Begeben sich gemeinsam auf die Spuren des sowjetischen Turners Viktor Tschukarin (kleines Foto): Regieassistentin Anna Kogan (von links). Produzentin Victoria Starilova, Tontechniker Andrej Suprun, Kameramann Pavel Trubnikov, Deutschland-Korrespondent llia Podgactsky, Historiker Dr. Klaus Volland, Redakteurin Natalia Panasenko und Produktionsassistentin Julia Starilova.
Fotos: Buse/bz |
Sandbostel. Die Lebensgeschichte des sowjetischen Kunstturners Viktor Tschukarin liefert Stoff für einen Dokumentarfilm. Ein russisches Fernsehteam wandelt derzeit auf den Spuren des Ausnahmeathleten. Ihre Spurensuche führte die siebenköpfige Crew aus Moskau am Sonnabend auch nach Sandbostel. Im Zweiten Weltkrieg war Tschukarin vier Jahre im Kriegsgefangenenlager Sandbostel interniert.
Finnland, Deutschland, Italien, Belgien: Für die Dokumentarfilmreihe "Russen bei den Olympischen Spielen" sind Produzentin Victoria Starilova und ihre Filmcrew in ganz Europa unterwegs. "Wir bleiben jetzt eine Woche in Deutschland. In Berlin, Frankfurt, Hamburg, München und eben Sandbostel machen wir Halt", erläutert Produktionsassistentin Julia Starilova.
Das Dokumentarfilm-Projekt setzt sich aus acht Filmen mit jeweils 52 Minuten Spieldauer zusammen. Im Sommer kommenden Jahres, wenn die Olympischen Sommerspiele in der chinesischen Hauptstadt Peking eröffnet werden, soll die Reihe über die russichen Bildschirme flimmern.
"Es geht uns darum, die Geschichten erfolgreicher russischer Olympiateilnehmer anhand ihrer Stationen im Leben aufzuarbeiten. Viktor Tschukarin zum Beispiel war, bevor er 1952 und 1956 insgesamt sieben olympische Goldmedallien gewann, vier Jahre lang Kriegsgefangener im Lager Sandbostel", erklärt Redakteurin Natalia Panasenko.
Der pädagogische Leiter Dr. Klaus Volland führte die Crew über das Gelände des ehemaligen Kriegs- und Gefangenenlagers Sandbostel und lieferte historisches Hintergrundwissen "Seit Herbst 1941 waren im Lager Sandbostel Zehntausende sowjetische Kriegsgefangene interniert. Genaue Zahlen und Namen sind nicht belegt", so Dr. Volland. |
ZUR PERSON
Einer der ewig Besten
Viktor Iwanowitsch Tschukarin (1921-1984) zählt mit sieben olympischen Goldmedallien sowie einigen WM -und EM-Titeln zu den erfolgreichsten Kunstturnern aller Zeiten. In der ewigen Bestenliste belegt der sowjetische Turner Platz 13. 1952 gewann er bei den Olympischen Spielen in Helsinki vier Goldmedallien. In Melbourne holte er 1956 drei olympische Goldmedallien. Seine Medalliensammlung komplettierte er mit Silber am Boden und Bronze am Seitpferd, (bz/nb) |