Stiftung Lager Sandbostel I Gedenkstätte Lager Sandbostel
C.I.C. No 2
Justizanstalt
DDR Jugendlager
Weitere Nachnutzung

 

Spendenkonten:
Sparkasse Rotenburg-Bremervörde
Kto.: 280 160 38
BLZ: 241 512 35
IBAN: DE87 2415 1235 0028 0160 38
BIC: BRLADE21ROB

Volksbank Zeven
Kto.: 5 403 473 600
BLZ: 241 615 94
IBAN: DE43 2416 1594 5403 4736 00
BIC: GENODEF1SIT

Bremervörder Zeitung 30. März 2011

Es tut sich was in Sandbostel

Sandbostel. Hochbetrieb auf dem ehemaligen Lagergelände in Sandbostel: Zahlreiche Handwerker sind derzeit damit beschäftigt, die so genannte gelbe Baracke zu dem ersten von zwei geplanten Ausstellungsgebäuden umzuwandeln. Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann und der Stiftungsvorsitzende Karl-Heinz Buck informierten gestern vor Ort über den Stand der Bauarbeiten. Von Rainer Klöfkorn

Zuvor jedoch lenkte ein Besucher die Aufmerksamkeit auf sich, der eine Dienstreise in das Vörder Land mit einem Abstecher nach Sandbostel verband. Was er zu sagen hatte, interessierte die Gedenkstättenvertreter: Er habe Verbindungen zu den USA und wisse von Leuten, die Unterlagen über das ehemalige Lager besäßen. Für Ehresmann mittlerweile Alltag: Immer wieder melden sich in Sandbostel Menschen, die Schriftstücke oder Objekte, die mit der Lagergeschichte in Verbindung stehen, dort abgeben. "Es zeigt uns", sagt der Leiter der Gedenkstätte, "dass noch sehr viel vorhanden sein muss." In jüngster Zeit wurde der Fundus zum Beispiel um Bilder erweitert, die ein ehemaliger Kriegsgefangener aus Frankreich aus der Erinnerung heraus an die Zeit in Sandbostel malte. Vieles von dem, was in den letzten Jahren zusammen kam, wird ab April 2013 in den beiden Ausstellungsgebäuden zu sehen sein. Mit Fördergeldern werden derzeit die gelbe Baracke und die ehemalige CVJM-Baracke, die beide Anfang der 1950er Jahre gebaut wurden, umgebaut.

Grundlage ist das Konzept des Berliner Büros "raumkollektiv", der Siegerentwurf eines Wettbewerbes. Begonnen wurde zunächst mit dem Umbau der gelben Baracke, in der die Zeit von der Entstehung des Kriegsgefangenlagers bis zur Befreiung im April 1945 behandelt wird. Auf einem Rundgang kann sich der Besucher an mehreren Stationen über die einzelnen Abschnitte informieren: Beginnend von der Geschichte der Gefangenenlager über den Alltag der Internierten, die Ankunft der ersten sowjetischen Gefangenen im Herbst 1941, die Transporte der Häftlinge aus Konzentrationslagern nach Sandbostel bis hin zur Aufarbeitung der dort begangenen Verbrechen durch die Justiz. Namentlich dokumentiert werden können etwa 500 Arbeitseinsätze, die die Gefangenen in der Umgebung Sandbostels leisten mussten. Auch hierbei half wieder ein mehr oder minder zufälliger Fund: Einer der drei wissenschaftlichen Mitarbeiter, die zum Team der Ausstellungsmacher gehören, entdeckte im Stader Staatsarchiv eine Liste, auf der die Arbeitseinsätze sowjetischer Gefangener im Teufelsmoor festgehalten wurden.

Wer später die gelbe Baracke verlässt, gelangt entlang der noch vorhandenen ursprünglichen Holzbaracken zu der CVJM-Baracke. In ihr wird – ebenfalls wieder in einem thematisch gegliederten Rundgang – über die Zeit nach 1945 informiert. Zunächst wurden im Lager Angehörige der NS-Organisationen, überwiegend der SS, inhaftiert. Nach der Entnazifizierung wurde es zur Außenstelle des Celler Gefängnisses, später Durchgangslager für jugendliche Flüchtlinge aus der DDR, dann Bundeswehrdepot und ab 1974 zum Gewerbegebiet. "Wir werden die gesamte Lagergeschichte wissenschaftlich und sachlich darstellen", ist der Anspruch der Kuratoren. Die neue Ausstellung werde bundesweit, sind Buck und Ehresmann überzeugt, auf Interesse stoßen. Auch die Schulen zwischen Elbe und Weser könnten von der neuen Ausstellung profitieren, nimmt doch das Thema Gedenkstätten immer größeren Anteil im Geschichtsunterricht ein. Das Interesse der Lehrer sei da, sagt Ehresmann. Vor kurzem hätten sich die Teilnehmer eines Lehrerseminars über die Möglichkeiten informiert, die die Gedenkstätte für den Unterricht biete.

" Die Gedenkstättenarbeit werden wir mit einem roten Faden, der im Lauf der Jahre immer breiter wird, in der Ausstellung dokumentieren. "
Andreas Ehresmann

 

Stiftung Lager Sandbostel • Gedenkstätte Lager Sandbostel • Greftstr. 3 • 27446 Sandbostel
info@stiftung-lager-sandbostel.de • Tel.: 04764-225 4810 • Fax: 04764-225 4819