Bei der Einnahme des Sandbosteler Lagers vor 64 Jahren von britischen Truppen erlangten auch 171 US-amerikanische Gefangene ihre Freiheit zurück. Hinzu kamen zwei US-Bürger, die sich unter den KZ-Häftlingen befunden hatten, die kurz vor Kriegsende von Neuengamme nach Sandbostel gebracht worden waren. Diese Angaben machte Dr. Klaus Volland während der Gedenkfeier. Einleitung
In der Einleitung zur dokumentarischen Lesung von Schülerinnen des Bremervörder Gymnasiums schilderte er, dass ab 1943 amerikanische Bomberpiloten und Crewmitglieder in Sandbostel interniert worden waren. Dort waren sie vor der Lynchjustiz sicher gewesen, die Deutsche gegenüber abgeschossenen oder notgelandeten Bomber- und Tieffliegerpiloten geübt hatten.
Anfang 1945 gelangten knapp 2000 amerikanische Kriegsgefangene in das Lager, die bei Kämpfen an der West- oder Südwestfront in deutsche Gefangenschaft geraten waren und sich zuvor in ostdeutschen Lagern befunden hatten. Viele von ihnen wurden in den folgenden Wochen in andere Lager gebracht, vor allem nach Westertimke.
Der gesundheitliche Zustand der befreiten Gefangenen sei zufriedenstellend gewesen, hieß es, weil die US-Amerikaner ausreichend Rot-Kreuz-Pakete bekommen hätten und nicht von der unter den KZ-Häftlingen ausgebrochene Typhusepidemie betroffen waren. Sie verließen Sandbostel am 2. Mai 1945. Die Leichen von neun auf dem Lagerfriedhof bestatteten US-Bürgern wurden um 1947 exhumiert. |