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Bremervörder Zeitung 7. Juni 2010

Geschichte zum Anfassen

Niedersachsens SPD-Landtagsfraktionschef Jüttner beeindruckt vom Baracken-Ensemble in Sandbostel

 Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Wolfgang Jüttner (links), auf dem historischen
Gelände in Sandbostel im Gespräch mit Parteifreund Volker Kullik und dem 
Projektkoordinator der Dokumentations- und Gedenkstätte, Andreas Ehresmann.

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Wolfgang Jüttner (links), auf dem historischen
Gelände in Sandbostel im Gespräch mit Parteifreund Volker Kullik und dem
Projektkoordinator der Dokumentations- und Gedenkstätte, Andreas Ehresmann. Foto: bz

SANDBOSTEL. „Auch wenn die Öffentliche Hand sparen muss: Gedenkstätten wie die in Sandbostel müssen langfristig erhalten und angemessen finanziert werden. Wir brauchen solche Lernorte.“ Das sagte Wolfgang Jüttner nach einem Rundgang über das Lagergelände. Der Chef der SPD-Landtagsfraktion hatte sich für den Besuch des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers, das in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges auch als KZ-Außenlagers diente, fast zwei Stunden Zeit genommen.
Im Gespräch mit Andreas Ehresmann und Clemens Poppe von der Stiftung sowie dem Landtagsabgeordneten Ralf Borngräber zeigte sich der Spitzenpolitiker beeindruckt von der Wirkung des einzigartigen Ensembles aus erhaltenen Baracken. Er wies auf die Unterschiedlichkeit der Gedenkstätten in Niedersachsen hin: „Wir brauchen diese Vielfalt der Orte“, sagte er. Diese Ansicht sei mittlerweile zum Glück überparteilicher Konsens - auch in Zeiten knapper Kassen. Der Verfall der meisten Baracken ist inzwischen gestoppt. „Jetzt ist die Stiftung dabei, zwei davon zu Informationszentren herzurichten und entsprechende Ausstellungen über die verschiedenen Phasen des Lagers zu erarbeiten", informierte Ehresmann. Dafür stehen bis zum Frühjahr 2013 rund 1,4 Millionen Euro zur Verfügung, überwiegend vom Bund und vom Land.
Mittlerweile besuchen etwa 2 000 Schüler pro Jahr das Gelände - Tendenz steigend. Eine Schulklasse aus Selsingen hilft im Rahmen wöchentlicher Praxistage sogar regelmäßig bei der Renovierung. Hinzu kommen zahlreiche Teilnehmer der regelmäßigen Sonntagsrundgänge. Sie alle seien beeindruckt von der Authentizität des Geländes, berichtete Ehresmann. Sandbostel biete quasi Geschichte zum Anfassen, (bz/ts)

 






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