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21.2.2012 um 19.00 Uhr in der Gedenkstätte Lager Sandbostel, Greftstr. 3 (Gelbe Baracke), 27446 Sandbostel
Die Teilnahme ist kostenlos.
"Das Notaufnahmelager Sandbostel für männliche jugendliche DDR-Flüchtlinge 1952–1960 – deutsch-deutsche Geschichte in Niedersachsen"
Vortrag von Dr. Andrea Genest, Stiftung Lager Sandbostel
Eine der Besonderheiten der Gedenkstätte Lager Sandbostel liegt in der intensiven Nutzung des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel und der noch erhaltenen Baracken in der Nachkriegszeit. Neben einem Lager für internierte SS-Angehörige, das durch die britischen Behörden geführt wurde, diente Sandbostel Ende der 40er Jahre als Strafgefängnis und 1952–1960 als Notaufnahmelager für jugendliche männliche DDR-Flüchtlinge. Seine Schwesterinstitution war das Notaufnahmelager für jugendliche Frauen in Westertimke. Beide waren dem Durchgangslager Uelzen-Bohldamm angeschlossen. Die vielfältige Umnutzung des ehemaligen Lagers wird in der neuen Dauerausstellung der Gedenkstätte Lager Sandbostel thematisiert werden, die im April 2013 eröffnet wird. Sie ist Ausdruck für einen bestimmten Umgang mit dem Gelände, aber auch Anlass, die Nachgeschichte des Lagers Sandbostel im Licht deutscher Zeitgeschichte zu betrachten. In einem Abendvortrag möchte Andrea Genest, Mitarbeiterin an der Gedenkstätte Lager Sandbostel und mit dem Nachkriegsteil der Ausstellung befasst, das Notaufnahmelager vorstellen. Wie lebten die Jugendlichen hier? Aus welchen Gründen sind sie aus der DDR geflohen – und welche Erfahrungen machten sie nun in der Bundesrepublik? Wie nahm die Umgebung dieses erneute Lager wahr? Insbesondere das Ankommen in Westdeutschland scheint noch nicht ausreichend erforscht zu sein. Aus diesem Grunde beginnt die Gedenkstätte in diesen Wochen ein Interviewprojekt mit Menschen, die als Flüchtlinge nach Westertimke oder Sandbostel kamen, und möchte sie zu ihren Erfahrungen befragen. Ihre Erzählungen sollen in die spätere Ausstellung einfließen. Erste Befunde lassen jedoch jetzt schon darauf schließen, dass viele ihre Herkunft aus der DDR nicht in der westdeutschen Gesellschaft thematisieren wollten. Was aber sagt dies über das politische Klima in den fünfziger Jahren?
Mit freundlichen Grüßen
C. Pliska Stiftung Lager Sandbostel
Tel: 04764 2254810
mailto: c.pliska@stiftung-lager-sandbostel.de