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Bremervörder Zeitung 23. September 2008

„Das sollte jeder Schüler gesehen haben“

CDU-Landeschef David McAllister verbindet Lager-Besuch mit
persönlichen Erinnerungen

Sandbostel (rkl). David McAllister, Chef der Landes-CDU und der Landtagsfraktion, hat gestern die Serie der Politikerbesuche im ehemaligen Kriegsgefangenen-und KZ-Auffanglager Sandbostel fortgesetzt. Der 36-Jährige zeigte sich beeindruckt von der Gedenkstättenarbeit und sagte Unterstützung zu. Die kann die Lagerstiftung gut gebrauchen, um das von ihren Verantwortlichen vorgestellte Projekt einer Dokumentations-. Gedenk- und Begegnungsstätte zu realisieren.

Obwohl im Nachbarkreis Cuxhaven zu Hause, kannte McAllister das ehemalige Lager bislang nur auf dem Papier. Für den Politiker aus Bad Bederkesa war dieser Besuch aber auch aus persönlicher Hinsicht wichtig. Sein früh verstorbener Vater sei Angehöriger der schottischen 51. Highland-Division gewesen und habe als Soldat das Kriegsende im Elbe-Weser-Dreieck erlebt, berichtete er. Wie fast alle Kriegsteilnehmer habe sein Vater über diese Zeit nur sehr wenig erzählt. Anhand von Unterlagen und Fotos wusste McAllister jedoch: „Er muss irgendwo hier dabei gewesen sein“.

Beeindruckt von der Sanierung der ehemaligen Baracken sowie den vielen Fundstücke in der Ausstellung erklärte der CDU-Politiker spontan, eine Einsatzkarte der Division aus dem Nachlass seines Vaters der Stiftung zur Verfügung zu stellen. Damit nicht genug: Er werde den Schulen im Landkreis Cuxhaven den Tipp geben, Sandbostel zu besuchen („Jeder Schüler aus dem Elbe-Weser-Dreieck sollte das hier gesehen haben“) und wo möglich - auch bei der Finanzierung der anstehenden Projekte helfen.

Im Herbst nächsten Jahres will die Stiftung den Antrag auf Bundesförderung stellen. Die Voraussetzung für Zuschüsse ist die Neukonzeption der Ausstellung, die nach den Worten von Projektkoordinator Andreas Ehresmann auf einem gute Wege ist. Allerdings: Um Bundesmittel zu erhalten, muss  die  Stiftung etwa  100.000 Euro beisteuern. „Es wird nicht einfach, diese Summe aufzubringen“, sah Landrat und Kuratoriumsmitglied Hermann Luttmann noch viel Arbeit auf die Verantwortlichen zukommen.

Persönliche Kontakte könnten da nützlich sein, empfahl David McAllister. In seinem Parteifreund Hans-Heinrich Ehlen gebe es in Hannover einen einflussreichen Befürworter für die Anliegen der Lagerstiftung. Zudem hat für die kommenden Monate die zuständige niedersächsische Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) einen Sandbostel-Besuch angekündigt.
Für den Zuschuss aus Berlin ist der Staatsminister für Kultur und Medien zuständig. Der heißt Bernd Neumann, gehört ebenfalls der CDU an und wohnt in Bremen. McAllisters Rat: „Laden Sie ihn doch mal ein. Der ist doch nicht weit weg.“

 

 

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