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Zevener Zeitung 31. Oktober 2007

Ort des Gedenkens und der Versöhnung

50 Jahre Lagerkirche - Vorträge und Gottesdienst

Sandbostel (Ih). Die evangelische Lagerkirche in Sandbostel ist vor 50 Jahren in ihrer jetzigen Gestalt als Gotteshaus eingeweiht worden. Anlässlich dieses Jubiläums werden am Sonnabend, 3. November, ab 14.30 Uhr sowie ab 19.30 Uhr Vorträge mit Bildern zur Geschichte der Lagerkirche gehalten. Zudem wird am Sonntag, 4. November, ein Gottesdienst gefeiert.

Die Vorträge werden Joachim Behnken und Pastor Peter Handrich halten, und zwar jeweils in der Lagerkirche. Beim Gottesdienst wird Superintendent i. R. Hans-Wilhelm Hastedt als Prediger erwartet.
„Die neue evangelische Lagerkirche sollte Mittelpunkt sein für eine relativ große christliche Lagergemeinde. Gemeinde-glieder waren im wesentlichen männliche jugendliche Flüchtlinge aus der damaligen DDR“, schreibt Joachim Behnken aus Ober Ochtenhausen im Gemeindebrief der St-Lamberti-Kirchengemeinde Selsingen.
Die neue Kirche wurde auf dem Standort errichtet, auf dem elf Jahre zuvor eine Nissenhütte aufgestellt worden war. Diese war 1946 eingeweiht worden und diente unterschiedlichen Lagergemeinden als ökumenisches-Gotteshaus. 1953 übernahm die Kirchengemeinde Selsingen die Einrichtung in ihre Zuständigkeit. 1956 fiel die Entscheidung für einen schlichten Neubau   in   massiver   Bauweise. Joachim Behnken erinnert: „Die evangelisch-lutherische St.-Lamberti-Kirchengemeinde Selsingen, aber auch der Kirchenkreis Bremervörde-Zeven haben diese Lagerkirche über alle Zeiten als einen Ort des Gedenkens an die Geschehnisse in den totalitären Staatsformen unserer jüngsten nationalen Vergangenheit verstanden.“ In den Augen des Ober Ochtenhauseners ist die auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers stehende Lagerkirche „eine wegweisende Gedenkstätte“, die viel Orientierung vermittelt habe. „Ehemalige Gegner und  Feinde  haben  sich hier gegenseitig vergeben und die Hand zur Versöhnung gereicht.“ Die Lagerkirche habe eine „integrierende Kraft und füge sich harmonisch ein in den Dreiklang der Gedenkstätte Sandbostel: Friedhof, Kirche und Dokumentation der Lagergeschichte.
„Heute bringen insbesondere die Gottesdienste und Amtshandlungen der ortsansässigen Gemeinde eine gewisse Beständigkeit an kirchlichem Leben in dieses Haus“, heißt es in dem Gemeindebrief.
Zur Feier des 50-jährigen Jubiläums der „neuen“ Sandbosteler Lagerkirche lädt die Kirchengemeinde Selsingen herzlich ein.

 

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