Sandbostel. „Wenn man über das Gelände geht, sieht man, dass wir eigentlich noch ganz am Anfang stehen." Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) hat gestern den GLL-Zuwendungsbescheid über die EU-Förderung in Höhe von 201.000 Euro für Sanierungsmaßnahmen auf dem Lagergelände an den Vorsitzenden der Stiftung Lager Sandbostel, Karl-Heinz Buck, überreicht. Allerhöchste Zeit, denn bereits am Montag kommen die ersten Handwerker. Bis zum Winter sollen die Dächer der Baracken gesichert werden.
Die GLL (Behörde für Goinformation, Landesentwicklung und Liegenschaften) in Verden bezuschusst die Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen mit 201.000 Euro. Diesen Zuwendungbescheid übergab der niedersächsische Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung gestern der Stiftung Lager Sandbostel. „Ich glaube, dass wir alle am gleichen Strang in die richtige Richtung ziehen“, betonte Ehlen. „Das ist ein Meilenstein in der Geschichte der Dokumentations und Gedenkstätte.“Insgesamt stehen der Stiftung Lager Sandbostel 448.500 Euro für die Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung. „Mit dieser Summe können wir einen Großteil der Gebäude erhalten“, erläuterte der Stiftungsvorsitzende Karl-Heinz Buck. Geldgeber für die Sanierungsmaßnahmen waren neben der GLL das Amt für Denkmalpflege (67.500 Euro), der Landkreis Rotenburg (40.000 Euro), die Samtgemeinde Selsingen (40.000 Euro), die niedersächsische Sparkassenstiftung (40.000 Euro), die Deutsche Stiftung Denkmalschutz
(40.000 Euro) und die Niedersächsische Gedenkstättenstiftung (20.000 Euro). Minister Hans-Heinrich Ehlen freute sich über die „lange Liste von Geldgebern“:
„Wer hätte gedacht, dass die unterschiedlichen Institutionen Summen in dieser Höhe losbrechen?“ Deshalb sei es in Ehlens Augen fragwürdig, ob die „angezapften Töpfe noch weiter ausgeschöpft werden könnten“. Ursprünglich war die Samtgemeinde Selsingen als Bauträger für die Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen auf dem Gelände angedacht. Dieses Vorhaben haben Stiftung und Samtgemeinde schnell verworfen. „Die Samtgemeinde als Träger wäre eine heikle Kiste geworden. Jetzt liegt alles in den Händen der Stiftung“, so Hans-Heinrich Ehlen. Sechs Baracken sollen im Zuge der Sanierungsmaßnahmen vor dem Verfall gerettet werden. Außerdem soll die rund 2,7 Hektar große Freifläche hergerichtet und das Gelände eingezäunt werden.
Voraussetzung für die Einrichtung einer Dokumentations- und Gedenkstätte seien „ein langer Atem, einer starker Wille und vor allem Menschen, die sich stärker einbringen, als man erwarten kann“, so Ehlen. „Vor vier Jahren haben wir uns auf den Weg gemacht. Jetzt, im Jahr 2008, sind wir schon einen großen Schritt weitergekommen“, fügte der Minister hinzu. Im Laufe der vergangenen zehn Jahre habe sich das Bild des Lagers sehr gewandelt. „Die Stiftungsmitglieder haben Rückgrat bewiesen und Verstimmungen überwunden“, erinnerte sich der niedersächsische Landwirtschaftsminister. „Und ich bin mir sicher, die Menschen, die hier dabei sind, werden die das alles weiter entwickeln.“ |