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Bremervörder Zeitung 5. Dezember 2009

Kreis fördert Gedenkstätte

Rotenburg. An der Einrichtung einer Dokumentations- und Gedenkstätte in Sandbostel will sich der Landkreis Rotenburg mit 150 000 Euro beteiligen, außerdem übernimmt er später die Hälfte der Personalkosten für den Leiter dieser Einrichtung. Das empfahl der Sport- und Kulturausschuss Donnerstagnachmittag einstimmig. Die Kreispolitiker waren sich einig: Das Projekt ist von herausragender Bedeutung.

Rotenburg. An der Einrichtung einer Dokumentations- und Gedenkstätte in Sandbostel will sich der Landkreis Rotenburg mit 150 000 Euro beteiligen, außerdem übernimmt er später die Hälfte der Personalkosten für den Leiter dieser Einrichtung. Das empfahl der Sport- und Kulturausschuss Donnerstagnachmittag einstimmig. Die Kreispolitiker waren sich einig: Das Projekt ist von herausragender Bedeutung.

Einige Vertreter des Vereins Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel hatten die Sitzung im Rotenburger Kreishaus aufmerksam verfolgt. Und sie konnten zufrieden sein. Ihr Projekt stieß auf einhellige Zustimmung. Vorgesehen ist, die „Gelbe Baracke“ gründlich zu sanieren und dort eine Dokumentationsstätte mit Büro-, Seminar-, Sozial- und Archivräumen einzurichten. Besucher sollen dort Näheres über das einstige Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager erfahren, in dem während des Krieges mehr als eine Million Menschen aus 46 Nationen gefangen gehalten wurden – bis zu 50 000 überlebten die Internierung nicht. Ebenfalls Platz finden soll in der „Gelben Baracke“ die neu zu erarbeitende Dauerausstellung „1939-1945“. Für die 1952 gebauten CVJM-Baracke sieht das Konzept Raum für eine Ausstellung über die Nachkriegsgeschichte vor. Unter anderem soll dort die komplexe Geschichte des Stalag XB dargestellt werden.

Sieben Gebäude sind auf dem ehemaligen Lagergelände bereits saniert worden, darüber hinaus wurde vor zwei Jahren in angemieteten Räumen auf dem Lagergelände eine provisorische Gedenkstätte eingerichtet. Eine angemessene pädagogische Betreuung sei in den beengten Räumen auch mit Blick auf steigende Besucherzahlen künftig aber kaum mehr möglich, heißt es in der Vorlage der Kreisverwaltung.

Für die Umsetzung des Gedenkstättenkonzepts sieht der Finanzierungsplan Ausgaben in Höhe von 1,425 Millionen Euro vor. Für die Ausstellung „1939- 1945“ sind 610 000 Euro vorgesehen, 320 000 Euro fließen in die Sanierung der „Gelben Baracke“, weitere 100 000 Euro für die der CVJM-Baracke. Hinzu kommen 250 000 Euro für die Nachkriegs-Ausstellung, 120 000 Euro für den Erhalt des noch bestehenden Ensembles von Unterkunftsbaracken und 25 000 Euro für ein Besucherleitsystem. Die Hälfte der Kosten soll der Bund übernehmen, 462 500 Euro das Land. Von der Stiftung Niedersachsen und der Hermann-Reemtsma-Stiftung sind jeweils 50 000 Euro eingeplant, außerdem 150 000 Euro vom Landkreis Rotenburg. Dass sich Bund, Land und die Stiftungen daran beteiligen wollen zeige die bundesweite Bedeutung der Gedenkstätte, unterstrich Jan-Christoph Oetjen (FDP) im Ausschuss.

Nazizeit und Krieg rücken zeitlich immer mehr zurück, weshalb es wichtig sei, insbesondere junge Menschen an die Schrecken der nationalsozialistischen Diktatur zu erinnern, mahnte Elke Twesten (Grüne) – gerade auch mit Blick auf den heutigen Rechtsextremismus, fügte sie hinzu. Klaus Dreyer (SPD) lobte die Partei übergreifende Einigkeit in der Unterstützung für das Projekt. „Es ist gut, dass es sich so entwickelt hat.“ Sein Parteifreund Bernd Wölbern hob hervor, dass das Konzept unter anderem internationale Jugendbegegnungen vorsieht. Es werde also durchaus lebendig zugehen und der Blick auch nach vorne gerichtet.

Der Ausschuss empfahl schließlich einstimmig, in den nächsten drei Jahren jeweils 50 000 Euro für die Gedenkstätte bereit zu stellen. Dann soll das Projekt abgeschlossen sein. Damit die Einrichtung künftig auch angemessen betreut wird, soll 2013 ein Leiter eingestellt werden, den Rotenburg zur Hälfte finanzieren möchte. 25 000 Euro werden dann jährlich auf den Landkreis zukommen. Es reiche nicht, einfach eine Dokumentationsstätte aufzustellen, sie muss auch fachlich qualifiziert betreut werden, unterstrich Oetjen. (zz/oer)

Das  ist  so, wie ich mir das immer vorgestellt habe.

SPD-Fraktionschef Bernd Wölbern

 
 






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