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Bremervörder Zeitung 8. August 2007
Weiterer Schritt in Richtung Gedenkstätte
Umzug der Dokumentationsstätte von Bremervörde nach Sandbostel - Offizielle Eröffnung für Ende des Monats geplant
Karl-Heinz Buck und Andreas Ehresmann in der Gedenkstätte
Karl-Heinz Buck, Vorsitzender der Stiftung Lager Sandbostel (links), und der Koordinator für die Realisierung einer Gedenkstätte, Andreas Ehresmann, in den neuen Ausstellungsräumen im Lager Sandbostel. Foto: C. Borgardt
Von Corvin Borgardt
Sandbostel. Die Realisierung einer Dokumentation- und Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen-und KZ-Auffanglagers Stalag XB in Sandbostel macht weitere Fortschritte. Nachdem sich seit einigen Wochen mit Andreas Ehresmann als Koordinator ein ausgewiesener Fachmann um die Umsetzung des Projektes kümmert (die BZ berichtete), ist jetzt ein weiterer Schritt gemacht worden: der Umzug der Dokumentationsstätte von Bremervörde nach Sandbostel.
Bisher war die Dokumentationsstätte des Gedenkstättenvereins in der Hagenahschen Villa am Großen Platz in Bremervörde untergebracht. Aus den beengten Räumlichkeiten ist man nun aufs Lagergelände in Sandbostel umgezogen - ins „Haus Altenberg“. „Es war immer das Ziel, eine Dokumentationsstätte auf dem Lagergelände zu errichten“, erklärt Karl-Heinz Buck, Mitglied des Gedenkstättenvereins und Vorsitzender der Stiftung Lager Sandbostel.
Hier sei eine Auseinandersetzung mit der Lagergeschichte viel besser möglich, als mehrere Kilometer vom Lager entfernt, sagt Buck. Und Andreas Ehresmann weiß: „Filme aus dem Lager, die englische Soldaten kurz nach der Befreiung am 29. April 1945 gedreht haben, wirken hier vor Ort ganz anders, als in Bremervörde.“
Auf insgesamt 140 Quadratmetern werden jetzt einige der rund 3.000 Fundstücke aus dem ehemaligen Stalag XB im „Haus Altenberg“ gezeigt. In zwei Ausstellungsräumen werden die Geschichte des Lagers von 1939 bis 1945 beziehungsweise die Nachkriegsgeschichte dargestellt. In einem seperaten Vortrags- und Schulungraum können Filme gezeigt werden.
Ende August, wenn die Renovierungsarbeiten beendet sind, soll die neue Dokumentationsstätte offiziell eröffnet werden. Doch auch jetzt schon steht das „Haus Altenberg“ Besuchern offen - und zwar montags bis donnerstags jeweils in der Zeit von 9 bis 13 Uhr. Bereits jetzt kommen Besucher in die neue Doku-Stätte. „Die Besucherzahlen und das Interesse der Menschen nehmen zu“, freut sich Andreas Ehresmann.
Und noch etwas freut den Gedenkstätten-Koordinator - etwas, das vor einigen Jahren angesichts der Kontroversen um das Lager noch unmöglich erschien: „Unsere Arbeit wird hier vor Ort immer mehr akzeptiert.“ Jüngstes Beispiel dafür: Vor kurzem meldete sich ein Landwirt aus Sandbostel bei Ehresmann und Buck. Er übergab ihnen ein Schrank und einen Holztisch - beides original erhaltene Stücke aus dem Lager Sandbostel. „So etwas ist unheimlich toll. Von solchen Stücken lebt eine Gedenkstätte“, sagt Andreas Ehresmann und hofft, dass möglicherweise noch mehrere Sandbosteler Gegenstände aus dem Lager auf dem Dachboden wieder entdecken (siehe Kasten).
Die erste größere Veranstaltung in der neuen Dokumentationsstätte und auf dem Lagergelände wird der „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 9. September, sein.






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