Sandbostel. Prominenten Besuch gab es gestern in der Gedenkstätte Lager Sandbostel: Die niedersächsische Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) besichtigte das ehemalige Lagergelände und erkundigte sich über den Stand der Restaurierungsarbeiten. Heister-Neumann ist die Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung niedersäschsische Gedenkstätten, der gestern in Sandbostel tagte.
Der Stiftungsrat beschließt unter anderem über die Satzung, den Haushalts- und den Stellenplan der Stiftung. Neben Abgeordneten der Landtagsfraktionen sind unter anderem Vertreter der niedersächsischen Justiz- und Finanzministerien sowie des Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen im Stiftungsrat vertreten. In Sandbostel wird die Stelle des Projektkoordinators Andreas Ehresmann über die Stiftung finanziert.
An der Besichtigung gestern Mittag nahm auch der niedersächsische Minister für Landesentwicklung, Hans-Heinrich Ehlen (CDU), teil.
Während Ehresmarnn in Kurzform die Geschichte des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers „Stalag XB“ skizzierte, erinnerte Karl-Heinz Buck, der Vorsitzende der Stiftung Lager Sandbostel, an den schwierigen Start der Gedenkstättenarbeit in Sandbostel. Umso positiver sei es, dass immer mehr Bürger die Aufarbeitung der Lagergeschichte unterstützten, indem sie beispielsweise Ausstellungsexponate zur Verfügung stellten, so Buck.
Bei einem Rundgang über das Lagergelände informierte Andreas Ehresmann über die Restaurationsarbeiten an den von der Stiftung Lager Sandbostel erworbenen Baracken. Für die Dachsanierung stehen 400.000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Doch die Verantwortlichen planen schon weiter: Die Dauerausstellung über das Lager soll aktualisiert und erweitert werden. Die Gedenkstätte soll mehr Raum in einer noch zu sanierenden Baracke erhalten. Bei den Vorhaben hoffen Buck und seine Mitstreiter auf einen Zuschuss aus der Bundesgedenkstättenförderung. |
Die „Stiftung niedersächsische Gedenkstätten“ wurde 2004 als Stiftung öffentlichen Rechts mit Sitz in Celle errichtet. Sie setzt sich dafür ein, „das Wissen über das historische Geschehen in den Jahren 1933 bis 1945, insbesondere über die Geschichte von Verfolgung und Widerstand auf dem Gebiet des Landes Niedersachsen, im Bewusstsein der Menschen“ wachzuhalten und weiterzutragen.
Ziel ist es, „die Gedenkstätten Bergen-Belsen und Wolfenbüttel als Orte der Erinnerung an die Leiden der Opfer des Nationalsozialismus (...) und als Orte des Lernens für künftige Generationen“ zu erhalten und zugestalten. Die Stiftung fördert die Gedenkstättenarbeit von Initiativen und Gedenkstätten in privater Trägerschaft und die geschichts-wissenschaftliche Erforschung des Nationalsozialismus in Niedersachsen.
www.stiftunq-nq.de |