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Zevener Zeitung 9. Februar 2011

Bundesweites Interesse erwartet

Sandbostel. Wie weit ist das Konzept für die künftigen Ausstellungen in der Gedenkstätte Sandbostel inzwischen gediehen? Darüber informierte sich die SPD-Kreistagsfraktion jetzt vor Ort. Als Gesprächspartner standen den Politikern die zuständigen wissenschaftlichen Mitarbeiter der Stiftung, Dörthe Engels und Dr. Jens Binner, zur Verfügung.

Binner, der zuvor unter anderem für die Gedenkstätte Mittelbau-Dora als Historiker tätig war, geht davon aus, dass die Einrichtung an der Oste bundesweite Beachtung finden wird. Dem müsse man inhaltlich und gestalterisch gerecht werden. Deshalb werde in die Planungen ein Fachbüro für Ausstellungsdesign einbezogen. Das hat inzwischen erste Modelle angefertigt. Beabsichtigt sind zwei Ausstellungen. Die größere in einer beheizten Baracke im Westteil des Lagers soll sich mit dem Lager zur NS-Zeit befassen. Die zweite findet ihren Platz in der so genannten CVJM-Baracke und informiert darüber, wie das Gelände und die Gebäude nach dem Krieg genutzt wurden. Dörthe Engels und Dr. Jens Binner sind derzeit mit Recherchen zur Kriegszeit befasst. Dabei geht Binner den Haftbedingungen der sowjetischen Gefangenen nach und Engels erforscht die Umstände, unter denen die Inhaftierten aus anderen Ländern in Sandbostel leben mussten. Beide achten vor allem auf Beispiele, die sich später in der Ausstellung einprägsam darstellen lassen. Um die Nachkriegszeit im Lager kümmert sich Dr. Andrea Genest, die am Termin mit den Sozialdemokraten verhindert war. "Die Präsentation in der gelben Baracke soll chronologisch aufgebaut sein. Dabei bietet es sich an, in jeder Lagerepoche auf für diese Zeit charakteristische Themen einzugehen, etwa die Arbeitsbedingungen", informierte Dr. Binner. Herausgehobene Einzelschicksale sollten den Besuchern den Zugang erleichtern. Die beiden Informationszentren mit den Ausstellungen sollen bis zum Frühjahr 2013 fertig sein, dann laufen auch die Stellen der drei Historiker aus. Für das Projekt stehen rund 1,4 Millionen Euro zur Verfügung, überwiegend vom Bund und vom Land.

Die SPD-Kreistagsabgeordneten, die zuvor unter fachkundiger Führung des Gedenkstättenmitarbeiters Werner Zeitler einen Rundgang über das Gelände gemacht hatten, zeigten sich beeindruckt vom professionellen Niveau, auf dem in Sandbostel gearbeitet wird. Fraktionschef Bernd Wölbern: "Wenn man bedenkt, dass hier ursprünglich nur ein Gedenkstein versteckt werden sollte, freut es mich um so mehr, dass jetzt ein wirklich zukunftsorientierter Lernort entsteht, dessen Bedeutung weit über den sprichwörtlichen erhobenen Zeigefinger hinausreicht." Bei diesem Projekt sei jeder Euro gut angelegt. Öffentliche Rundgänge Zwei öffentliche Rundgänge für Interessierte finden am Sonntag, 13. Februar, statt. Die Besichtigungen beginnen um 13 Uhr und um 15 Uhr auf dem historischen Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ--Auffanglagers Stalag XB Sandbostel. (ZZ/lh)

 

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