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Bremervörder Zeitung 22. Juni 2010

Schüler engagieren sich für die Gedenkstätte

Kooperation zwischen Heinrich-Behnken-Schule Selsingen und Dokuverein liefert sichtbare Ergebnisse.

Die Hauptschüler aus Selsingen sind in der Gedenkstätte sehr engagiert bei der Arbeit. Fotos:bz
Sandbostel. Seit Februar engagieren sich 13 Hauptschüler aus dem 8. und 9. Jahrgang der Selsinger Heinrich-Behnken-Schule im Rahmen ihres wöchentlichen Praxistages unter Leitung von Lehrer Rainer Kropp für die Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel.

Dank der Mitte 2009 geschlossenen Kooperation zwischen Schule und Gedenkstätte konnten sowohl der wöchentliche Transport nach Sandbostel als auch eine Aufwandsentschädigung für den pensionierten Tischlermeister Wolfgang Fettköther realisiert werden, der den Jugendlichen mit Rat und Tat, Werkzeug und Materialkunde zur Seite stand. Zunächst wegen des eisigen Winters noch im Werkraum der Schule, ab Mitte März dann vor Ort in Sandbostel, begannen die Schüler damit, die noch verwendbaren Fensterrahmen und Beschläge der denkmalgeschützten ehemaligen Lagerküche fachgerecht zu reinigen, Glas- und Kittreste vorsichtig zu entfernen, fehlende Teile nachzubauen und mit von Glasereien der Umgebung kostenlos zur Verfügung gestellten gebrauchten Scheiben neu zu verglasen.

Andreas Ehresmann, Projektkoordinator der Gedenkstätte: „Die Jungs haben das sehr gut gemacht. Dieses Projekt ist uns eine große Hilfe. Dadurch, dass die Schüler handwerklich enorm dazu lernen konnten, hat sich eine echte Win-win-Situation ergeben.“

Wie lebten über 30 erwachsene Kriegsgefangene auf 50 m² Grundfläche? Um diese Frage zu beantworten, haben sich vier Jungen aus der Klasse H8a zusammen mit Burkhard Rexin, Lehrer in Selsingen und Pädagogischer Leiter der Gedenkstätte, anhand von Fotos, Zeichnungen und Filmbildern eine mögliche Barackeneinrichtung erschlossen. In den folgenden Wochen bauten die Schüler aus Balken und Schalbrettern einfache Raumelemente und stellten sie in einem Barackenraum aus. „Die Wirkung ist verblüffend: Ein im Leerzustand riesig wirkender Raum erscheint klein, regelrecht gedrungen. Schulklassen, die einen Raumvergleich im Rahmen eines Besuchs der Gedenkstätte anstellen, können eindrucksvoll nachempfinden, wie beengt sich der Alltag der Kriegsgefangenen abgespielt haben muss, wenn außer den vielen Schlafpritschen lediglich ein paar wenige Quadratmeter Bodenfläche übrig bleiben“, so Burkhard Rexin in einem Schreiben.

Schulleiterin Anja Wichern: „Die Schüler sehen ebenso wie Besuchergruppen sogleich das Ergebnis der Arbeit. In Kombination mit dem Inhalt ist das sehr wertvoll. Das Projekt muss auf jeden Fall weiterlaufen.“

Und wie erleben die Jugendlichen selbst das Projekt? Folgendes Zitat eines Neuntklässlers, das vor ein paar Wochen während des Bustransfers von Selsingen nach Sandbostel stattfand, verdeutlicht Einstellung und Motivation der Schüler am besten: „Herr Rexin, nächsten Donnerstag haben wir ein Sportturnier in der Schule. Da können wir leider nicht nach Sandbostel kommen. Die Arbeit dort macht uns viel mehr Spaß als Volleyball.“ (ZZ/lh)

Die Gedenkstätte und die Heinrich-Behnken-Schule pflegen eine enge Zusammenarbeit.

 
 
 






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