(bz/fs). Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Bezirksverband Lüneburg-Stade hat am Mittwoch anlässlich der „Internationalen Jugendbegegnung" in Sandbostel zu einer Gedenkveranstaltung vor der Lagerkirche eingeladen. Auch Landrat Hermann Luttmann und zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung, der Bundeswehr sowie der Stiftung Lager Sandbostel nahmen an der Gedenkfeier teil.
Wie berichtet, leisteten 27 Jugendliche aus acht Nationen in den vergangenen zwei Wochen auf dem ehemaligen Gelände des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Stalag XB ein Stück Friedensarbeit. Die jungen Frauen und Männer im Alter zwischen 16 und 24 Jahren jäteten Unkraut und legten Wege zu den Baracken frei. Veranstaltet wurde das „Workcamp“ vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Gemeinde Sandbostel.
Bei der Gedenkfeier am Mittwoch wies Gemeindebürgermeister Peter Radzio darauf hin, dass auch die Menschen im ländlichen Raum die Vergangenheit annehmen müssten, wenn sie Zukunft gestalten wollten. Mehr als eine Million Gefangene und KZ-Häftlinge waren zwischen 1939 und 1945 im Stalag XB interniert, mindestens 10.000 Menschen fanden den Tod. Workcampleiter Bodo Henze, dankte insbesondere Oberstleutnant Matthias Lau, Kommandeur des Fallschirmjägerbataillions 373 aus Seedorf, für die logistische Unterstützung des Camps. Im Mittelpunkt seiner Begrüßung standen aber die Jugendlichen selbst. Die jungen Leute aus Russland, Frankreich, Moldawien, Italien, der Ukraine, Polen, Weißrussland und Deutschland hätten neben den „praktischen pflegerischen Arbeiten auf dem Gelände“ vor allem miteinander geredet, über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit diskutiert und Lösungswege erarbeitet. Daneben sei selbstverständlich noch Zeit geblieben, Land und Leute von Bremen bis Hamburg kennen zu lernen, Völkerverständigung am praktischen Beispiel zu erleben, sagte Henze.
Eingehend auf das „Annehmen der Vergangenheit“ dankte der pensionierte Berufssoldat den örtlichen Vereinen für ihre Unterstützung. Diese mache deutlich, dass das Bewusstsein für die Geschichte immer mehr wachse. |