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Bremervörder Zeitung 23. August 2007

Auf dem Weg zum Friedensort

Bundestagsabgeordneter Joachim Stünker im Gespräch mit
Jugendlichen des Camps in Sandbostel

Sandbostel. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Joachim Stünker hat das Camp der internationalen Jugendbegegnung Sandbostel besucht, um mit den Campteilnehmern über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu diskutieren. Mit dabei war auch Landtagskandidat Bernd Wölbern. Vorher besichtigten beide SPD-Politiker die neue Gedenkstätte unter der Führung von Karl-Heinz Buck, Vorsitzender der Stiftung Lager Sandbostel.

Stünker ist davon überzeugt, dass das Lager Sandbostel gute Chancen für eine Projektförderung durch Land und Bund habe. Wölbern betonte, wie wichtig eine Förderung sei, da das Lager große europäische Bedeutung habe. Kurt Ringen, Kuratoriumsmitglied der Stiftung Lager Sandbostel, fügte hinzu: „Neben der Gedenkstätte soll auch die Jugendbildung ein Stiftungsziel sein.“ Dieses Ziel hat auch das Camp der internationalen Jugendbegegnung, an dem Jugendliche aus Russland, Moldawien, Frankreich und Sandbostel teilnehmen. Neben zahlreichen Seminaren stand am Dienstag das Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten im Vordergrund. „Warum sind Sie Politiker geworden?“, fragte ein französischer Jugendlicher. Stünkers Antwort: „Ich bin mit Politik groß geworden. Politik hatte immer eine große Bedeutung in meiner Familie.“ Eine russische Sprachlehrerin erklärte den Politikern ein Projekt, dass eine Gruppe Jugendlicher gemacht hat: „Wir haben hier dargestellt, mit welchen Augen wir Russland sehen." Die Lehrerin möchte ihren Schülern die Kriegszeit nahe bringen und hält das Lager in Sandbostel für eine sehr gute Möglichkeit, um dieses Ziel zu erreichen. „18 Dörfer in unserer Gegend wurden im Krieg vernichtet und trotzdem ist diese deutsch-russische Freundschaft entstanden“, stellte die Lehrerin erfreut fest.
Joachim Stünker wird jeden Tag bei der Arbeit an den Krieg erinnert. Der Reichstag wurde im Krieg von russischen Truppen erobert, russische Soldaten beschrieben die Wände: „Viele der Inschriften sind erhalten und erinnern mich jeden Tag an diese Zeit.“ Dann lädt er die Jugendlichen zu einer Besichtung des Reichstages ein: „Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir, wenn Sie in Deutschland sind. Dann gucken wir uns zusammen den Reichstag an.“
Auf Stünkers Aussage, er sei noch nie in Russland gewesen, kam prompt eine Einladung des Sandbostels Bürgermeisters Johann Gerken: „Nächstes Jahr fahren wir wieder dort hin. Kommen Sie doch einfach mit.“

SPD-Landtagskandidat Bernd Wölbern freute sich, dass in Sandbostel, einem Ort, wo einst so heftig um den richtigen Umgang mit der Geschichte gerungen wurde, jetzt Worte wie „Freundschaft und Freude“ zu hören sind. Er habe den Wunsch, dass Sandbostel für immer zum Friedensort werden möge

 

 

 

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