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Bremervörder Zeitung 14. September 2009

Historische Orte entdecken

"Tag des offenen Denkmals": Baudenkmale im Vörderland laden zu Erkundungstouren ein

Von Frauke Siems

Gästeführer Hubert Sandmann mit einer Besuchergruppe.

Gästeführer Hubert Sandmann (rechts) mit einer Besuchergruppe auf dem historischen Lagergelände in Sandbostel. Fotos: Siems

Sandbostel/Bevern. Hunderte Besucher haben am gestrigen Tag des offenen Denkmals" die Baudenkmale im Vörder Land erkundet. Ob der Kornspeicher in Nieder Ochtenhausen, die Wassermühle in Alfstedt-Bredemehe oder der Historische Moorhof in Augustendorf: Nahezu alle historischen Orte in Bremervörde, Gnarrenburg und Seisingen luden zum Kennenlernen ein.
Das Motto des diesjährigen Denkmaltages - „Historische Orte des Genusses" - ist für die Gedenkstätte Lager Sandbostel denkbar unpassend. Trotzdem öffnet sie sämtliche Türen der instand gesetzten Baracken auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Stalag „XB". Bauhistoriker Andreas Ehresmann und weitere haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter führen die Gäste über das Gelände, informierten über die Geschichte des Lagers und über die baulichen Fortschritte auf dem Gelände (BZ berichtete).
In einer historischen Unterkunftsbaracke ist eine Sonderausstellung zum Überfall der Nationalsozialisten auf Polen und zum Beginn des Zweiten Weltkrieges zu sehen. Einen Raum weiter zeigen alte Zeitungsberichte, Fotos und Werbeplakate den deutschen Alltag 1939. Wolfgang Sellner hat die Dokumente gesammelt und zur Verfügung gestellt.
In Bevern lädt die Historische Ziegelei Pape zu einer geschichtlichen Erkundungstour ein. Der Fördervereinsvorsitzende Uwe Hildebrandt und sein Stellvertreter Ernst Eckhoff führen interessierte Gäste über das Gelände, auf dem bis 1974 noch Ziegelsteine hergestellt wurden. Besonders imposant der große Ringofen und der riesige Schornstein. Mareike und Wiebke Refinger aus Haaßel sind mit ihren Eltern zu Gast. Bei einer „Kinder-Rallye", die Susanne Barchfeld in Zusammenarbeit mit der Grundschule Bevern erarbeitet hat, tauchen die beiden Mädchen in die Geschichte ab und verfolgen, wie der Lehm einst auf dem Fabrikgelände zum Ziegel wurde. „Auf dem Historischen Moorhof in Augustendorf und in der Eimer Windmühle ,Henriette' waren wir schon", berichtet Ehepaar Refinger von den Ausflügen der Vorjahre. Heute soll die Ziegelei besichtigt werden. Geht es danach noch weiter? Nein, sagt Mutter Refinger und lacht. Lieber eins zurzeit und das „ausführlich", davon hätten auch die Kinder mehr.

 

Zum Thema

Denkmaltag

Der „Tag des offenen Denkmals" ist eine „Erfindung der „Deutschen Stiftung Denkmalschutz". Die Organisation hat seit ihrer Gründung 1985 zur Rettung und zum Erhalt von mehr als 3.500 Baudenkmalen beigetragen. Jedes Jahr am zweiten Sonntag im September öffnen im gesamten Bundesgebiet historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen.
Architektur- und Geschichtsinteressierte sind zu Streifzügen in die Vergangenheit eingeladen. Der Denkmaltag will   „Geschichte zum Anfassen" bieten. In fachkundigen Führu­gen berichten Denkmalpfleger an konkreten Beispielen über die Aufgaben und Tätigkeiten der Denkmalpflege.
Archäologen, Restauratoren und Handwerker demonstrieren Arbeitsweisen und -techniken und lenken den Blick auf Details, die einem ungeschulten Auge verborgen bleiben.
„Ziel des Tags des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken", so die deutsche Stiftung Denkmalschutz.
tag-des-offenen-denkmals.de.







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