Sandbostel (sj/alg). Bereits zum dritten Mal richtet die Gemeinde Sandbostel in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und mit Unterstützung der Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel und des Fallschirmjägerbataillons Seedorf im Juli 2009 ein Internationales Jugend-Workcamp in Sandbostel aus.
Vom 10. bis 24. Juli werden 33 Jugendliche aus sieben Staaten (Weißrussland, Deutschland, Estland, Kirgisien, Moldawien, Polen und Russland) in Sandbostel zusammenkommen, um sich kennen zu lernen und gemeinsam auf dem ehemaligen Lagerfriedhof Sandbostel und auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel Pflege- und Aufräumarbeiten durchzuführen. Darüber hinaus wird in Rundgängen, Seminaren und Workshops die historisch-politische Geschichte des Ortes erarbeitet.
Mit dem ehemaligen belgischen Kriegsgefangenen Roger Cottyn (lesen Sie dazu bitte auch den Artikel auf Seite 9) und der Tochter des in Sandbostel gestorbenen KZ-Häftlings Erich Kleeberg, Ruth Gröne, werden den Jugendlichen wieder zwei engagierte Zeitzeugen zur Verfügung stehen, die in Gesprächen ihre persönlichen Erlebnisse und Erinnerungen an den historischen Ort schildern.
Für die Gedenkstätte Sandbostel ist das Jugend-Workcamp wie schon in den vergangenen beiden Jahren eine konkrete und wichtige Hilfe zur Erhaltung der historischen Gebäude und für den weiteren Aufbau der Gedenkstätte. Die Arbeit an den Baracken des ehemaligen Stalag X B und das Wissen um die Geschichte, die mit dem jeweiligen historischen Gebäude verbunden ist, ermöglicht einen intensiven und eindrücklichen Zugang zum historischen Ort. Zudem ermöglichen die Arbeit vor Ort, die historisch-politische Bildung und der Austausch der Jugendlichen untereinander geschichtliche Ereignisse im internationalen Kontext zu bewerten und Gegenwartsbezüge herzustellen.
Eine Besonderheit im Programm der Begegnung ist erneut der Gastfamilientag. Dieser findet am Sonntag, 19. Juli, statt. Dafür suchen die Organisatoren „Gasteltern für einen Tag“ in der Gemeinde Sandbostel/Samtgemeinde Seisingen. Diese sollten den Jugendlichen die Besonderheiten der Region zeigen und sie an ihrem Familienleben teilhaben lassen. Es wird darauf geachtet, dass eine sprachliche Verständigung zwischen dem Gastgeber und den Jugendlichen möglich ist. Interessenten melden sich bitte bei dem Leiter des Workcamps, Bodo Henze (E-Mail henze.bodo@webde, Mobiltelefon 0171/2620574), oder beim Bürgermeister der Gemeinde Sandbostel, Peter Radzio (E-Mail peraoo@ewetel.net, Telefon 04284/1644). Am 22. Juli findet im Rahmen des Internationalen Jugend-Workcamps wieder eine Gedenkveranstaltung auf dem ehemaligen Lagergelände und dem ehemaligen Lagerfriedhof, der heutigen Kriegsgräberstätte Sandbostel, statt, die von den Jugendlichen mit ihren „Teamern“ eigenständig gestaltet wird. Im vergangenen Jahr wurde daraus eine eindrucksvolle Veranstaltung mit neuen Formen der Erinnerung und des Gedenkens, die von vielen Interessierten besucht wurde. |