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Bremervörder Zeitung 2. Juli 2009

Jugendliche Friedenshelfer

Ab 10. Juli drittes Workcamp des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Sandbostel

Workcamp-Teilnehmer legen einen Weg frei.
27 Jugendliche aus acht Nationen nahmen im vergangenen Jahr am Workcamp in Sand-bostel teil. In diesem Jahr haben sich 33 freiwillige Helfer aus sieben Nationen angemeldet. Archivfoto: Siems

Sandbostel (epd/fs). In Sandbostel wird Friedensarbeit geleistet: Jeden Tag und in Kürze auch mit jugendlicher Unterstützung. Am Freitag, 10. Juli, werden Jugendliche aus sieben Nationen zu einem zweiwöchigen Workcamp auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Stalag XB“ erwartet. Zu der dritten Aktion dieser Art haben sich nach Angaben der Organisatoren 33 junge Leute aus Weißrussland, Estland, Kirgistan, Polen, Moldawien, Russland und Deutschland angemeldet.
Das Workcamp findet auf Inititiave des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Lager Sandbostel statt. „Für die Gedenkstätte ist das internationale Workcamp eine wichtige Hilfe zur Erhaltung der historischen Gebäude“, erläutert Andreas Ehresmann, Projektkoordinator von der Stiftung Lager Sandbostel. Im vergangenen Jahr pflegten 27 junge Leute aus acht Nationen die Gräber von Opfern, die im Lager umgekommen sind. Auch auf dem ehemaligen Lagergelände packten die Jugendlichen mit an, halfen, einen verwilderten Weg von Unkraut zu befreien und die Steinkanten zu den Baracken freizulegen (BZ berichtete).
Sandbostel ist bundesweit das einzige NS-Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager, in dem viele der historischen Häuser noch erhalten sind. Insgesamt stehen noch 25 Original-Gebäude, darunter Wohnbaracken aus Holz und Stein, Küchen-, Wasch- und Latrinengebäude. Auch ein Wasserwerk sowie ein Arrestbunker sind noch vorhanden.
Das Lager wurde am 29. April 1945 von der britischen Armee befreit. Den Soldaten bot sich auf dem 35 Hektar großen Areal ein Bild des Grauens. Sie trafen etwa 14.000 Kriegsgefangene und rund 7.000 KZ-Häftlinge an. Im Auffanglager fanden sie zahlreiche unbestattete Leichen. Etwa 50.000 Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge überlebten die Zeit von 1939 bis 1945 in Sandbostel nicht. Genauere Zahlen existieren nicht.
Zu den Eigenheiten der Begegnung gehört ein „Gastfamilientag“ am 19. Juli: Menschen aus der der Samtgemeinde Selsingen sind aufgerufen, die Jugendlichen mit der Region bekannt zu machen. Interessierte „Gasteltern für einen Tag“ können unter 0171/ 2620574   mit    Workcamp-Leiter Bodo Henze Kontakt aufnehmen. Daneben sind Gespräche mit Zeitzeugen geplant.
Nach mehr als 60 Friedensjahren in Deutschland sei es wichtig, Jugendliche zusammenzuführen, um über das zu reden, was damals geschehen sei, betonte der pensionierte Berufssoldat Henze. Weitere Infos gibt es im Internet:
www.volksbund-niedersachsen.de
www.stiftunq-laqer-sandbostel.de

 






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