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Bremervörder Zeitung 14. November 2008

Keine Schuldzuweisungen
Dr. Volland weist Anprangerung der lokalen
Bevölkerung streng zurück

Sandbostel (mg). Zum Vortrag der Bremer Politologin Henrike lllig über die zwangsverpflichteten Frauen aus Delmenhorst begrüßte Dr. Klaus Volland neben vielen Besuchern auch die Vertreter der Stiftung Lager Sandbostel und des Gedenk­stättenvereins. Volland schilderte, wie ab dem 12. April 1945 rund 10.000 KZ-
H
äftlinge nach Sandbostel gekommen seien, deren Unterbringung die SS entgegen dem Willen des Kommandanten durchgesetzt habe.
Während ein Massensterben der Häftlinge bereits in den Zügen und auf den Marschrouten nach Sandbostel eingesetzt und sich im Lager ausgebreitet habe, seien viele Männer nach dem Abzug der SS am 20. April über­wiegend einer großen Typhusepidemie erlegen.
Die Elendszüge von Häftlingen durch Bremervörde und die umliegenden Dörfer, die kurzfristig stattgefundenen Plünderungen durch befreite Häftlinge sowie die tief greifenden Erlebnisse der Frauen und Männer aus der Umgebung des Lagers, die von den britischen Befreiern zu Diensten im Lager Sandbostel verpflichtet wurden, spielten im kollektiven Gedächtnis der einheimischen Bevölkerung eine ganz wesentliche Rolle, sagte Dr. Volland.

Es sei bekannt, wie belastend es vor Ort immer noch empfunden werde, dass sich in Sandbostel vor und nach dem Krieg Ereignisse  abspielten,die  mit Bergen-Belsen verglichen werden könnten. Dr. Volland: „Wir meinen, dass durch Aufklärung über die damaligen Geschehnisse diesem belastenden Gefühl entgegengewirkt werden kann. Um irgendwelche Anklagen oder Schuldzuweisungen an die lokale Bevölkerung aber kann und darf es - auch mit der heutigen Veranstaltung - auf gar keinen Fall gehen“.

Nach dem Vortrag von Henrike lllig und einer lebhaften Aussprache überbrachte Joachim Behnken herzliche Grüße des in zwischen 90-jährigen Bernard Le Godais. Der Franzose war einst Kriegsgefangener in Sandbostel, hat das Lager und den Ort oft besucht und sich sehr für die Errichtung einer Gedenkstätte eingesetzt






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