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Arbeitseinsatz im ehemaligen Lager Sandbostel - Jugendliche sammeln wertvolle Erfahrungen
Sandbostel (zz/jab). „Ich habe hier sehr viel gelernt und äußerst wertvolle Erfahrungen gemacht“, sagt Iddo de Vreden. Sein Kumpel Tobias Zyris sieht es ähnlich: Die Arbeit habe richtig Spaß gemacht. Beide gehören zu einer Gruppe von 22 Jugendlichen, die am Wochenende auf dem Lagergelände in Sandbostel einen alten Bunker aufgeräumt und wieder zugänglich gemacht haben.
Im Rahmen einer 72-Stunden-Aktion legten die Jungen und Mädchen des Zevener Stammes der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg und der katholischen Pfarrgemeinde Rotenburg-Zeven den Bunkereingang frei, säuberten und reinigten das unterirdische, zwölf Meter lange Gemäuer, entsorgten jede Menge Müll und befreiten den Außenbereich von herumliegendem Totholz.
Außerdem erstellten sie einige Infotafeln. Und weil sie so fleißig und schnell waren, legten sie obendrein auch noch ein Stück Lagerstraße frei. Bei der vom Bistum Hildesheim geleiteten Aktion galt es, innerhalb von 72 Stunden ein soziales, ökologisches oder kulturelles Projekt umzusetzen. 80 Gruppen in allen Teilen des Bistums beteiligten sich daran.
Natürlich waren die jungen Menschen nicht 72 Stunden lang aktiv. In Sandbostel beispielsweise rackerten sie Freitag, Samstag und Sonntag jeweils von 9 bis 17 Uhr. Die Nacht verbrachten die Jungen und Mädchen im Pfadfinderheim in Rhadereistedt, wo sie unter anderem den Tag noch einmal Revue passieren ließen.
„Hat alles besser geklappt als erwartet“, lobte Stammesführer Georg Breitenbach am Sonntagnachmittag die Zwölf- bis 18-Jährigen. „Mit einer so hohen Motivation haben wir gar nicht gerechnet.“ Ausdrücklichen Dank sagten auch Vertreter der Gedenkstätte Sandbostel. „Ihr habt eine tolle Arbeit geleistet“, würdigte Dr. Klaus Volland den Einsatz der Jugendlichen. während ihres Aufenthalts auch genügend Zeit, das ehemalige Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager unter fachkundiger Führung von Werner Zeitler und Burkhard Rexin, dem pädagogischen Leiter der Gedenkstätte, kennen zu lernen. „Sie haben uns viel gezeigt und erzählt. Dabei haben wir jede Menge über die Geschichte des Lagers erfahren“, sagt Iddo de Vreden.
„Heute weiß ich um die Bedeutung des ehemaligen Lagers“, betont Anna Breitenbach, die bislang nur bruchstückhaft über die Anlage informiert war. Katrin Frank hat vor allem der Film über die Lagerbefreiung tief bewegt. „Schlimm zu sehen, wie die Menschen damals gelitten haben und wie sie gestorben sind.“
Weitere Informationen zu der 72-Stunden-Aktion gibt es im Internet. http://www.besser-jetzt.org/aktionsgruppen/zev01dpsgfirm/