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Bremervörder Zeitung 13. Juli 2009

Pflichtgefühl als Motivation

"Auf die Jugend ist Verlass": Internationales Workcamp in Sandbostel mit 34 Teilnehmern gestartet.

Jana Osipowa, Jewgenia Donoschokowa, Cholpon Turnsbekowa und Alexander Amelin (auf der linken Tischseite) wie auch Alexander Alexandrow und Dimitrij Schamrei freuen sich auf interessante Kontakte zu anderen jungen Menschen während des Workcamps.
Fotos: Schadeck

Von Lutz Schadeck

Sandbostel (ls). „Wir sehen es als unsere Pflicht an“, sagt die 16-jährige Jana Osipowa aus Russland. Aber auch, dass sie hier interessante Leute kennenlernen werden, ist Motivation von 34 jungen Frauen und Männern im Alter zwischen 16 und 21 Jahren aus sieben Ländern. Sie alle sind der Einladung der Gemeinde Sandbostel zum dritten Internationalen Workcamp gefolgt. Sandbostels Bürgermeister Peter Radzio hat die Teilnehmer dieses Jugendcamps auf dem Sportplatzgelände begrüßt.
Sie kommen aus Estland, Kirgistan, Moldawien, Polen, Russland, Weißrussland und sechs Jugendliche auch aus Sandbostel, worüber sich Radzio besonders freute. Der plötzlich einsetzende Regen schickte die Gäste unter das Vordach des Sportlerheimes, während Radzio gut beschirmt seine Begrüßung fortsetzte.
Der Bürgermeister betonte, dass er es auch 64 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für wichtig hält, „dass sich Jugendliche aus verschiedenen Ländern treffen, um bei gemeinsamer Arbeit, Spielen und sonstigen Tätigkeiten mehr über die Kultur und Lebensgewohnheiten der einzelnen Länder zu erfahren“. Es sei immer noch besser, miteinander zu reden, als sich feindlich gegenüber zu stehen. Dieses hätten allerdings leider noch nicht alle Machthaber gelernt.

Bodo Henze, der wie in den vergangenen Jahren die Leitung des Camps übernahm, hatte ein dickes Lob parat: „Auf die Jugend ist Verlass.“ Im strömenden Regen teilte er die jeweiligen Leiter den einzelnen Gruppen zu. Mit dabei sind Linia Catagara aus Moldawien, Anne Schröder aus Sandbostel, die zurzeit in Rumänien Politikwissenschaften studiert und Heimo Hausmann aus Hannover, Jelena Schamrei aus Parfino in Russland
Neben leichten Arbeiten auf dem Lagerfriedhof und dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel stehen kulturelle und Informationsveranstaltungen auf dem Programm. Dazu gehören Exkursionen nach Hamburg (Thema: Hamburg zur Zeit des Nationalsozialismus’) und nach Bremerhaven in das Auswanderer- und Klimahaus. Heute ist „Europa-Tag“: Im „Europa-Kaffee“ wird über Normen und Werte, aber auch über den inneren moldawischen Konflikt gesprochen, erklärte Bodo Henze.
Höhepunkt wird am Mittwoch die Gedenkfeier in der Lagerkirche sein. Den Inhalt und Gestaltung dieser Feier haben sich die Jugendlichen selbst ausgedacht.
Zur Abteilung Spaß und Spiel gehört ein Fußballmatch gegen den SV Sandbostel. Natürlich läuft so ein Programm nicht ohne Unterstützung. Peter Radzio freute sich, dass am Gelingen des Workcamps mitwirken: der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (gleichzeitig Hauptsponsor), die Samtgemeinde Selsingen, die Gemeinde Sandbostel und auch das Fallschirmjägerbattalion 373 aus Sandbostel.
Nicht unerwähnt bleiben soll der SV Sandbostel. Denn der stellte unter anderem das Sportlerheim zur Verfügung. Dort konnten nach der Begrüßung auch alle Teilnehmer im Trockenen zu Mittag essen.

Bürgermeister Peter Radzio Workcampleiter Bodo Henze
Bürgermeister Peter Radzio begrüßte die Teilnehmer des dritten Workcamps. Bodo Henze ist zum dritten Mal Workcamp-leiter und auch bei Regen voll in seinem Element.






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