Sandbostel. Kürzlich hat Direktor der niederländischen KZ-Gedenkstätte Kamp Westerbork, Dirk Mulder, gemeinsam mit 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen die Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel besucht. Neben der Information über die Geschichte und Nachgeschichte des Lagers Sandbostel sollte der Besuch vor allem dem Austausch über den in der Fachwissenschaft gerühmten Umgang mit der historischen Bausubstanz in Sandbostel dienen.
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Nach jahrzehntelanger Vernachlässigung wurde das bundesweit einmalige Barackenensemble mittlerweile auf der Basis einer fundierten Konzeption gesichert und saniert (BZ berichtete). Mitte 2009 hat die Kulturwissenschaftlerin Lieselotte Neervoort im Auftrag der KZ-Gedenkstätte Westerbork eine Studie über den Umgang mit der historischen Bausubstanz des Lagers Sandbostel erstellt. Daran schloss sich im September 2009 der Besuch des Vorstands der Gedenkstätte Westerbork an. Die Präsentation ist auf so viel Zustimmung gestoßen, dass nun der Besuch eines Großteiles der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgte.
Ursprünglicher Ausgangspunkt der Studie und der Besuchsreisen war, dass die KZ-Gedenkstätte Westerbork plante, eine Arbeitsbaracke, in der unter anderem, Anne Frank gearbeitet hat und die nach der Befreiung der Niederlande an einen Landwirt abgegeben wurde, wieder zurück an den historischen Ort zu versetzen. Diese Baracke wurde jedoch wenige Tage vor dem September-Besuch durch einen Brandanschlag vollständig zerstört. In der Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel wurde die niederländische Delegation vom Leiter der Gedenkstätte, Andreas Ehresmann, und von seinem Vorgänger, Dr. Klaus Volland, zurzeit. kommissarischer Vorsitzender des Gedenkstättenvereins, sowie dem Gästeführer Werner Zeitler begrüßt.
Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte und Nachgeschichte des historischen Ortes besichtigte die Gruppe bei eisigen Temperaturen die verschiedenen Baracken der Gedenkstätte. Nach einem Rundgang, der auch auf das Areal des ehemaligen KZ-Auffanglagers führte, bestand die Möglichkeit, sich die Dauerausstellung und die historischen Filmaufnahmen der britischen Armee zum Zeitpunkt der Befreiung des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel anzuschauen.
Sichtlich beeindruckt von der komplexen und vielschichtigen Geschichte des Ortes, dem erhaltenen Gebäudeensemble und dem Umgang mit der historischen Bausubstanz, besuchte die niederländische Delegation mit den Vertretern der Gedenkstätte Sandbostel abschließend auch den ehemaligen Lagerfriedhof, die heutige Kriegsgräberstätte Sandbostel. (bz) |