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Multinationale Jugendbegegnung in Sandbostel - Camp soll Kampf gegen Rassismus unterstützen
Sandbostel (bz/mg). 24 Mädchen und Jungen aus vier Nationen verbringen zurzeit eine „multinationale Jugendbegegnung" in Sandbostel. Federführend ist bei dieser Veranstaltung der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.Vor 35 Jahren hatten sich schon einmal junge Franzosen, Engländer und Deutsche zu einem Jugendcamp in Sandbostel getroffen, um unter dem Motto „Versöhnung über den Gräbern” Arbeit für den Frieden zu leisten. Die Jugendbegegnung dauert bis zum 24. August. „Heute, 62 Jahre Kriegsende, müssen wir uns nicht mehr aussöhnen", sagte Sandbostels Bürgermeister Johann Gerken bei der Begrüßung der jungen Gäste. Vier junge Franzosen, sechs Moldawierinnen, sechs Mädchen und zwei Jungen aus Russland sowie sechs junge Sandbostelerinnen bestreiten 14 Tage lang ein abwechslungsreiches Programm, das vor allem einer besseren Verständigung sowie dem Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dienen soll. „62 Jahre Frieden sind beileibe keine Selbstverständlichkeit", mahnte Johann Gerken. Daran müsse immer wieder neu gearbeitet werden. Der Bürgermeister erinnerte an die Anfänge von Sandbostels längst gut funktionierende Patenschaften mit zwei französischen Gemeinden sowie mit der russischen Gemeinde Novaya Derevnja, was „Neues Dorf” bedeute. Deutsche Soldaten hatten dort im Krieg 18 Ortschaften zerstört. „Versteckt Euch nicht und haltet Eure Fahnen hoch”, rief Johann Gerken sechs jungen Moldawierinnen zu. Ihrer Nation könne er zwar keine „dritte Patenschaft" anbieten, weil er dann „Ärger mit meinem Gemeinderat” bekomme. Umso herzlicher hieß der Bürgermeister die Mädchen aus Südosteuropa in Sandbostel willkommen
„Auf Heimvorteil verzichtet”
Gerken lobte die Bereitschaft von sechs jungen Damen von der Landjugend Ostetal, die das Camp komplettieren und bereit seien, „auf ihren Heimvorteil zu verzichten". Gerade die Generation, die jetzt in der Landjugend vertreten sei, werde sich in einigen Jahren mit der Kriegsgräberstätte, dem Lager und mit der Stiftung in Sandbostel beschäftigen. Seinen besonderen Dank sprach Gerken der Stiftung Lager Sandbostel, der Dokumentationsstätte, dem Verein „Pro Europa", der Gemeinde Sandbostel und der Kriegsgräberfürsorge für die Unterstützung bei den Vorbereitungen des Jugendcamps aus. Auch den „neuen Nachbarn" in der Kaserne Seedorf dankte der Bürgermeister. Die Soldaten stellen Betten, Verpflegung und einen Bus zur Verfügung. Das Camp stößt auch überregional auf Interesse. Gestern war das Fernsehen da und am Dienstag, 21. August, kommt der SPD-Bundestagsabgeordnete Joachim Stünker von 15 bis 17 Uhr zu Besuch.
Sandbostels Bürgermeister Johann Gerken (links) hieß die jungen Gäste willkommen und lobte die Bereitschaft, sich im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu engagieren.
„Keine Angst, der beißt nicht." Die Jugendlichen wollen während des 14-tägigen Campaufenthalts auch Spaß haben: Dieser junge Mann jedenfalls stimmte darauf schon einmal auf originelle Weise ein. Fotos: bz/mg