Stiftung Lager Sandbostel I Gedenkstätte Lager Sandbostel
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Bremervörder Anzeiger 7. Oktober 2007

„Hier muss etwas geschehen“

Landtagsabgeordneter Prof. Dr. Zielke
besuchte STALAG XB

Von Lutz Schadeck

Sandbostel. „Hier sind erhebliche Investitionen zu leisten. Kein Verein kann das allein schultern.“ Diese Erkenntnis äußerte Professor. Dr. Dr. Roland Zielke, nach einem Rundgang über das Gelände der Gedenkstätte Lager Sandbostel.

Professor Zielke ist Abgeordneter der FDP im Niedersächsischen Landtag. Weiterhin ist er Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Niedersächsischer Gedenkstätten. Somit war er für die „Stiftung Lager Sandbostel“ ein willkommener Gast. Die Stiftung bemüht sich immer wieder kompetente Vertreter aus der Landespolitik zu einer Besichtigung des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers STALAG XB zu bewegen.
Hintergrund ist, dass durch die eigene Inaugenscheinnahme des Geländes verdeutlicht wird, wie notwendig ehrenamtlicher Einsatz, aber auch ganz pragmatisch die finanzielle Unterstützung ist.
Obwohl diverse Gelder fließen und weitere beantragt wurden, reichen diese bei weitem nicht. Inzwischen konnten 2,7 Hektar des ehemaligen Lagergeländes gekauft werden: Grundlage einer dauerhaften Gedenkstätte. Auf dieser Fläche stehen noch neun der damaligen Wohn- und Funktionsbaracken. Doch alle sind vom Verfall bedroht. Eingefallene Dächer und Mauern, Bäume, die aus den Dächern wachsen, sind offensichtliche Verfallserscheinungen. Immerhin hat es der Verein „Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel e.V.“ geschafft, vor kurzem ein Gebäude anzumieten.
Die ehemalige Baracke „Haus Altenberg“ ist zumindest trocken genug, um wesentliche Fundstücke zu lagern und ein Büro einzurichten. Auch eine kleine Ausstellung für Besucher beherbergt dieses Haus. Allerdings ist auch dies nur ein Provisorium.Noch wird darüber beratschlagt, ob ein Neubau errichtet oder ein vorhandenes Gebäude entsprechend saniert werden soll. Hierzu wird demnächst ein Bauhistoriker das Gelände besuchen. Wie auch immer danach die Entscheidung fällt - es kostet Geld.
Zielke vermutet: „Die Sanierung eines der Gebäude ist bestimmt genauso kostenintensiv wie ein Neubau.“ Die Notwendigkeit einer dauerhaften Gedenkstätte wird unter anderem dadurch begründet, dass zunehmend mehr Besucher nach Sandbostel kommen. Dabei handelt es sich verstärkt um Angehörige ehemaliger Lagerinsassen, wie Karl-Heinz Buck erklärt. „Interessant für uns ist dabei, dass diese uns zum Teil alte Dokumente mitbringen“, erläutert der Vorsitzende der Stiftung, Karl-Heinz Buck. Dr. Klaus Volland als Leiter des Vereins erklärte dem Landtagsabgeordneten Zielke die Vorgehensweise zur Erhaltung der Gedenkstätte: „Wir wollen mit authentischem Material arbeiten. Also mit dem, was vorhanden ist. Nicht nachbauen." Beeindruckt zeigte sich Zielke, der vom FDP-Landtagskandidaten Sven Anecker begleitet wurde, von der Ausstellung der Fundstücke. Trotz allem Verständnis und Einsicht in die Notwendigkeit finanzieller Unterstützung, konnte er keine spontanen Zusagen geben. „Das Land hat viel Geld für Bergen-Belsen in die Hand genommen. Dieses ehemalige KZ hat eine besondere Bedeutung.“ Er sieht jedoch, bezogen auf die Gedenkstätte in Sandbostel, eine Aufgabe des Landtages für die nächste Legislaturperiode. Zielkes Resümee zum Abschied: „Das hier ist ein beeindruckendes Ensemble und Baudenkmal. Hier muss etwas geschehen.“

 

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