Sandbostel. Im Bemühen um den weiteren Ausbau einer Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Z-Auffanglagers Stalag XB Sandbostel strebt die vor knapp vier Jahren gegründete Stiftung eine dauerhafte finanzielle Förderung zur Deckung der umfangreicher werdenden Kosten an. Am Montag besuchte die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Margrit Wetzel die Gedenkstätte, um sich ausführlich über die Arbeit der Stiftung und den Fortschritt beim Ausbau des rund drei Hektar großen Areals zu informieren. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Möglichkeiten einer langfristigen finanziellen Förderung.
Dr. Margrit Wetzel, die sich im Rahmen ihres knapp zweistündigen Aufenthaltes in der Gedenkstätte neben den Ausstellungsräumen auch das Außengelände ansah, zeigte sich von der Arbeit der Stiftung der beeindruckt: „Sie haben hier bereits sehr viel geschaffen“.
Karl-Heinz Buck erläuterte der Bundestagsabgeordneten aus Horneburg zunächst Allgemeines zur Entstehung und Nutzung des Kriegsgefangenenlagers Stalag XB. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung betonte danach besonders die Bedeutung der noch erhaltenen Bausubstanz: „Das gibt es in der Bundesrepublik wahrscheinlich kein zweites Mal“, sagte Buck. Andreas Ehresmann übernahm anschließend die Führung über das von der Stiftung erworbene Gelände. Der Projektkoordinator der Einrichtung sparte dabei nicht mit detaillierten Informationen über die ehemals unheilvolle Nutzung der einzelnen Gebäude.
Nach dem Rundgang, an dem auch die Kuratoriumsmitglieder Clement-Volker Poppe als Vorsitzender sowie Dr. Hein-Arne zum Felde und Kurt Ringen teilnahmen, zeigte sich Dr. Wetzel von den mittlerweile sorgfältig gestalteten Ausstellungsräumen beeindruckt. Und die zeigen Wirkung: Besonders stolz sind die Verantwortlichen der Stiftung darüber, dass man bereits in diesem Jahr mit rund 5.000 Besuchern rechnen darf.
Nach der Vorführung zweier Kurzfilme, welche die Befreiung des Lagers durch britische Truppen im April 1945 sowie die anschließende Konfrontation der heimischen Bevölkerung mit den grauenhaften Zuständen im Lager zeigten, ging es ans „Eingemachte“: Es fehlen mittel- und langfristig finanzielle Zuwendungen zum dauerhaften Erhalt der Gedenkstätte. Dr. zum Felde: „Es kommen inzwischen immer mehr Schulklassen in unsere Ausstellung. Die müssen natürlich vernünftig von einem kompetenten Personal betreut werden“. Auch Clement-Volker Poppe und Kurt Ringen warben für eine dauerhafte finanzielle Unterstützung durch den Bund. Dr. Wetzel bedauerte, keine konkreten Zusagen machen zu können. Als Mitglied des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im deutschen Bundestag habe sie mit Kultur nur wenig zu tun, erklärte die Politikerin. „Leere Versprechungen nützen Ihnen natürlich überhaupt nichts“, sagte Dr.Wetzel in diesem Zusammenhang. Gleichwohl: „Förderprogramme sind ein dickes Brett. Um davon partizipieren zu können, lohnt sich ein kontinuierliches Anbohren“, ermunterte sie die Mitglieder der Stiftung.
Man müsse im Hinblick auf das Förderportal und die Kulturstiftung des Bundes allerdings zwischen einer institutionellen und einer projektbezogenen Förderung unterscheiden, erklärte Wetzel. In jüngster Zeit ginge der Bund immer häufiger zur Projektfinanzierung über, wo man Einfluss auf die geförderte Arbeit nehmen könne und ein finanzielles Folgerisiko nahezu ausgeschlossen sei.
Vorstand und Kuratorium machten deutlich, dass die Arbeit der Stiftung ohne langfristige, kontinuierliche geldliche Zuwendungen erheblich erschwert werde. Und die Männer um Karl-Heinz Buck wollen die Werbetrommel rühren. Buck: „Wir müssen einen bundesweiten Bekanntheitsgrad anstreben“.
Wenngleich Margrit Wetzel keine verbindlichen Zusagen machen konnte, ermutigte sie Vorstand und Kuratorium der Stiftung: „Ich bin mit offenem Herzen nach Sandbostel gekommen. Gern ich Ihnen dabei helfen, Ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen". Und eines versprach die Politikerin zum Schluss dann doch noch: Sie will sich bei der Handwerkskammer für den Einsatz von kompetenten jungen Helfern einsetzen. |