Sandbostel (ts). Die Erforschung des Lagers Sandbostels ist um ein weiteres Mosaiksteinchen reicher. Auszubildende der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL) haben in einer Projektarbeit britische Luftaufaufnahmen ausgewertet, so dass die Stiftung Lager Sandbostel wertvolle neue Hinweise zur Lagergeschichte bekommen hat.
„Die Stiftung Lager Sandbostel erhält bereits Fördermittel zum Aufbau der Dokumentations-stätte von der GLL Verden – Amt für Landentwicklung. Um die Arbeit der Stiftung nicht nur mit Finanzmitteln, sondern auch tatkräftig in der Praxis zu unterstützen, hat die Behörde angeboten, die Standorte verschiedener Lagergebäude, die heute nicht mehr vorhanden sind, im Rahmen einer Projektarbeit der Auszubildenden der GLL Verden-Katasteramt Bremer- vörde örtlich zu kennzeichnen“, betont Ausbildungsleiter Hans Murken, der bei der GLL auch zuständig für städtebauliche Bodenordnung ist.
Die Schwierigkeit bei der Rekonstruktion der Standorte war der nur lückenhafte Nachweis durch die alten Kartenwerke. Hier konnte die Stiftung jedoch Luftbilder der britischen Luftwaffe aus den Kriegsjahren zur Verfügung stellen. Diese Bilder wurden durch Militärmaschinen beim Anflug auf das Gelände nicht senkrecht von oben, sondern teilweise aus Schräglagen heraus aufgenommen. „Für die weiteren Arbeitsschritte war es notwendig, die Luftbilder durch Transformation zu ,entzerren‘, um eine senkrechte Ansicht zu erhalten“, erklärt Murken. Nun war es möglich, mit vermessungstechnischen Computerprogrammen und über so genannte identische Punkte, die damals örtlich vorhanden waren und auch heute noch sind, die „Gauß-Krüger-Koordinaten“ der Gebäudeecken zu berechnen.
„Die vier Auszubildenden des Katasteramtes Bremervörde sind im ersten und zweiten Ausbildungsjahr und hatten mit dem Projekt eine vermessungstechnisch anspruchsvolle Aufgabe, die sie auch hervorragend gelöst haben“, betont Murken. Fachlich betreut wurden sie dabei von Dieter Reimer. Nach Abschluss der Projektarbeit übergaben die Auszubildenden den Stiftungsvertretern ein aktuelles Luftbild, in das der komplette Gebäudebestand des ehemaligen Lagers projeziert wurde.
„Für uns ist die Projektarbeit der Azubis sehr wertvoll. Wir wissen jetzt, wo sich die abgetragenen Baracken befanden. Die genaue Lage war bisher nicht bekannt“, sagte Karl-Heinz Buck, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, gestern im Gespräch mit der BZ. „Außerdem freuen wir uns, dass sich Auszubildende des Themas angenommen haben und sich so automatisch mit der Geschichte des Lagers befasst haben“, sagte Buck. |