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Bremervörder Zeitung 31. Januar 2012

Harsefelder Film überzeugt

Schüler gewinnen Landes-Friedenspreis für eine Dokumentation über das Lager Sandbostel

HARSEFELD. Das Kriegsgefangenenlager Sandbostel ist nicht gerade ein typisches Thema, mit dem sich 16- und 17-jährige Jungen und Mädchen beschäftigen. 14 Harsefelder Gymnasiasten haben in einem Schulprojekt gleich einen ganzen Film über das Lager gedreht. Damit waren sie so erfolgreich, dass ihnen am Mittwoch der Schülerfriedenspreis des Landes Niedersachsen überreicht wurde.

Die Harsefelder Schüler mussten auslosen, wer zur Preisverleihung nach Hannover fahren durfte. Fünf Mädchen hatten Glück und nahmen am Mittwoch den Schülerfriedenspreis von Kultusminister Dr. Bernd Althusmann im Gästehaus der Landesregierung entgegen. "Es war kurz und schmerzlos", sagte Lehrer Diedrich Hinrichs. Er war etwas enttäuscht über die Verleihung des Preises. Althusmann habe zum Gedankenaustausch geladen, war aber bereits nach der Stunde, die die Preisverleihung dauerte, verschwunden. Trotzdem sei es für die jungen Nachwuchsfilmer aufregend gewesen, endlich den Lohn für die getane Arbeit zu erhalten. Über mehrere Monate erstellten die Schüler, in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VdK), eine Filmdokumentation über das Leiden und Sterben sowjetischer Kriegsgefangener im Lager Sandbostel. Oft arbeiteten sie für das Projekt außerhalb der Schulzeiten.

"Es ist erfreulich, dass die Erinnerungsarbeit und die kritische Auseinandersetzung mit Extremismus oder Diskriminierung anhand von Beispielen vor Ort an unseren Schulen eine so große Rolle spielen", sagte Althusmann. Aus zeithistorischem Material, Informationen von Zeitzeugen und aktuellen Aufnahmen vom Lager Sandbostel entstand ein 16-minütiger Film, der das Kultusministerium überzeugte. Die technisch versierte Umsetzung der Arbeit in das Medium Film wurde während der Veranstaltung besonders gelobt. Die Schüler hätten einen Beitrag zur Verbesserung der Völkerverständigung geleistet.

Indem die Elftklässler die letztjährige Gedenkfeier der Stiftung Lager Sandbostel mit ihrem Dokumentarfilm mitgestaltet haben, sei es ihnen zudem gelungen, über den engen Bereich der Schule hinaus in die Öffentlichkeit und somit politisch zu wirken. Unterstützt wurden die Schüler im technischen Bereich vom Lehrer und Medienpädagogen Christoph Behrends. Bereits im vergangenem Jahr waren die Schüler erfolgreich und gewannen mit ihrem Film den Preis der Verdener Filmklappe, (st/tie)

Lager Sandbostel

Im ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager "Stalag X B" in Sandbostel waren gegen Kriegsende noch 50 000 Menschen zusam-mengepfercht. Zwischen 1939 und 1945 hatte Sandbostel als Auffang-lager für über eine Million Gefangene aus 70 Nationen gedient. Zehn-tausende ließen dort ihr Leben. Auch für 3 000 Deportierte kam die Befreiung am 29. April 1945 zu spät

 

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