Karl-Heinz Buck (von links), Kurt Ringen, Andreas Ehresmann, Helmut Neiß und Clement-Volker Poppe vor dem „Haus Altenberg“, das demnächst von Andreas Ehresmann als Büro genutzt wird. Außerdem wird der Gedenkstättenverein in den nächsten Monaten mit seiner Dokumentations-stätte vom Großen Platz in Bremervörde in das Gebäude nach Sandbostel umziehen.
Foto: C. Borgardt |
Sandbostel. Mit der Einstellung eines anerkannten Fachmannes in Sachen Gedenkstättenarbeit hat die Stiftung Lager Sandbostel jetzt einen weiteren großen Schritt zur Realisierung einer Dokumentationsstätte auf dem ehemaligen Gelände des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Stalag XB in Sandbostel gemacht. Andreas Ehresmann soll in den nächsten Jahren den Aufbau der Dokumentations und Gedenkstätte leiten.
Gestern stellten der Vorsitzende der Stiftung Lager Sandbostel, Karl-Heinz Buck, und sein Stellvertreter Helmut Neiß sowie die beiden Kuratoriumsmitglieder Clement-Volker Poppe und Kurt Ringen den Architekten und Bauhistoriker offiziell vor. Im „Haus Altenberg“ auf dem ehemaligen Lagergelände, in dem von 1952 bis 1960 DDR-Flüchtlinge untergebracht waren, wird der 42-Jährige jetzt sein Büro einrichten. Zuletzt war der „hochqualifizierte Fachmann“ (Kurt Ringen) am Aufbau der KZ-Gedenkstätte in Neuengamme maßgeblich beteiligt. „In Sandbostel geht es jetzt darum, die verschiedenen Konzepte und Ansätze zusammen zu bringen und ein tragfähiges Konzept zu errichten“, erklärte Andreas Ehresmann gestern. Zunächst sollen die bereits begonnenen Sicherungsmaßnahmen baufälliger Baracken fortgeführt werden.
Wie berichtet, stehen für die Realisierung der Dokumentations und Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände 400.000 Euro aus Mitteln der Europäischen Union (EU) für die Selsinger Verbunddorferneuerung zur Verfügung. Zehn Prozent der Summe, also 40.000 Euro, bringt die Samtgemeinde Selsingen auf und 120.000 Euro die Stiftung Lager Sandbostel. Der Rest der Summe wird von der EU finanziert. „Dieses Geld stammt aus einem anderen Fördertopf und hat mit der Sandbosteler Dorferneuerung nichts zu tun“, erklärt Helmut Neiß.
In drei Bauabschnitten soll jetzt bis zum Jahr 2010 eine Gedenkstätte entstehen. Im ersten Abschnitt sollen noch in diesem Jahr die Dächer von drei weiteren Baracken saniert und weitere Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden. Im nächsten Jahr soll das Dach des Küchengebäudes saniert werden und 2009 der Bau oder Umbau einer Gedenkstätte auf dem Lagergelände angepackt werden. Gemietet wird das „Haus Altenberg“ vom Gedenkstättenverein, der es der Stiftung zur Verfügung stellt. Noch für diesen Sommer, so Karl-Heinz Buck, der nicht nur Vorsitzender der Lager-Stiftung, sondern auch Mitglied des Gedenkstättenvereins ist, ist der Umzug der Gedenkstätte vom Großen Platz in Bremervörde nach Sandbostel ins „Haus Altenberg“ geplant. Andreas Ehresmann wird bereits in naher Zukunft sein Büro in Sandbostel beziehen und seine Arbeit, die übrigens von der Niedersächsischen Gedenkstättenstiftung in Celle finanziert wird, aufnehmen. Dann will er unter anderem das Gespräch mit den Anwohnern suchen und sie über die geplanten Schritte auf dem Weg zu einer Dokumentations- und Gedenkstätte auf dem Lagergelände informieren. |