Sandbostel (bz). Mehr als 20 angehende Gästeführer und GästeführerInnen aus den Landkreisen Rotenburg, Verden und Osterholz haben sich kürzlich am neu eröffneten Museum auf dem ehemaligen Lagergelände über die Geschichte von „Stalag XB“ („Stammlager“) informiert.
Eine Führung durch die Ausstellung unter Leitung des durch die Stiftung Lager Sandbostel angestellten wissenschaftlichen Projektleiters Andreas Ehresmann bildete den Auftakt. Dabei ging es zunächst darum, die Konzeption der Einrichtung zu vermitteln und Entwicklungsmöglichkeiten darzustellen. Die Präsentation umfasst die gesamte Geschichte des Lagers. Alle Etappen der Entwicklung bis hin zum internationalen Jugendcamp in diesem Jahr sind durch diverse Exponate einbezogen. „Im weiteren Verlauf beeindruckten zwei historische Kurzfilme und ein Zeitzeugen-Filmdokument die Besucher. Nicht jedem fiel es leicht, danach gleich den erforderlichen inneren Abstand zu den seinerzeitigen Geschehnissen zu finden“, teilt Kurt Ringen vom Verein „Pro Europa“ mit, einem der insgesamt neun Träger der Stiftung Lager Sandbostel.
Beim Gedankenaustausch mit dem Historiker Dr. Klaus Volland, dem Zweiten Vorsitzenden des Gedenkstättenvereins, ging es um die Frage, in welcher Art die Gästeführernnen und Gästeführer das steigende regionale Interesse an Sandbostel aufnehmen und vor Ort umsetzen können.
Zusatzausbildung
Deshalb wird den GästeführerInnen eine Zusatzausbildung angeboten. Gezielt wollen die Gedenkstätten-Führer dann auch in den Jugendherbergen und Jugendhotels des Landkreises werben. Auf die finanzielle Förderung von Klassenfahrten nach Sandbostel durch die Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten soll aufmerksam gemacht werden. Auch pädagogisch gebildete Kräfte, die eine Zusatzausbildung zur Gedenkstätten-Führung erwerben möchten, sind eingeladen, sich zu melden bei der Gedenkstätte Sandbostel, Telefon 04764/810520.
Erfahrungen in der Führung von Gruppen beziehungsweise Schulklassen sollte vorhanden sein. Das Angebot richtet sich an Interessierte aus dem gesamten Gebiet des ehemaligen „Wehrkreises X“, dessen logistischer Mittelpunkt Sandbostel („Stammlager X B“) damals war. „Der Bereich umfasste ein Gebiet in etwa von Verden bis Cuxhaven. Aus diesem Bereich des Elbe-Weser-Dreiecks erwarten die Organisatoren den größten Teil der zukünftigen Gäste“, betont Kurt Ringen. |