliche Dokumentations- und Gedenkstätte.
Begleitet wurde sie von Reimer Möller, Archivar der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, sowie Heidburg Behling und Klaus Möller vom Freundeskreis dieser Einrichtung. „Es ist hier alles noch ziemlich provisorisch und im Aufbau“, entschuldigte sich Karl-Heinz Buck, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lager Sandbostel.
Lange Zeit hätten sich die neuen Träger über das Ob und Wie einer Dokumentations- und Gedenkstätte nicht einigen können. Ministerpräsident Christian Wulff habe schließlich den Anstoß für die jetzige, positive Entwicklung gegeben, indem er seinen Minister Hans-Heinrich Ehlen als Schlichter installierte, der erfolgreich mit den beiden Pensionären Superintendent Wilhelm Hastedt und Regierungsschuldirektor Horst Rademacher gearbeitet hat. Anhand eines in einem der Räume aufgebauten Modells zeigte Buck seinen Besuchern Bau und Umfang des ehemaligen Lagers, das sich auf einer Fläche von seinerzeit 35 Hektar von Bauern gepachtetem Land befand und bewegte sie tief durch das Zeigen zweier kleiner Filme, die britische Soldaten gleich nach der Befreiung, am 29. April 1945, und Mitte Mai 1945 von dem an diesem Ort vorgefundenem gedreht hatten. „Diese Filme wurden uns vom ,Imperial-War-Museum of London' zugeschickt“, so Buck.
„Hier war noch bis Ende letzten Jahres alles zugewachsen“ erklärte er beim Gang über das Gelände des ehemaligen Lagers, von dem die Stiftung Lager Sandbostel inzwischen 2,7 Hektar gekauft und weitere Flächen von Bauern angepachtet hat. Extrem vom Verfall bedrohte Gebäude und Baracken machten deutlich, wie dringend hier Hilfe zum Erhalt dieser wichtigen Zeit­zeugen notwendig ist. „Wir sind hier noch ganz am Anfang“, erklärt Karl-Heinz Buck. „Im Rahmen der Verbunddorferneuerung erhalten wir 400.000 Euro aus Brüssel, um die dringendsten Sanierungsmaßnahmen an den Gebäuden vornehmen zu können“.
Mit Anerkennung und Bewunderung wurde von den Besuchern zur Kenntnis genommen und kommentiert, dass die Samtgemeinde Selsingen und der Sparkassen-Verein je 40.000 Euro für den Eigenanteil der Stiftung eingeplant haben.
In einer der Baracken sind Fundstücke aufgebaut. Allein 4.000 waren bei Grabungen auf dem Gelände der ehemaligen Straßenmeisterei gefunden worden. „Das Interesse an der Gedenkstätte Lager Sandbostel ist groß, mit zunehmender Tendenz“, erzählt Buck. „Letzte Woche kamen 260 Besucher hierher und in dieser Woche sind es bis jetzt bereits 240.“ Vor einigen Tagen habe er vor zwei Holzbaracken und in mehreren Räumen derselben verteilt, weiße Nelken gefunden.
Hier hatte offensichtlich jemand getrauert. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Sandbostel sieht es als selbstverständliche Verpflichtung an, die Trauerkultur der Menschen anderer Länder zu respektieren und es ihnen zu ermöglichen, hier am Ort des Todes ihrer Angehörigen um sie zu trauern. Noch kurz vor Kriegsende seien 4000 Häftlinge unter qualvollen Strapazen aus dem KZ Neuen­gamme in das Lager Sandbostel umgesiedelt worden. 3000 seien danach verstorben. „In einem der vier Aufgabenbereiche unserer Workcamp-Teilnehmer in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme beschäftigt sich eine Gruppe mit der Zusammenfassung von Lebensgeschichten ehemaliger Häftlinge“ erzählt Reimer Möller. „Es sind sehr kluge junge Menschen, die zum Teil fünf oder auch sechs verschiedene Sprachen beherrschen. Sie haben meinen vollen Respekt!“
Ein jugendlicher Campteilnehmer sieht sich interessiert archäologische Fundstücke an Diese   Fundstücke   berührten die jugendlichen Besucher.






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