Am vergangenen Donnerstag hatte die Stiftung Lager Sandbostel prominenten Besuch: Elke Twesten MdL aus Scheeßel besichtigte zusammen mit der Grünen Kreistagsfraktion und Philip Kossack, Bundestagsdirektkandidat im Wahlkreis Rotenburg – Stade, die Anlage des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag XB, heute Dokumentations- Gedenk- und Begegnungsstätte Sandbostel und nahm ihren jüngsten Besuch dort zum Anlass, der „Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel e. V. - dem Förderverein der Stiftung- als Mitglied beizutreten. „Ich habe in den vergangenen Jahren mehrmals die Gelegenheit gehabt, Sandbostel zu besuchen und bin immer wieder auf’s Neue beeindruckt, welch einen wertvollen Beitrag die Gedenkstättenarbeit dort zur Auseinandersetzung mit der NS-Zeit leistet. Diese Arbeit zu unterstützen ist mir ein besonderes Anliegen, insbesondere geht es heute darum, Jugendliche für dieses Thema zu sensibilisieren, ihnen aufzuzeigen, was das Scheitern der Weimarer Republik mit der Entstehung des Lagers Sandbostel zu tun hat und wie wichtig es ist, Demokratie zu begreifen und wertzuschätzen – deshalb ist es mir wichtig, hier einen persönlichen Beitrag zur Unterstützung zu leisten.“
Karl-Heinz Buck, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, begrüßte die Politikerrunde und führte die Gruppe zusammen mit Dr. Klaus Volland, dem derzeitigen Leiter des Gedenkstättenvereins, über das Lagergelände, wobei sich die Grünen Kreistagsabgeordneten von der Einzigartigkeit des heute noch historisch erhaltenen Gebäudeensembles sehr beeindruckt zeigten. Vornehmlich die Sicherung und Sanierung der Baracken, von denen einige schon einzustürzen drohten, waren in den letzten Monaten zentraler Bestandteil der Projektarbeit vor Ort und konnten mit Hilfe finanzieller Mittel aus dem Kreistag vor dem Verfall gerettet werden. Wie vielen anderen Besuchern wurde auch den Kreispolitikern sehr schnell deutlich, wie wichtig Gedenkstätten für die Erinnerung und Mahnung sind. Deshalb zeigten die Grünen sich auch an dem nun anstehenden neuen Projekt, der Einrichtung einer Dokumentationsstätte mit Dauerausstellungen die Jahre 1939 – 1945 sowie die vielfältige Nachnutzung betreffend überaus interessiert, die ebenfalls eine entsprechend hochwertige museumspädagogische Arbeit zum Ziel hat. „Das Ganze ist nicht nur unter finanziellen Gesichtspunkten eine wirkliche Herausforderung für alle Beteiligten von der Bundesebene bis hin zum einzelnen Fördermitglied der Stiftung, sondern vor allem ein unschätzbarer Beitrag zum Aufbau einer international bekannten und anerkannten Dokumentations- und Gedenkstätte, resümierten die Grünen PolitikerInnen.
Interessierte Besucher und Gruppen können sich für einen Besuch auf dem Lagergelände unter Tel.: 04764/810520 oder info@stiftung-lager-sandbostel.de anmelden oder die Gelegenheit wahrnehmen, an einem der Sonntagsrundgänge (27.9., 11.10., 25.10., 8.11., 22.11., 13.12. und 27.12.) teilzunehmen. |