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Stiftung Lager Sandbostel
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Bremervörder Anzeiger 22. April 2009

Gedenkstätte muss als Mahnmal erhalten werden

Staatsminister Neumann besucht das Lager Sandbostel

Clement-Volker Poppe, Vorsitzender des Kuratoriums Stiftung Sandbostel, Andreas Ehresmann, Bernd Neumann, Dr. Martina Krogmann, Albert Rathjen, CDU Kreistagsvorsitzender, Karl-Heinz Buck (im Foto von links) informierten sich über die Arbeiten und Sanierungen in Sandbostel.

Text und Fotos von Wilma Ronnenberg
Sandbostel. Auf Einladung von Dr. Martina Krogmann (MdB) besuchte der Staatsminister für Kultur im Bundeskanzleramt, Bernd Neumann (CDU, MdB), die Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel. „Hut ab vor dem, was Sie hier leisten!“ hatte Dr. Krogmann (CDU) anlässlich ihres Besuches am 28. April 2008 gesagt und ihre uneingeschränkte Unterstützung zugesagt. Dass ihre Zusage keine leeren Worte waren, zeigte sie durch ihren erneuten Besuch in Begleitung des Staatsministers für Kultur.
Karl-Heinz Buck, Vorsitzender der Stiftung Lager Sandbostel und Andreas Ehresmann, Projektkoordinator und Leiter der Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel unterrichteten die Gäste auf einem Rundgang über das Gelände und in der provisorischen Dokumentations- und Gedenkstätte über die wechselvolle Geschichte des 1939 von der deutschen Wehrmacht errichteten Krieggefangenenlagers. Und natürlich über den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten. Die von neun Trägern gestützte Stiftung Lager Sandbostel wurde im Dezember 2004 mit dem Auftrag gegründet, auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers eine Dokumentations-, Gedenk- und Begegnungsstätte zu errichten. Im Jahre 2005 konnte von dem ursprünglich 35 Hektar großen Lager ein 2,7 Hektar großes Gelände mit neun historischen Baracken und Gebäuden in einem sehr schlechten baulichen Zustand erworben werden. Ende Januar 2008 gelang es dem Stiftungsvorsitzenden Karl-Heinz Buck, weitere 0,5 Hektar mit zwei Baracken zu kaufen. Hier, in der so genannten gelben Baracke soll die Dokumentations-, Gedenk- und Begegnungsstätte mit langfristiger Dauerausstellung eingerichtet werden. Für die Sanierung erhofft sich die Stiftung Fördermittel durch den Bund. Dafür müssten allerdings zwei Voraussetzungen gegeben sein, machte Bernd Neumann deutlich: zum einen müsse sich auch das Land Niedersachsen finanziell an der Projektförderung beteiligen.
Die weitere Voraussetzung sei die überregionale Bedeutung, ein so genanntes Alleinstellungsmerkmal einer Gedenkstätte. „Diese Voraussetzung ist gegeben, denn ein Ensemble wie hier in Sandbostel ist bundesweit einmalig“, sagte der Minister. Versprechungen könne er nicht machen, aber die Chancen auf eine Förderung stünden bei einer entsprechenden Antragstellung gut. „Wir können nur wenige Baracken erhalten und versuchen, sie in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen und den Rest dem weiteren Verfall überlassen“, erklärte Buck. Der Verfall sei zu weit fortgeschritten. „Es ist wichtig, dass die damalige Realität in ihrer Brutalität deutlich wird, um die Härte eines solchen Lagers zum Ausdruck zu bringen“, äußerte sich der Staatsminister. „Das können wir nicht erreichen“, widersprach Ehresmann, „Geruch und Gestank können wir beispielsweise nicht darstellen. Ein Jugendlicher kann sich nicht vorstellen, was ein Gefangener hier ertragen hat, selbst wenn er hier schlafen würde“. „Es ist auch eine Frage der Ko­ten“, räumte Neumann ein. „Alles hängt letztlich vom Geld ab“, stimmte Buck zu. „Wir sind hier noch im Aufbau.“ Die Besucherzahlen nähmen ständig zu bei zu wenig Personal für die Bewältigung der Aufgaben. Bernd Neumann sprach sich dafür aus, das Areal nicht verfallen zu lassen, um die ganze Zeit des Lagers zu dokumentieren - bis heute. „Gedenkstätten sind Länder-Angelegenheit. Ich möchte, dass der Bund sich hier beteiligt und werde ein positives Signal mit nach Berlin nehmen.“

Anhand eines Modells wird das ganze Ausmaß des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers verdeutlicht. In jedem Fall soll die damalige Realität aussagestark in ihrer Brutalität für folgende Generationen in Form einer Dokumentationsstätte erhalten bleiben.






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