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Bremervörder Zeitung 5. März 2008
„Geschichte des Lagers ist spürbar“

SPD-Bezirksvorstand besucht Sandbostel

Sandbostel (zz/lh). Der SPD-Bezirksvorstand Nord-Niedersachsen hat auf Anregung des stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Bernd Wölbern das ehemalige Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager in Sandbostel besucht. Karl-Heinz Buck, Vorsitzender der „Stiftung Lager Sandbostel“, und Projektkoordinator Andreas Ehresmann informierten die Gäste über die Einzigartigkeit des Baracken-Ensembles.

Andreas Ehresmann gab den Sozialdemokraten einen Überblick über die Geschichte des Lagers und er skizzierte die Planungen und Konzepte des zukünftigen „Lernortes für den Frieden“. Dabei ging er auf die Arbeiten ein, die für den Erhalt der Gebäude wichtig waren, und auf eine fundierte wissenschaftliche Bestandsaufnahme. „Am wichtigsten war dabei die Erkenntnis, dass die Außenhaut der Holzbaracken von 1940 im Wesentlichen noch bauzeitlich ist“, so Ehresmann.
Bezirksvorsitzender und Landtagsvizepräsident Dieter Möhrmann: „Es war eine gute und richtige Entscheidung, die Dokumentationsstätte - wenn auch noch provisorisch - auf dem historischen Lagergelände einzurichten. Hier gehört sie her, hier ist die Geschichte des Lagers spürbar. Die Präsenzbibliothek mit 1.500 Fachbüchern und das Archiv bieten hervorragende Möglichkeiten, um sich intensiv mit dem Thema zu befassen.“
Erinnert wurde an das internationale Jugendworkcamp, das 2007 in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr in Sandbostel stattgefunden hatte. 24 junge Leute aus Russland, Moldawien, Frankreich und Deutschland arbeiteten auf dem Lagergelände und der Kriegsgräberstätte. Auf dem Lagergelände legten die Jugendlichen mehrere Teilstücke der historischen Wegeverbindungen frei. Diese waren in ihrer Existenz zuvor unbekannt.
Im Ergebnis werden nun perspektivisch alle in weiten Teilen noch vorhandenen Wege freigelegt und in die Freiflächengestaltung der Gedenkstätte einbezogen. Das mit großer Unterstützung der Gemeinde Sandbostel durchgeführte Workcamp sei ein großer Erfolg gewesen und soll in diesem Jahr wiederholt werden.
Beeindruckende Begegnungen gebe es auf dem Lagergelände bei Besuchen von Überlebenden und Angehörigen aus dem In- und Ausland, die hier ihrer Angehörigen, Freunde und Kameraden gedenken, die im Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager umgekommen sind.
Bernd Wölbern ist sicher: „Das zunehmende Besucherinteresse ist nicht zuletzt der Presse zu verdanken, die immer wieder über die Entwicklung in der Gedenkstätte berichtet. Auch der Tourismusverband TouROW hat die Bedeutung der Gedenkstätte erkannt und sie mit ausführlichen Darstellungen in die Programme, Werbematerialien und auf ihre Website aufgenommen. Wir gehen hier einen guten gemeinsamen Weg.“

 

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