Einige Monate vor Beginn des Zweiten Weltkriegs begannen die Planungen eines Kriegsgefangenenlagers in der Nähe des Ortes Sandbostel. Ein Musterbauplan der Wehrmacht für dieses Lager datiert vom Mai 1939. Das ausgewählte Gelände lag zentral im damaligen Wehrkreis X, abgelegen in einer unwirtlichen, fast baumlosen Moorgegend in der norddeutschen Tiefebene. In der Nähe befand sich ein Reichsarbeitsdienstlager, dass zur Kaserne der Wachmannschaften ausgebaut werden sollte. Eine Feldbahn führte durch das Moor zum Bahnhof Brillit. Die Wehrmacht fand also ideale Bedingungen für die Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers vor.
Die ersten Kriegsgefangene kamen im September 1939 in das Lager und wurden in Großzelten untergebracht. Unter der Aufsicht von deutschen Facharbeitern mußten sie die Steingebäude der ersten Bauphase errichten. Später wurden in einer zweiten Bauphase die Holzbaracken aufgestellt.
1940 folgten französische und belgische Soldaten, 1941 erreichten serbische und sowjetische Kriegsgefangene das Lager. 1943 wurden schliesslich italienische Militärinternierte eingeliefert.
Im April 1945 trafen 10.000 KZ-Häftlinge aus dem KZ Hamburg-Neuengamme und seinen Außenlagern im Lager ein. Auf dem Transport und später im Läger kamen innerhalb von zwei Wochen ca. 3.000 von ihnen ums Leben..
Britische Truppen befreiten die Gefangenen am 29. April 1945.
Anschliessend wurden SS-, NS-Angehörige und Mitglieder von KZ-Wachmannschaften dort inhaftiert.
1948 wurde eine Nebenstelle des Zuchthauses Celle eingerichtet.
Von 1952 -1960 wurde es ein Auffanglager für jugendliche DDR-Flüchtlinge.
1960 - 1974 Bundeswehrgelände
1974 hat die Bundesvermögensverwaltung das Gelände an die Gemeinde Sandbostel veräußert mit der Auflage, dort ein Gewerbegebiet einzurichten.
1992 wurden die noch vorhandenen Gebäude unter Denkmalschutz gestellt.
Umfangreichere Informationen zur Geschichte des Stalag X B gibt es unter: www.gedenkstaette-sandbostel.de |