Sandbostel. „Jeder historische Ort, der authentisch ist, muss sichtbar erhalten bleiben.“ Am Montag haben die SPD-Bundestagsabgeordneten Monika Griefahn (Wahlkreis 37 Harburg) und Dr. Margrit Wetzel (Wahlkreis 31 Stade I - Rotenburg II) die Gedenkstätte Lager Sandbostel besucht und der Stiftung auch künftig ihre Unterstützung und Argumentationshilfe zugesichert.
Während eines Rundgangs über das ehemalige Lagergelände und einer Gesprächsrunde im „Haus Altenberg“ informierten der Vorsitzende der Stiftung Lager Sandbostel, Karl-heinz Buck, Projektkoordinator und Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann und der Kuratoriumsvorsitzende Clement-Volker Poppe über die Geschichte des Kriegs- und Gefangenenlagers, die Arbeit der Stiftung und den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten sowie deren Finanzierung.
Im Herbst will die Stiftung Lager Sandbostel bei Land und Bund einen Antrag auf Gedenkstättenförderung stellen. „Das Hauptproblem dabei ist die Komplementärförderung der Stiftung“, so Andreas Ehresmann. Der Eigenanteil der Stiftung beträgt 25 Prozent. Die übrigen 75 Prozent setzen sich aus Bundes- und Landesmitteln zusammen. „Hier ist politische Vorarbeit gefragt. Der Antrag muss jetzt gestellt werden, damit er noch in den Haushaltplan aufgenommen wird“, sagte Monika Griefahn am Montag. „Jetzt ist das Land am Zug. Die müssen liefern. Da sollten schon mehr als 25 Prozent drin sein.“ Eine Förderung durch Konjunkturprogrammmittel müsse laut Griefahn in Erwägung gezogen werden.
Durch die Projektförderung will die Stiftung Lager Sandbostel die Sanierungsarbeiten auf dem Lagergelände weiter vorantreiben. „Wir planen den Umbau der gelben' und einer weiteren Baracke. Außerdem ist eine Dauerausstellung angedacht“, erläuterte der Stiftungsvorsitzende Karl-Heinz Buck. Darüber hinaus soll die pädagogische Arbeit erweitert werden. „Es wäre wünschenswert, die Stundenzahl der Pädagogen von zehn auf 20 zu verdoppeln“, ergänzte Projektkoordinator Ehresmann.
Vor allem die pädagogische Arbeit mit jungen Menschen liegt der Sprecherin für Kultur und Medien und Ex-Umweltministerin, Monika Griefahn, am Herzen: „Es ist lohnenswert und sinnvoll das Lager in seiner ursprünglichen Form zu erhalten, um Geschichte au-thentisch zu vermitteln und einen Beitrag zur Demokratieförderung zu leisten.“ Auch Dr. Margrit Wetzel setzt sich für ein engeres Miteinander von Bildungseinrichtungen und Gedenkstätte ein: „Gerade das Elbe-Weser-Dreieck sollte sich mit der Gedenkstätte identifizieren. Junge Leute - zum Beispiel Schüler von Berufsbildenden Schulen - könnten Projekt- und Hilfsarbeiten übernehmen, etwas sinnstiftendes tun, etwas über die Geschichte und die Arbeit der Stiftung lernen und so das Bewusstsein für die Geschichte erhalten.“ |